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Zerstörte und beschmierte Wahlplakate bleiben ein Ärgernis

Dirk Anger

Münster - Schlechte Erfahrungen haben sie in diesen Wahlkampftagen alle miteinander wieder gemacht. „In Hiltrup hat man versucht, unsere Plakate anzuzünden“, zeigt sich FDP-Wahlkampfleiter Jörg Wischinski schier entsetzt. Sein CDU-Kollege Christoph Brands klagt: „Auf der Hammer Straße wurde alles abgerissen.“ Und nicht nur dort, wie er betont. „Das ist immer wieder ein Ärgernis“, stöhnt Brands.

Dennoch: Die aus anderen Wahlkämpfen bekannten Plakatschmierereien halten sich momentan offenbar in Grenzen. Dafür gibt es aus Sicht von CDU-Mann Brands einen simplen Grund: „Seit der Europawahl sind wir in die Höhe gegangen und stellen nichts mehr auf den Boden.“ Einzige Ausnahme: die Großplakate. Und das nutzten „Schmierfinken“ an einigen Orten schamlos aus.

Auch die neue Wahlkampf-Managerin der SPD, Frederike Boll, bekommt „viele Rückmeldungen“, was abgerissene oder beschmierte Plakate angeht. „Aber wir sind nicht jeden Tag unterwegs, um reparieren zu müssen.“

Alles in allem jedoch scheinen sich die Partei-Strategen über die Grenzen hinweg einig: „Es war in der Vergangenheit schon schlimmer.“

Auf der Mittelinsel des York-Rings wurden nach Darstellung von Christoph Brands unlängst bis zu zwei Dutzend CDU-Plakate abgerissen - „ein kompletter Straßenzug“. Dass am Tag nach den abgerissenen Plakaten an der Hammer Straße solche der Linkspartei an den Laternenpfählen hingen, stimmt Brands indes nach eigenem Bekunden skeptisch. Linke-Wahlkampf-Chef Theo Knetzger versichert, man habe nichts damit zu tun. „Wir reißen keine anderen Plakate ab.“ Aber man hänge an freien Plätzen wieder welche auf.

Die Linken sind in dieser Hinsicht in Münster anscheinend am aktivsten: Rund 1000 Plakate haben sie im Stadtgebiet. SPD und CDU kommen jeweils auf rund 500 und damit auf weniger als sonst. Die Liberalen haben etwa 700 aufgehängt, wie es heißt. Allen möglichen Vandalen nimmt FDP-Mann Wischinski den Wind aus den Segeln: „Wir haben genug Plakate auf Halde.“

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