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Zwölf Liter gegen den Durst

Rene Penno

Shenzhen/Ahlen - Ein bisschen anders hatten sich das Daniel Westmattelmann und seine Teamkollegen beim Straßenrennen der Universiade in Shenzhen schon vorgestellt. Mit der anvisierten Top-Platzierung wurde es nichts, stattdessen landete Westmattelmann in China bei den Weltspielen der Studenten auf Platz 29. Immerhin, der Ahlener war mehr als nur dabei gewesen. Und Platz 29 kann sich durchaus noch sehen lassen.

Denn auf den 160 Kilometern hatte sich das Hauptfeld komplett auseinander gefahren. Vorne waren zwei Schweizer, dann folgten alle anderen grüppchenweise. Dabei waren die Deutschen vielversprechend gestartet. Westmattelmann gehörte mit seinem Teamkollegen Nico Schneider zu einer ersten siebenköpfigen Spitzengruppe, die aber nach der Hälfte des Rennens wieder eingeholt war.

Danach fuhren wieder sieben Fahrer weg - diesmal aber ohne ein deutsches Trikot. Das Rennen war trotz zahlreicher Versuche für die deutschen Studenten gelaufen. „Wir waren alles andere als zufrieden“, blickte Daniel Westmattelmann etwas zerknirscht auf das Rennen zurück. Von Krämpfen geplagt, konnte er im Finale nicht mehr mit eingreifen. Abgehakt, die tollen Erinnerungen überwiegen sowieso.

Denn die Eröffnungsfeier war schon vom Feinsten. „Das war noch pompöser als vor drei Jahren in Peking“, hat sich Daniel Westmattelmann von Sportlern sagen lassen, die damals schon bei den Olympischen Spielen dabei waren. „Das war schon ein einmaliges Erlebnis, das ich nicht vergessen werde“, hat sich die Reise ins Reich der Mitte auch ohne das erhoffte Ergebnis gelohnt.

Auf der einstündigen Fahrt zum Stadion in Shenzhen standen die Chinesen Spalier, „und ich hatte Gelegenheit, mich auch mit Sportlern aus anderen Sportarten zu unterhalten“, erzählte der Ahlener, der in Münster studiert. Die anschließende Eröffnungsfeier hielt, was sie versprach: Gänsehautfeeling pur! „Die Show nach dem Einlaufen war gigantisch“, kam Daniel Westmattelmann aus dem Staunen nicht mehr raus.

Sportlich abgehakt ist die Universiade aber noch nicht. Am Samstag steht ein 50 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren auf dem Programm. „Die Schweizer sind da die Favoriten, nachdem sie im Straßenrennen schon Gold und Silber gewonnen haben“, mutmaßt der Ahlener. Der gemeinsame Kampf gegen die Uhr ist allerdings wieder etwas ganz anderes - da ist Charakter gefragt und Harmonie im Team. Ohne Chance sind die Deutschen nicht. Bis dahin gilt aber: Viel trinken, um bei 42 Grad nicht auszutrocknen. „Über zwölf Liter habe ich mir allein am Renntag hineingeschüttet - und ich kam trotzdem nicht gegen den Durst an“, sieht Westmattelmann auch andere Gegner auf sich zukommen.

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