Zehn Jahre Vortragsreihe „Stadtansichten“
Das Wohnen von morgen

Münster -

Die Vortragsreihe „Stadtansichten“ des Fachbereichs Architektur geht im Sommersemester in die nächste Runde. Auftakt ist am 3. Mai.

Donnerstag, 20.04.2017, 12:04 Uhr

Die Reihe „Stadtansichten“ wird von Prof. Joachim Schultz-Granberg vom Department Städtebau der „Münster School of Architecture“ der Fachhochschule organisiert und moderiert.
Die Reihe „Stadtansichten“ wird von Prof. Joachim Schultz-Granberg vom Department Städtebau der „Münster School of Architecture“ der Fachhochschule organisiert und moderiert. Foto: kal

Die Vortragsreihe Stadtansichten “ der Münster School of Architecture (msa) der Fachhochschule Münster feiert Jubiläum: Zum zehnten Mal werden im bevorstehenden Sommersemester ausgewiesene Architekturexperten über neue Trends und Entwicklungen referieren. Diesmal geht es um das Thema „Wohnen als Social Design – Prozesse, Agenten und Konstellationen“.

Zum Auftakt wird am 3. Mai um 19 Uhr Alexander Hagner aus Wien im Hörsaal Leo 1 auf dem Leonardo-Campus zu Gast sein. Er hat in der österreichischen Hauptstadt ein Projekt begleitet, in dessen Verlauf ein Haus zu einem gemeinsamen Domizil für Obdachlose und Studenten umgebaut wurde. Beide Gruppen begleiteten den Entstehungsprozess mit – und bekamen nicht etwa ein fertiges Produkt serviert. „Social Design“ nennt der Organisator der Reihe, Prof. Joachim Schultz-Granberg vom Department Städtebau der msa, diese Art der Projektumsetzung.

„Solche Prozesse können manchmal wirklich hart sein“, sagt Schultz-Granberg. Schließlich gelte es nicht selten, unterschiedliche Vorstellungen vom gemeinsamen Projekt unter einen Hut zu bringen und kritisch die Realisierbarkeit zu prüfen. Architekten übernehmen dabei nicht selten die Rolle eines Moderators.

„Social Design“ – das bedeutet nicht nur, geplante Projekte vor dem Hintergrund sozialer Beziehungen zu gestalten, sagt Schultz-Granberg. Das könne auch bedeuten, Verbindungen zwischen Gruppen aufzubauen, die sich sonst auch mal gegenüberstehen – Architekten und Investoren zum Beispiel. Wie das geht, erläutert am 7. Juni Eike Becker aus Berlin.

Christopher Dell ist am 14. Juni zu Gast. Er ist nicht nur einer der besten Vibraphonisten der Welt, sondern auch Stadtforscher in Hamburg. Wohnen ist keine Ware, so seine Einschätzung, sondern ein soziales Phänomen, in das die Bürger einbezogen werden sollten. Eines seiner bekanntesten Bücher heißt „Die Stadt als offene Partitur“.

Voraussichtlich wird es auch noch einen vierten Vortrag geben, es ist geplant, Theo Deutinger am 17. Mai in Münster zu begrüßen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Veranstaltungsreihe (www.stadtansichten.net).

Gerade in Münster sieht Schultz-Granberg ein großes Potenzial für Social-Design-Projekte wie in Wien. Die Tatsache, dass Wohnraum knapp und teuer ist, dürfte diese Entwicklung noch beschleunigen, prophezeit der Architekt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4955219?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F57383%2F4848500%2F4942515%2F
Stadt prüft nach Abbruch Konsequenzen
Das Haus Oststraße 21 (links) ist inzwischen teilweise abgerissen. Die Stadt hat daraufhin die Abrissbaustelle versiegelt.
Nachrichten-Ticker