Harte Töne

Autumn Bride und Ewïg Frost: Metal mit Wiener Schmäh

Heavy Metal aus Österreich ist ungefähr so ungewohnt wie Alphornbläser auf Hawaii. Doch zwei Bands aus Wien bringen den Ostrand der Alpen durchaus zum Wackeln.

dpa

Autumn Bride haben mit «Undying» ihr Debütalbum veröffentlicht. Foto: dpa

Wien (dpa) - Es gibt sie tatsächlich - eine Heavy-Metal-Szene in Österreich. Und die wird von mindestens zwei Bands, die ihre neuen Alben zeitgleich auf den Markt gebracht haben, bestens bedient.

Ein kleiner Unterschied ist schon gleich zu Beginn festzustellen - während die Band Ewïg Frost schon seit 2003 aktiv ist und mit «Aïn’t No Saïnt» schon ihr sechstes Album fertiggestellt haben, feiert das erst fünf Jahre alte Quartett Autumn Bride mit «Undying» sein Debütalbum.

Eigentlich entstand Autumn Bride als Nebenprojekt, die Band sei «aus Spaß an der Musik» gegründet worden, erinnert sich Sängerin Suzy Pointinger, die zuvor bei einer Iron-Maiden-Tribute-Band für harte Töne gesorgt hatte. Schon beim ersten gemeinsamen Song mit ihren Partnern sei ihr klar geworden: «Hier wächst etwas Großes heran.»

Inzwischen haben sie einen eigenen Sound kreiert, den sie selbst als Symphonic Metal bezeichnen, inspiriert unter anderem von den Death- und Gothic-Metallern von Paradise Lost, den Alternativ-Rockern von Evanescence oder der legendären Metal-Band Black Sabbath. Ihre erste Single «Guardian Angels» sorgte 2019 für Aufsehen in der Metal-Welt. Kurz darauf folgte die zweite Single «Fear and Devotion», deren Video wiederum die Grundlage für das neue Album legte.

«Undying» - bezieht sich auf die im Video dargestellte mystische Gestalt der Autumn Bride, die nach Pointingers Worten «den Tod und zugleich das ewige Leben verkörpert». Sie sei ein Wesen «voll Furcht, aber auch voll Hingabe, voll Liebe». und dies seien die essenziellen Themen der Band.

Ganz anders dagegen die Veteranen von Ewïg Frost, die nach eigenem Bekenntnis «das brennende Verlangen nach Rock 'n' Roll aus der Hölle emporgetrieben» habe. Frontman Nïïtro, der auch die Songs komponiert, wildert dabei im Jagdgebiet von Bands wie Motörhead, Discharge oder Venom.

Ihren Musikstil beschreiben sie als Speed Metal, lassen dabei auf der Bühne infernale Motoren aufheulen, um mit Vollgas durch eine postapokalyptische Welt zu rasen. Dass sie dabei noch einige Blues-Klänge einbauen, macht ihren Sound zu etwas Besonderem.

Doch die Österreicher wären keine Österreicher, wenn sie nicht auch ihren Wiener Charme und Schmäh spielen ließen. Denn zwei Songs sind im Wiener Dialekt gehalten, eine ganz besondere Form, die durchaus die Bezeichnung Ösi-Metal verdienen würde.

Nïïtro ist mit dem Album zufrieden: «Es ist mir noch nie so gut gelungen, meinen vielfältigen Musikgeschmack so natürlich und stimmig in ein Album zu verpacken. It’s not about trying hard. It’s about dying hard!»

© dpa-infocom, dpa:210330-99-22515/4

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