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Filmpreise

Stars gehen Reformen bei Golden Globes nicht weit genug

Die Golden Globes stehen schon länger in der Kritik. Einige Hollywoodstars wie Scarlett Johansson oder Mark Ruffalo beklagen fehlende Diversität und Sexismus.

dpa

Die Golden Globe Awards sollen reformiert werden. Foto: Chris Pizzello

Los Angeles (dpa) - Mehrere Stars und wichtige Firmen in Hollywood haben angekündigte Reformen bei den Golden Globes als nicht weitreichend genug kritisiert.

Netflix und Amazon kündigten an, die Zusammenarbeit mit dem Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA/Hollywood Foreign Press Association) weiter ausgesetzt zu lassen. Das könnte unter anderem bedeuten, dass von Produktionen dieser Unternehmen niemand an der Preisverleihung teilnimmt. Netflix-Titel hatten im Februar in zehn Kategorien den Golden Globe gewonnen.

Die Preise waren durch die HFPA in diesem Jahr am 28. Februar verliehen worden. Im Vorfeld hatte es heftige Kritik gegeben, etwa wegen fehlender Diversität und intransparenter Mitgliedschaftskriterien. Nach einem Bericht der «Los Angeles Times» gehören der Preis-Jury keine Schwarzen an.

Schauspielerin Scarlett Johansson (36, «Marriage Story») sagte am Samstag, dass sie bei Pressekonferenzen der HFPA häufig sexistische Fragen gestellt bekommen habe. «Das ist exakt der Grund, weshalb ich es seit vielen Jahren ablehne, an deren Konferenzen teilzunehmen», erklärte Johansson bei «Variety». Ohne wirklich grundlegende Reformen sei es ihrer Meinung nach an der Zeit, «einen Schritt von der HFPA zurückzutreten».

Die knapp 90 Mitglieder der HFPA hatten am Donnerstag einen umfassenden Änderungsvorschlag des Vorstands angenommen. Demnach will der kleine Verband in 2021 mindestens 20 neue Mitglieder aufnehmen, vorrangig Afroamerikaner, und innerhalb von 18 Monaten die Zahl der Mitglieder verdoppeln. Auch soll es für ausländische Journalisten neue Richtlinien geben, etwa in Bezug auf Einladungen zu Filmevents. Die Annahme von Werbegeschenken ist künftig verboten.

Viele in Hollywood empfinden diese Schritte als nicht weitreichend genug und zu wenig verbindlich. Außerdem würden sie oft frühestens von Herbst an greifen und hätten somit nur wenig Auswirkungen auf Nominierungen der kommenden Saison. Auch die «Time's Up»-Organisation gegen Diskriminierung und ein Zusammenschluss von rund 100 wichtigen PR-Firmen bestätigten ähnliche Stopps für die Zusammenarbeit mit der HFPA wie Amazon und Netflix. «Time's Up» kritisierte, dass die Juroren zu keinem Nachweis verpflichtet seien, die nominierten Filme gesehen zu haben.

Schauspieler Mark Ruffalo (53, «Spotlight») erklärte am Freitagabend bei Twitter: «Es ist enttäuschend zu sehen, dass sich die HFPA, die durch ihre Verflechtungen mit Filmemachern und Schauspielern Berühmtheit erlangte und erheblich von ihnen profitierte, den Veränderungen verweigert, die von ihr gefordert werden.»

© dpa-infocom, dpa:210509-99-529272/5

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