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Finanzskandal bei Schweizer Großbank

Zu wenig Skrupel

wn

Der Skandal um verzockte Milliarden bei der Schweizer UBS kommt nicht überraschend. Großbanken, Hedge-Fonds und andere Akteure an den globalen Finanzmärkten haben aus der Krise nach der Lehman-Pleite nur wenig gelernt.

Zwar sind Händler, die mit Milliarden spekulieren und dabei Riesenverluste einfahren, die Ausnahme. Doch die Grundausrichtung der Finanzinstitute, die diese extremen Auswüchse möglich macht, treibt weitere Blüten. Die Hoffnung auf Millionen-Boni verleitet nach wie vor Tausende Banker zu riskanten Manövern an den Börsen. Wer da auf Moral und natürliche Skrupel setzt, hofft vergebens. Das haben die Machenschaften zahlreicher Spekulanten in den vergangenen Jahren gezeigt.

Freiwillig wird die Branche auf lukrative, aber für die Stabilität der Finanzmärkte extrem gefährliche Aktionen nicht verzichten. Die Politik muss den Geldjongleuren die riskanten Instrumente nehmen. Auch wenn kein noch so strenges Regelwerk hundertprozentig vor kriminellen Machenschaften schützen kann: Durch striktere Vorschriften wird die Versuchung spürbar eingedämmt.

Bestimmte Geldhäuser sind allerdings besonders oft in problematische Geschäfte verwickelt. Dazu zählt auch die UBS. Auf Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber wartet deshalb an der Spitze des Instituts ab 2013 eine Kärrner-Arbeit.

Jürgen Stilling

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