1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Zukunft des Hawerkamp-Geländes in Münster: Selbstverwaltung bis 2025

  6. >

Homepage Thema 5

Zukunft des Hawerkamp-Geländes in Münster: Selbstverwaltung bis 2025

Martin Kalitschke

Münster - Neue Perspektiven für die alternative Szene am Hawerkamp: Obwohl die zwischen der Stadt und dem Verein „Erhaltet den Hawerkamp“ ausgehandelte Selbstverwaltung erst 2015 ausläuft, hat die Verwaltung den Verantwortlichen bereits jetzt angeboten, weitere zehn Jahre Selbstverwaltung draufzulegen. „Wir haben mit dem Verein entsprechende Gespräche aufgenommen“, bestätigt Christoph Ameling vom Liegenschaftsamt. Bereits im kommenden Frühjahr könnte eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden - „vorausgesetzt, der Rat stimmt zu“, betont Ameling.

„Eine vorzeitige Vertragsverlängerung würde mehr Planungssicherheit bedeuten“, betont Vorstandsmitglied Gerwin Lohmeyer. Damit die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Verein noch besser läuft, soll ein zweiter Verein gegründet werden, dem ausschließlich die Mieter angehören. Nicht „Erhaltet den Hawerkamp“, sondern dieser neue Zusammenschluss soll künftig wichtige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Selbstverwaltung treffen, betont Lohmeyer.

„Eine Verlängerung der Selbstverwaltung um weitere zehn Jahre ist eine gute Grundlage, um den Hawerkamp weiterzuentwickeln“, betont Kulturamtsleiterin Dagmar Schnell. Nach ihrer Einschätzung ist es dem Verein „Erhaltet den Hawerkamp“ in den zurückliegenden Jahren gelungen, sich eine breite Akzeptanz in der Stadt, aber auch in Verwaltung und Politik zu erarbeiten. Von der Gründung eines Hawerkamp-Mietervereins erhofft sie sich eine Erleichterung der Zusammenarbeit.

Nach Einschätzung von Christoph Ameling hat der Verein „zurzeit sehr viele Mitglieder mit unterschiedlichen Interessen“ - die nicht selten weit auseinander lagen und sogar vor Gericht endeten. „Ohne solche internen Querelen“, sagt Ameling, „wäre die Zusammenarbeit mit uns vielleicht leichter gewesen.“ Eine - vom Verein gewünschte - Vertragsverlängerung sogar bis 2035 hält Ameling zwar für derzeit „nicht opportun“, da nach 2025 der „Masterplan Hafen“ greifen soll. Auf der anderen Seite hält er es nicht für ausgeschlossen, dass die Selbstverwaltung - zu einem späteren Zeitpunkt - tatsächlich weiter verlängert wird: „Was dort entstanden ist, kann sich sehen lassen.“

Derzeit befinden sich am Hawerkamp die Clubs Triptychon, Sputnikhalle, Fusion und Favela und das Schwulenzentrum KCM, Künstlerateliers sowie kleinere Unternehmen - vom Buchverlag bis zum Architekturbüro. Die Stadt stellt das Areal kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug finanziert der Verein mit den Mieteinnahmen den Substanzerhalt sowie weitere Investitionen.

Startseite