Neues Album

Broilers trösten mit «Puro Amor»

Auch wenn es nicht der Plan der Düsseldorfer Punks Broilers war: Viele Songs von «Puro Amor» passen zu den tristen Corona-Tagen. Für die Zeit nach der Pandemie hat Frontmann Sammy Amara große Pläne.

dpa

Zum Warten verdammt: die Broilers. Foto: Robert Eikelpoth

Berlin (dpa) - Mit Songs wie «Gib das Schiff nicht auf!» und «Alles wird wieder Ok!» vom neuen Album «Puro Amor» liefern die Broilers den Soundtrack für das schier endlose Warten in Corona-Zeiten.

Geplant sei das aber nicht gewesen, betont Sänger Sammy Amara im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: «Ironischerweise sind die ersten beiden Singles, die man durchaus Corona-thematisch verorten würde, nämlich 'Gib das Schiff nicht auf' und der 'Alles wird wieder Ok!', vor der Pandemie entstanden.»

Viel vorgenommen hatten sich die Broilers für 2020: erst die Album-Veröffentlichung, dann eine Reihe von Open-Air-Festivals. «Aber dann kam Corona und die ganzen Absagen», bedauert Amara ein gutes Jahr später. Ab dem Punkt habe er damals «kein wirkliches Ziel mehr» gehabt. «Ich hatte nichts mehr, worüber ich schreiben konnte», sagt er. Den Stillstand in der ersten Welle verbrachte er demzufolge mit Aufräumen.

Alles was dann an Liedern dazugekommen sei, «ist nur schwer auf die Pandemie zu münzen», betont der Broilers-Frontmann. In «An allen anderen Tagen nicht (Lebe, Du stirbst!)» verarbeitet Amara demnach etwa den Tod von zwei Freunden. «Der Song ist erst zum Schluss entstanden», sagt er. «Das war ganz, ganz schwierig.»

Eine Tour soll es zum Album geben - ob sie wie geplant im Sommer dieses Jahres stattfinden kann, sieht Amara skeptisch: «Tag für Tag wird mein Einsatz geringer, den ich darauf wetten würde, dass die Tour stattfindet», sagt der Sänger.

Ein Konzert unter Pandemie-Auflagen passt nach seiner Einschätzung ohnehin nicht zu der Punkband aus Düsseldorf. Wenn Corona überwunden ist, soll es aber wieder richtig losgehen: «Ich möchte laute Broilers-Konzerte mit Spucke, Umarmungen und 'Sauf aus meinem Bier'», sagt er. «Wenn das so nicht möglich ist, habe ich da auch fast keinen Bock darauf.»

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