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Der Kino-Sommer 2021 – erleben Kinos ihr Comeback?

Kunst und Kultur wurden von dem Corona-Ausbruch mit seinen immer wiederkehrenden Wellen und strengen Maßnahmen hart getroffen. Während die Gastronomie ihre Außenbereiche ausgebaut und Essen zum Mitnehmen angeboten hat, um über die Runden zu kommen, standen den Kinos nur wenig lukrative Alternativen zur Verfügung.

Aschendorff Medien

Foto: Christian Wiediger on Unsplash

Aber nicht nur bei den Kinos hakte es. Auch viele Filmproduktionen wurden auf Eis gelegt. Einerseits lohnte es sich nicht, einen Film in Zeiten wie diesen herauszubringen. Die Produzenten hätten aufgrund geschlossener Filmtheater nichts dafür einnehmen können. Andererseits sollte auch die Sicherheit der Film-Teams und Schauspieler nicht gefährdet werden. Viele Produktionsfirmen haben jedoch schnell einen Kompromiss gefunden, indem Sie ihre Filme stattdessen über Streamingdienste angeboten haben. Die Zuschauer konnten sich für einen stattlichen Preis in den eigenen vier Wänden Zugang zu den neusten Filmen verschaffen. Für viele ging dabei aber das Event-Gefühl verloren und der Preis lohnte sich nicht.

Vielerorts haben wir heute wieder niedrige Inzidenzen und mit der steigenden Zahl der Geimpften stellt sich die Frage, wie es diesen Sommer weitergehen wird. Vereinzelte Kinos bieten den Zuschauern schon wieder Zugang: Mit negativem Testergebnis oder Impfbescheinigung und begrenzten Sitzplätzen darf man wieder im Kino Platz nehmen.

Wie sieht das Kinoprogramm aktuell aus? Gibt es überhaupt eine Filmauswahl, für die es sich lohnt, ins Kino zu gehen?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

Platzwahl

Für jedes gekaufte Recht, einen Film zeigen zu dürfen, müssen Kinos entsprechend viele Plätze pro Vorstellung füllen, um Gewinn zu machen. Selbst mit den Corona-Lockerungen und den langsamen Öffnungen mancher Kinos liegt das Ziel in weiter Ferne, solange die Abstandregeln viele Plätze leer lassen.

Programm

Vor allem das ständige Verschieben diverser Prämieren, die zu regulären Zeiten die Massen ins Kino gezogen hätten, wie der neuste Teil der James Bond Reihe „Keine Zeit zu sterben“, dessen Veröffentlichung inzwischen schon viermal verschoben wurde, hindert die Kinos daran, Geld einzunehmen.

In der Branche planen die Besitzer ihr Programm in der Regel lange Zeit im Voraus. Die schwankenden Öffnungsregeln und abgesagten Prämieren machten es den Kinos besonders schwer. Internationale Blockbuster scheinen aus dem Programm weitestgehend verschwunden zu sein. Dafür sieht man mehr deutsche Filme und Kultur-Kino, deren Zuschauerzahlen wachsen, da mehr Kinofans gezwungenermaßen auf sie zurückgreifen. Das Kinoprogramm im Cineplex Münster reguliert sich jedoch langsam, aber sich wieder. Blockbuster wie „Godzilla vs. Kong“ und die Hoffnung auf den neuen Bond im Herbst zeigen eine gute Entwicklung.

Alternativen

Filmemacher und Kinoanbieter haben ihr Bestmögliches getan, um Geld einzunehmen oder sich zumindest in Erinnerung der Kinogäste zu halten. Viele Veranstaltungen wurden teilweise ins Netz verlegt. Darunter Filmpreise wie die Berlinale und die nominierten Filme. Auch das normale Programm wird von manchen Kinos online angeboten.

Viele Kinos haben an Wochenenden ihre Türen geöffnet oder Stände aufgebaut, um an ihnen Popcorn und Gutscheine zu verkaufen. Den Willen der Kinofans, ihre lokalen Stammkinos zu unterstützen, würde man spüren, sagt Kinobesitzer Tobias Rossmann aus Oldenburg.

Ein Hoffnungsblick

Es ist schwer zu sagen, wie viele Kinos am Ende der Pandemie noch stehen werden. Die Meldepflicht für Überschuldung wurde mit dem Aussetzen der Insolvenzantragspflicht vorerst pausiert und die Möglichkeit für weitere finanzielle Unterstützung vom Staat steht noch im Raum. Während die Besucher versuchen, ihre Kinos zu unterstützen, ist es für diese weiterhin schwer, genug Geld einzunehmen, um Betriebskosten und Lizenzgebühren zu finanzieren. Kinos haben 2020 69 % weniger Einnahmen als im Vergleich zum Vorjahr generiert.

Zurückkehrende Blockbuster und Publikumsmagneten, durch die sich die Verlustspanne zumindest reduziert, ausgeklügelte Hygienemaßnahmen und alternative Distributionswegen geben allerdings Hoffnung, dass die meisten Kinos die Pandemie überleben werden.

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