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Zum Glück ist es nur gespielt

Christian Wolff

Vorhelm. Menschen für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern, das ist Sinn und Zweck einer aufwändigen Dorfübung des Löschzugs Vorhelm. „Personenrettung aus einem Fahrzeug“, „Rettung aus einem brennenden Gebäude“ und „Löschen“ sind die drei Bereiche, die innerhalb von nur einer Stunde präsentiert werden.

Trotz regnerischen Wetters versammeln sich am Freitagabend über 100 Interessierte am Dorfplatz rund um den früheren „Pilz“-Standort. „Der Heimatverein wollte eigentlich schon das Nachfolgemodell aufbauen, aber für uns wurde die Aktion verschoben“, freut sich Hubertus Heimann, Zugführer in Vorhelm.

Kurz nach 19 Uhr geht’s los: Ein roter „Unglückswagen“ bildet den Mittelpunkt des Szenarios. Darin: ein Schwerverletzter, gespielt von Sebastian Krainski. Hier muss die Gruppe „Technische Hilfeleistung“ um Oberbrandmeister Hubert Papenfort aktiv werden. Rettungsschere und Spreizer wenden die Kameraden an, immer mit Blick auf das Wohl des Eingeklemmten. Vorsichtig schneidet Martin Förster die Windschutzscheibe auf, bis am Ende das gesamte Fahrzeugdach abgenommen wird. „Früher war man bestrebt, Verletzte so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu bringen“, erklärt Brandinspektor Heinrich Schlautmann dem Publikum über Lautsprecher. „Heute ist das anders. Man versucht von Anfang an, schon am Unfallort, eine optimale Versorgung herzustellen.“ Die Besatzung eines Rettungswagens stößt unterdessen zur Demonstration der weiteren Hilfeleistung hinzu.

Sekunden später geht es am nächsten Einsatzort zur Sache: Aus einem Dachstuhl quillt Rauch – eine Person ruft um Hilfe. Marc Schlautmann spielt hier den Eingeschlossenen. Ralf Vatterodts Rettungstrupp schreitet ein. In Windeseile werden Schläuche ausgerollt, während Wehrleute unter Atemschutz in das völlig verrauchte Haus eindringen. Spektakuläre Bilder bekommen die Zuschauer zu sehen, als die Drehleiter ausgefahren wird, um den Geretteten aus einem Dachfenster in Sicherheit zu bringen.

Der dritte Bereich der Leistungsdemonstration gefällt vor allem den Kindern, denn es geht ums reine Löschen. Drei C-Rohre werden startklar gemacht. Und nach erfolgreichem Werk der Großen dürfen die kleinen Besucher auch mal an den Schlauch.

Inwieweit die Übung neue Kräfte in den Löschzug bringt, muss sich zeigen. „Interessierte sind jedenfalls willkommen“, betont Hubertus Heimann. Aufgenommen werden nicht nur junge Leute. „Es wird immer schwieriger, Leute für die Feuerwehr zu gewinnen“, hat auch Jürgen Fleuter, stellvertretender Wehrführer in Ahlen, festgestellt. Wer am Freitag auf den Geschmack gekommen ist und sich unverbindlich informieren will, kann alle zwei Wochen montags ab 19.30 Uhr zum Dienstabend am Gerätehaus kommen.

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