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Kompakt-SUV

Japanische Ästhetik an der Ladesäule: Nissans Ariya im Test

Berlin (dpa-infocom)

Seine Technik ist nur gehobener Durchschnitt. Damit der neue Ariya unter den kompakten E-SUVs trotzdem auffällt, setzt Nissan auf ein besonderes Ambiente. Aber wird das im Rennen gegen VW ID4, Mustang Mach-E und Skoda Enyaq reichen?

Von dpa

Mit dem neuen Ariya meldet sich Nissan im Segment der elektrischen Kompakt-SUVs zurück. Dabei setzen die Japaner vor allem auf Ästhetik. Foto: Nissan/dpa-mag

Seinen ersten Auftritt als Studie hatte der Nissan Ariya schon vor drei Jahren auf der Motorshow in Tokyo. Und bereits 2020 wurde der kompakte E-SUV als Serienversion präsentiert. Doch weil sie auch im Fernen Osten mit der Chipkrise zu kämpfen hatten, kommt der Hoffnungsträger zu Preisen ab etwa 47.000 Euro erst in diesem Herbst in den Handel.

Vor etwa zehn Jahren hatten die Japaner mit dem Leaf eines der erfolgreichsten Elektroautos am Start. Doch weil danach lange nichts mehr kam, überließen sie der Konkurrenz das Feld. Der Ariya trifft deshalb jetzt auf ein dicht besetztes Segment, in dem sich nicht nur der VW ID4, der Skoda Enyaq und der Mustang Mach E tummeln. Auch der Renault Mégane E-Tech, der sich mit dem Ariya eine Plattform teilt, dürfte den Wettstreit befeuern. Denn der Renault ist zwar zwei handbreit kürzer und in der Basisversion nicht ganz so stark, dafür aber ein Drittel billiger.

Mit starkem Charakter gegen große Konkurrenz

Nissan weiß um seinen späten Start und hat dem Ariya deshalb einen starken Charakter gegeben. Außen mag der 4,60 Meter lange Stromer mit seiner klassischen SUV-Optik noch vergleichsweise gewöhnlich wirken. Zumal ihn im Ringen um die Reichweite ein möglichst niedriger Luftwiderstand zu einer Coupé-Linie zwingt. Auch das glatte Kunststoffvisier anstelle eines Kühlergrills ist spätestens seit dem Opel Mokka nichts Besonderes mehr.

Doch innen trumpft Nissan dafür richtig auf. Zu erwähnen ist hier vor allem die minimalistische, aber leicht verzierte Konsole. Unterstrichen wird das typisch japanische Ambiente durch Schalter, die in der Verkleidung eingelassen sind. Und natürlich bietet der Ariya dank der Elektro-Plattform viel Platz auf allen Plätzen und mit 468 Litern ausreichend Kofferraum. Mit dem Head-up-Display und dem Infotainment-System samt Sprachassistentin Alexa ist der Ästhet zudem digital voll ausgereift.

Darüber hinaus überrascht er mit zwei smarten Gimmicks. So lässt sich die wuchtige Konsole zwischen den Sitzen elektrisch verschieben. Und auf Knopfdruck surrt neben dem Handschuhfach noch eine zweite Schublade aus dem Armaturenbrett, die mit einem speziellen Deckel zum kleinen Schreibtisch wird.

Keine Überraschung unter dem Blech

So ungewöhnlich der Innenraum, so konventionell ist der Antrieb des Ariya. Er kommt zunächst in drei Konfigurationen: Das Basismodell fährt mit einem 160 KW/218 PS starken E-Motor an der Vorderachse und einem Akku von 63 kW/h, der für 403 Kilometer reichen soll. Den gleichen Motor gibt es auch mit einem 87-kWh-Akku und rund 500 Kilometern Reichweite. Im Topmodell kombinieren die Japaner schließlich den großen Akku mit einem zweiten Motor und kommen dann bei Allradantrieb auf 290 kW/394 PS und einen Aktionsradius von 460 Kilometern. Geladen wird mit bis zu 130 kW, so dass auch der große Akku binnen 40 Minuten den Sprung von zehn auf 80 Prozent schafft.

Handlich und schnell

Was angenehm auffällt, ist das handliche Fahrverhalten des Japaners. Für sein Format ist er erstaunlich wendig und geht deshalb besonders leicht ums Eck. Und mit dem umgänglichen Fahrwerk verlieren selbst schlechte Straßen ihren Schrecken. Aber nicht nur das Rangieren ist einfach. Sondern der Nissan macht auch Tempo, fährt schon in der Basisversion 160 km/h und schafft mit dem doppelten Motor immerhin 200 Sachen.

Außerdem ist die Rekuperation einfach zu handhaben. Während man sich bei der Konkurrenz durch viele Stufen schalten muss, gibt es im Ariya nur zwei: Entweder bremst der Crossover so, wie man es von Qashqai und Co gewohnt ist, oder man aktiviert mit einem Schalter das e-Pedal und fährt dann nahezu ohne mechanische Bremse.

Fazit: Endlich wieder im Rennen

Mit dem Leaf hat Nissan der Elektromobilität zwar den Weg bereitet, danach aber der Konkurrenz die Führung überlassen. Zurück an die Spitze fahren sie mit ihrem neuen Hoffnungsträger zwar nicht. Dafür sind andere Autos billiger, laden schneller, fahren weiter oder haben die attraktiveren Assistenten. Doch stilvoll und geräumig gestaltet und mit alltagstauglichem Antrieb ausgestattet ist der Vorreiter jetzt zumindest zurück im Rennen.

Datenblatt: Nissan Aria

Motor und AntriebElektroantrieb
Max. Leistung:160 kW/218 PS
Max. Drehmoment:300 Nm
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Eingang-Getriebe

Maße und Gewichte
Länge:4595 mm
Breite:1850 mm
Höhe:1660 mm
Radstand:2775 mm
Leergewicht:ca. 1800 kg
Zuladung:k.A.
Kofferraumvolumen:468 Liter

Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:7,5 s
Durchschnittsverbrauch:k.A.
Reichweite:ca. 400 km
Batteriekapazität:63 kWh
CO2-Emission:0 g/km
Kraftstoff:Strom
Schadstoffklasse:k.A.
Effizienzklasse:A+

Kosten:
Basispreis der Modellreihe:ca. 47.000 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:0 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sechs Airbags, Tempomat, Spurhalte-Assistent
Komfort:Klimaanlage, Touchpad-Bedienung, Head-Up-Display

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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