1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Zwischenzeugnis

  6. >

yangoContent

Zwischenzeugnis

wn

Am Sonntag gabs Zeugnisse - für Politiker. Denn es war Europawahl. Und Wahlen sind immer ein bisschen wie eine Zeugnisausgabe. Wähler vergeben zwar keine Zensuren. Aber mit ihrem Kreuz auf dem Wahlzettel entscheiden sie: Eure Politik oder eure Leute gefallen mir sehr gut, gut oder gar nicht.

Die Partei, die nur wenige Stimmen bekommt, weiß dann: Sie ist bei den Leuten nicht so gut angekommen. Nach der Wahl hatten die Politiker deshalb nicht nur strahlende Gesichter, sondern einige ließen die Mundwinkel hängen. Besonders viele enttäuschte Gesichter gab es bei der SPD. Die SPD kam auf das schlechteste Ergebnis bei einer deutschlandweiten Wahl seit etwa 60 Jahren.

Überhaupt machte die Europawahl die Parteien bei uns kribbelig. Eigentlich wurden 99 Abgeordnete fürs Europaparlament bestimmt. Doch für viele ist diese Wahl auch ein Signal für Deutschland - also ein Zwischenzeugnis. Im September treten die Politiker zur Bundestagswahl an. Dann entscheidet sich auch, wer für die nächsten Jahre Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird.

Und für die SPD kann das schlechte Abschneiden jetzt bedeuten: Wir müssen nachsitzen und mehr tun. „Das heißt noch mal in die Hände spucken, sich richtig reinlegen“, versprach Frank-Walter Steinmeier gleich nach der Wahl. Er will im September Bundeskanzler werden und Angela Merkel von der CDU ablösen. Im Moment sitzen SPD und CDU/CSU noch gemeinsam in der Bundesregierung in Berlin.

Die CDU hat bei der Europawahl auch nicht so super abgeschnitten. Aber die Partei bekam mit ihrer Schwester-Gruppe CSU die meisten Stimmen. Außerdem setzt die CDU für später auch ein bisschen auf die FDP. Beide denken daran, in einer neuen Bundesregierung zusammenzuarbeiten - wenn sich die Wähler für sie entscheiden. Und die Leute stellten der FDP ein ganz gutes Zeugnis aus: Mehr Wähler als vor fünf Jahren machten das Kreuz bei der FDP.

Auch die Partei die Grünen wurde stärker.

Startseite