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Rutschgefahr

Fahren auf Eis und Schnee: Mit Vorsicht und viel Gefühl

München (dpa/tmn)

Im Winter ist vorausschauendes Fahren besonders wichtig. Wenn Eis und Schnee noch mehr Gefühl von Fahrerinnen und Fahrern abverlangen, ist Anpassen angesagt.

Von dpa

Auf Eis und Schnee helfen in modernen Autos elektronische Helfer wie ESP - mehr Gefühl und Vorsicht helfen, dass sie erst gar nicht zum Einsatz kommen. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Winterwunderland oder Winterhölle? Das kann bei Eis und Schnee im Straßenverkehr eng beieinander liegen. Vorausschauendes Fahren ist jetzt noch mehr gefragt als sonst. Folgende Fragen sind unter anderem nun laut GTÜ noch wichtiger:

- Wo könnten unerwartet plötzlich Fußgänger oder Radler auftauchen?

- Passt die Geschwindigkeit zur nächsten Kurve?

- Könnte es an den schattigen Stellen einer Waldpassage nasses Laub oder schon Glatteis geben bei Temperaturen um den Gefrierpunkt?

Für Kurven gilt: Rechtzeitig vorher den Fuß vom Gas nehmen und mit angepasstem Tempo durchfahren. Nach Möglichkeit weder beschleunigen noch bremsen, sondern das Tempo halten. Nicht ruckartig lenken, sondern mit Gefühl.

Die Kurve wird plötzlich sehr, sehr eng - was tun?

Was man tun kann, wenn das Auto in der Kurve ins Rutschen kommt, lässt sich nicht einfach beantworten. «Das muss ich üben mit meinem Auto», sagt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Es hängt unter anderem von der Antriebsart ab.

In der Regel schieben Autos mit Frontantrieb über die Vorderräder in Richtung Kurvenäußeres - sie untersteuern. Pauschal kann man hier Gas wegnehmen und das Auto so wieder auf Kurs zu bringen. Hat das Auto ein Antiblockiersystem (ABS) kann auch leicht gebremst werden, so die GTÜ. Damit bleiben die Räder beim Bremsen lenkbar.

Ein Wagen mit Heckantrieb übersteuert, sein Heck tendiert zum Ausbrechen. Auskuppeln kann hier eine Gewichtsverlagerung auf die Antriebsachse bewirken, so dass sie wieder Traktion hat. Auch Gegenlenken kann so ein Auto wieder auf Kurs bringen.

Das will geübt sein, etwa in Sicherheitstrainings. Das gilt auch für die Möglichkeit, das Auto mit gezielten Gasstößen zu stabilisieren, was man eher Könnern überlassen sollte, so die GTÜ.

Elektronische Helfer an Bord? Gut, aber sie sind kein Allheilmittel

Allradautos haben Vorteile beim Anfahren und in Kurven eine höhere Stabilität. Denn sie verteilen sie die Antriebskräfte gleichmäßiger auf die Räder. Beim Bremsen bieten sie keine Vorteile.

Gut, wer in solchen Situationen ein modernes Auto nicht nur mit ABS, sondern auch mit dem Stabilitätsprogramm ESP hat. Das kann instabile Autos wieder durch das Einbremsen einzelner Räder wieder stabilisieren, was ein Schleudern verhindern kann.

So hilfreich diese Systeme aber auch sind: Auch sie können die Gesetze der Physik nicht außer Kraft setzen.

Üben, üben, üben

Wer noch wenig Auto-Erfahrung auf Schnee hat, sucht sich vielleicht bei entsprechender Witterung einen freien Platz zum Üben, wo man niemanden gefährdet. «Da sollte ich mal ausprobieren, wie das Auto auf Schnee reagiert», sagt Lucà. «Wie fühlt es sich an, wenn schon beim Antippen des Bremspedals das ABS reingeht?»

Am besten eignen sich aber spezielle Winterfahrtrainings mit dem eigenen Auto, so die Experten. So kann man laut GTÜ nachher besser mit Überraschungen im echten Straßenverkehr umgehen.

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