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Zuckertüte aus dem Schulkeller

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Nächste Woche ist es endlich so weit. Ganz viele Kinder gehen zum ersten Mal zur Schule. Ausgestattet mit einem funkelnagelneuen Tornister und einer bunten Schultüte machen sie sich auf den Weg. Den Tornister brauchen sie, um ihre Schulbücher, Hefte und Stifte zur Schule zu transportieren. Aber die Schultüte? Es ist ein alter Brauch, dass die Kinder an diesem Tag eine mit Süßigkeiten gefüllte Tüte von den Eltern bekommen und auch mit zur Schule nehmen. Sie darf auf keinem Foto fehlen. Die Volkskundliche Kommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat herausgefunden, dass es diesen Brauch bereits seit fast 200 Jahren gibt. Damals hieß die Tüte allerdings „Zuckertüte“. Schon im Jahr 1817 bekamen Schüler in Jena zur Einschulung „eine mächtige Tüte Konfekt“. Woher die Tüte kam, war ein Geheimnis. Viele Kinde glaubten damals, dass die Tüte von „einem Zuckertütenbaum im Schulkeller“ stammte, berichtet Christiane Cantauw von der Volkskundlichen Kommission. Der Lehrer hat dann für brave Kinder eine Tüte vom Baum gepflückt. Von Thüringen und Sachsen breitete sich dieser nette Brauch dann in ganz Deutschland, in Österreich und auch in der Schweiz aus. Ein Fabrikant in Sachsen begann schon 1910, in seiner Fabrik Schultüten herzustellen. Die wurden dann von den Eltern gekauft und befüllt.

Heute basteln die Eltern gemeinsam mit den Kindern die Tüte. So kann jedes Kind seine Lieblingsmotive und -Farben auf der Tüte wiederfinden. Der Sinn der Tüte hat sich allerdings bis heute nicht verändert. Sie soll den Einstieg in das Schülerleben ein wenig versüßen.

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