1. www.wn.de
  2. >
  3. Fotos
  4. >
  5. Orientiert an Familien-Bedürfnissen

  6. >

Jubiläum im Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“

Orientiert an Familien-Bedürfnissen

Ochtrup

Vor genau 25 Jahren öffnete der Caritas-Kindergarten „Der Kleine Prinz“. Das pädagogische Konzept der Einrichtung fand nicht bei allen gleich von Anfang an Zustimmung. An den „Öko-Kindergarten“ mussten sich etliche Ochtruper zunächst einmal gewöhnen.

Anne Steven

Der Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“ feiert sein 25-jähriges Bestehen. Foto: Anne Steven

Der Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“ habe lange ein „dreckiges Image“ gehabt, erzählt seine heutige Leiterin Claudia Lewejohann lachend. Das hing mit dem pädagogischen Konzept der Einrichtung zusammen, die im Juni 1995 und damit vor ziemlich genau 25 Jahren an den Start ging.

An diesen „Öko-Kindergarten“ mussten sich die Ochtruper offenbar erst einmal gewöhnen. Auch Marlies Mulder, vor Claudia Lewejohann insgesamt 23 Jahre Leiterin der Kita, kann sich noch sehr genau an die Anfänge erinnern. In der Töpferstadt wurde damals dringend ein neuer Kindergarten benötigt. Ursprünglich habe die Kirche die Trägerschaft übernehmen wollen. Doch dann stellte der Caritasverband einen Antrag, die Morgenstern-Kita in Steinfurt – eine heilpädagogische Einrichtung – zu erweitern. Es bot sich die Möglichkeit, an die neue Kita in Ochtrup anzudocken. Da der Landschaftsverband aber nur einen Träger wollte, wurde die Verantwortlichkeit kurzerhand an die Caritas übertragen. Das habe die Planungen bis zu diesem Zeitpunkt natürlich zurückgeworfen, erzählt Marlies Mulder. Die Entscheidung, die Kita in einer Holzrahmenbauweise zu errichten, bedeutete zudem, dass man auf dem Grundstück in direkter Nachbarschaft zum Stadtpark zunächst einmal keinen Baufortschritt erkennen konnte. Und dann verteuerte sich das Projekt, weil der Kindergarten in ökologischer Bauweise errichtet werden sollte. Über diese Mehrkosten musste die Stadt zunächst entscheiden. So kam es, dass die Kita statt im Sommer 1994 erst im Sommer 1995 eröffnet wurde. Da der Bedarf trotzdem groß war, richtete der Caritasverband an der Parkstraße eine Notgruppe mit 15 Kindern ein.

Im „Kleinen Prinzen“ gab es dann – und das war in Ochtrup eine Premiere – erstmals eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren. Deren Leitung übernahm damals die heutige Leiterin Claudia Lewejohann.

Für sie wie auch Marlies Mulder und die anderen Erzieherinnen der neuen Kita galt es, mitunter dicke Bretter zu bohren. „Die konservative Einstellung mancher Eltern war anfangs schon schwierig“, berichtet Marlies Mulder. Andererseits gab es viele Besucher, die das pädagogische Konzept der Einrichtung kennenlernen wollten. Zudem habe es eine „belebende Zusammenarbeit“ mit der sozialpädagogischen Fachschule Steinfurt gegeben.

Mittlerweile hat der „Kleine Prinz“ keine Sonderstellung mehr, was den ökologischen und integrativen Ansatz angeht. In allen anderen Kitas gibt es ebenfalls U3- oder sogar U2-Gruppen. Doch die Einrichtung, die übrigens eines der ersten Familienzentren in NRW war und bereits seit vier Jahren erweiterte Öffnungszeiten anbietet, ist angekommen bei den Töpferstädtern. Mittlerweile besucht auch hier schon der Nachwuchs ehemaliger Kindergartenkinder den „Kleinen Prinzen“. Viel Zeit im Freien werden auch sie während ihrer Kindergartenzeit verbringen. Und auch sie werden sich dreckig machen. Nur das Image des „Kleinen Prinzen“ ist wohl nach 25 Jahren ein anderes geworden – immer orientiert an den Bedürfnissen der Familien.

Startseite