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Zu früh gefreut

Jürgen Stilling

Der Zusammenbruch der amerikanischen Hypotheken- und Bausparbank Indymac hat es nun an den Tag gebracht: Der vor wenigen Tagen unternommene Versuch zahlreicher deutscher Banken, ein Ende der weltweiten Finanzmarktkrise herbeizureden ist gescheitert. Die Manager haben zu früh Freudenstimmung verbreitet.

Vor allem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann lehnt sich mit seinen Beschwichtigungsversuchen immer wieder sehr weit aus dem Fenster – ein fahrlässiger Schritt, der den Kurs der Bankaktien zwar kurzfristig stützte, auf mittlere und lange Sicht dem Image der Branche aber schwer schadet.

Sonntag vor exakt einem Jahr, am 13. Juli 2007, kletterte der wichtigste deutsche Aktienindex Dax auf seinen historischen Höchststand von über 8000 Punkten. Derzeit liegt er als Folge der globalen Finanz-Turbulenzen etwa 2000 Zähler niedriger. Heute geht es vermutlich weiter bergab.

Dennoch muss die Devise jetzt lauten: „Ruhig Blut bewahren“. Die meisten europäischen Unternehmen außerhalb des Bankensektors sind erst dann von der Krise betroffen, wenn sie eine Weltwirtschaftskrise wird. Doch hohe Wachstumsraten in aufstrebenden Ländern wie China und Indien dürften eine solche Eskalation verhindern. Allerdings nur, wenn die USA jetzt souverän handeln und die Panik in den Griff bekommen.

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