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Ahlener SG

Zu spät erwacht

André Fischer

Ahlen/Hamm - Dramatik pur auf der Zielgeraden: Da sahen die heimischen Erstliga-Handballer der HSG Ahlen-Hamm beinahe das gesamte Spiel wie der sichere Verlierer aus, um sich im Endspurt wie Phoenix aus der Asche zurückzumelden und gar einen Rückstand von acht Toren aufzuholen. Plötzlich lief es, warfen die Hallenherren Leidenschaft und Kampf in die Waagschale und holten Tor um Tor auf.

Beim 27:28 war Schluss, die Uhr abgelaufen - aber die zuletzt verärgerten Fans zufrieden. Diese HSG kann nun erhobenen Hauptes in zwei Wochen zum Endspiel nach Dormagen reisen.

Da war er wieder, der Fan-Song der HSG: „Wir sind ein Team, wie stehn zusammen“ - diesmal dröhnte die Hymne im Gegensatz zum Magdeburg-Spiel bereits vor der Partie aus den Lautsprechern der ausverkauften Maxipark-Arena. Motivation pur für die Jungs auf der Platte, Motivation pur für die zuletzt nicht gerade verwöhnten Anhänger auf den Rängen, die auf Besserung hofften.

Und sie wurden zunächst nicht enttäuscht. Der Aufsteiger strahlte zu Beginn der Partie zumindest Ruhe aus, spielte seine Angriffe konsequent aus und führte nach Treffern von Thomas Lammers und Mario Clößner mit 3:1. Der verworfene Siebenmeter von Chen Pomeranz beim Spielstand von 4:4 läutete die erste Schwächephase nach zehn Minuten ein.

Die Ostwestfalen zogen nach weiteren Fehlwürfen und leichtfertigen Fehlern auf 8:5 davon. Der Anfang vom Ende? Nein, Pomeranz, der wieder genesene Frank Schumann per Gegenstoß und Kreisläufer Clößner setzten mit ihren Toren nochmals ein Ausrufezeichen zum 8:8. Ein Aufbäumen sehr kurzer Natur, Lübbecke machte gegen nun total verunsichert und unkontrolliert agierende Gastgeber kurzen Prozess, führte plötzlich mir 15:9 (26.). Die mitgereisten Fans des TuS skandierten „Auswärtssieg“. HSG-Coach Kay Rothenpieler versuchte mit der Hereinnahme von Spielmacher Maik Machulla für Pomeranz und Rückraumspieler Einar Holmgeirsson für den künftigen Lübbecker Malte Schröder das Ergebnis in Grenzen zu halten - ohne Fortune. Zur Pause war die Messe beim 10:15-Rückstand eigentlich gelesen.

Im zweiten Abschnitt drohte das Schlusslicht gänzlich unter die Räder zu kommen. Acht Treffer betrug der Rückstand phasenweise (12:20). Nicht ganz unschuldig daran waren neben den Hallenherren auch die beiden Unparteiischen, die in einigen Situation kuriose Entscheidungen trafen. Es folgten jene letzten zehn Minuten, in denen die HSG über sich hinauswuchs. Frenetisch angefeuert wurde der Rückstand bis auf einen Treffer verkürzt - Wahnsinn, die Halle tobte wie zu Aufstiegszeiten. Nur leider kam die Aufholjagd zu spät.

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