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Sonderveröffentlichung

Wie erkennt man ein seriöses Bauunternehmen?

Für den Bau eines Eigenheims ist die Beauftragung eines Bauunternehmens ein wichtiger Schritt. Die Firma muss gut ausgewählt werden, denn Fehler hier können den Bauherren am Ende sehr viel Geld kosten. Massive Mängel am Bau zeigen sich leider oft erst einige Zeit nach der Bauabnahme. Eine Gewährleistung scheitert dann manchmal daran, dass das beauftragte Unternehmen inzwischen in die Insolvenz gegangen ist. Vermieden wird dieser Stress, wenn Bauherren von Beginn an ein seriöses Bauunternehmen beauftragt haben.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Bauen auf verschiedene Arten

Nicht immer ist Hausbau gleich Hausbau. Denn ein Eigenheim kann auf unterschiedliche Arten errichtet werden. Die Variante mit dem meisten Aufwand ist die, bei der jedes einzelne Gewerk vom Bauherrn bei den verschiedenen Handwerksfirmen beauftragt wird. Er muss dann Leistungen und Baufortschritt selbst kontrollieren. Die Arbeiten hängen meist voneinander ab. Gute Planung ist also wichtig. Bauherren, die sich das nicht zutrauen, setzen am besten auf einen Baupartner. Der übernimmt dann diese Aufgaben. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein Generalübernehmer ist auch als Bauträger oder als Totalübernehmer bekannt. Er sucht nach Grundstücken und entwickelt eigene Bauprojekte. Die Bauweise ist vollkommen eigenständig.. Eigenheime werden vor oder während der Bauphase oder in manchen Fällen nach der Fertigstellung an den neuen Eigentümer vermittelt.

Vorteil für den Bauherren: Er hat nur einen festen Ansprechpartner, selbst dann, wenn auf der Baustelle Handwerksunternehmen arbeiten. Der Ansprechpartner koordiniert und kontrolliert als Generalübernehmer alle Leistungen der Subunternehmen und trägt die Verantwortung für deren Qualität seiner Subunternehmen. Eine andere Variante ist die des Generalunternehmers. Dessen Aufgaben beginnen erst ab dem Moment, in dem der Bauherr sein Grundstück gekauft hat und den Generalunternehmer mit dem Bau beauftragt. Auch hier liegt der gesamte Baufortschritt in einer Hand. Der Unternehmer beauftragt die einzelnen Subunternehmen, kümmert sich um die Belange auf der Baustelle und steht für die Bauleistung gerade. Der Bauherr wiederum hat seinen festen Ansprechpartner.

Noch etwas anspruchsvoller ist die Möglichkeit, einen Architekten zu beauftragen. Er sorgt für die Gestaltung des Eigenheims und tritt im Prinzip wie ein Generalunternehmer auf. Das bedeutet, Planung und Koordination sowie die Zusammenarbeit mit den Subunternehmen liegen in der Verantwortung des Architekten. Meistens ist das etwas kostspieliger. Dafür lassen sich so auch oft sehr individuelle Wünsche bei der Gestaltung realisieren.

Baupartner sorgfältig wählen

Ganz gleich, für welchen Partner sich Bauherren entscheiden: Das Bauunternehmen müssen sie kritisch unter die Lupe nehmen. Das bedeutet, umfangreiche Recherchen anzustellen. Ohne diese ist es kaum möglich, ein passendes Unternehmen zu finden. Angebote zu vergleichen, kann allerdings sehr schwierig sein. Sehr oft unterscheiden sich die angebotenen Leistungen von Unternehmen zu Unternehmen. Das reicht von den Außenmauern samt Putz und Dämmung über das Dach bis zum Innenausbau inklusive Elektrik und Sanitär. Erste Anzeichen für einen schlechten Bauunternehmer machen sich damit bemerkbar, dass er andauernd zurück in die Werkstatt fahren muss, weil Werkzeuge oder Materialien wie beispielsweise ein Simmerring fehlen. Es bringt also gar nichts, auf billige Schnäppchen zu setzen. Seriöses Bauen kostet Geld. In die Recherche sollten deshalb auch die Preise einbezogen werden. Nur so lässt sich erkennen, wo eine Firma satte Aufschläge macht und wo sie mit unrealistischen Dumpingpreisen trickst.

Die Musterhäuser der Firmen zeigen nicht immer das ganze Bild. Vor allem bieten sie keine Garantie dafür, dass der Bau auch tatsächlich so umgesetzt wird.

Ein realistischeres Bild zeichnen Referenzbauten, nach denen sich Bauherren erkundigen können. Ein seriöses Bauunternehmen in Gießen übergibt zum Beispiel auf Nachfrage eine Auswahl von Projekten. Oder sie wurden sogar auf der Webseite im Internet zusammengestellt. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ehemalige Kunden des Unternehmens nach ihren Erfahrungen zu fragen. Bringt das nicht die gewünschten Informationen, helfen Anfragen beim Bauherren Schutzbund, dem Verband privater Bauherren oder bei der Verbraucherzentrale.

Verträge besser individuell gestalten

Viele Baufirmen arbeiten mit Musterverträgen. Bauherren sollten sich allerdings genau überlegen, ob sie einen solchen Vertrag unterzeichnen wollen. Immerhin ist der Bau eines Eigenheims eine sehr individuelle Sache. Deshalb sollte auch der Bauvertrag individuell gestaltet sein. Beinahe die Hälfte der Musterverträge beantwortet wichtige Fragen zu Bestandteilen klar und deutlich. Das ergab eine Untersuchung des Bauherren-Schutzbunds. Oft fehlen Abmachungen zum Umfang der Leistungen, zur Qualität der Baustoffe und zum Termin der Fertigstellung. Gibt es keine eindeutigen Regelungen, wird es sehr schwer, zum Beispiel bei Verzögerungen am Bau gerichtlich gegen ein Unternehmen vorzugehen und so sein Recht als Bauherr einzuklagen. Besonders bei Terminen sollten Bauherren deshalb auf klare Aussagen bestehen. Ein seriöses Bauunternehmen in Gießen nennt exakte Termine, sowohl für den Beginn des Baus als auch für die Fertigstellung.

Weitere Merkmale für einen seriösen Anbieter: Art und Qualität der verwendeten Baustoffe werden im Detail beschrieben. Dem Bauherrn wird zu jeder Zeit ein Zugang zu seinem Grundstück gewährt. Dort kann er die einzelnen Bauphasen während der Bauzeit begutachten und unter Umständen auch von einem Sachverständigen prüfen lassen. Außerdem wird ein seriöses Bauunternehmen den Bauherren nicht zur sofortigen Unterzeichnung des Bauvertrages drängen. Gute Firmen geben ihren Kunden Zeit, sich mit einem Bauherrenberater, einem Anwalt oder mit anderen Experten in Verbindung zu setzen und den Bauvertrag intensiv prüfen zu lassen. Erst wenn klar ist, dass es zum Beispiel keine versteckten Kosten gibt, kann die Entscheidung fallen und der Bauvertrag unterzeichnet werden

Vereinbarungen über Vorauszahlungen und Erfüllungsbürgschaft

Bauherren auf der Suche nach einem vertrauenswürdigen Bauunternehmen in Gießen müssen für ihre eigene Sicherheit auf ihre Vorauszahlungen achten. Die Termine dafür werden in der Regel im Bauvertrag festgeschrieben. Aber ein Zahlungsplan, der Zahlungen bereits vor dem Start der Bauphase verlangt, muss mit Vorsicht betrachtet werden. Üblich sind Ratenzahlungen, die nach dem Abschluss jeder Bauphase fällig werden. Zuvor muss allerdings klar sein, dass es keine Mängel gibt. Das schützt auch bei der Insolvenz des Bauunternehmens. Geht die Firma pleite, fallen nur die bis dahin aufgelaufenen Kosten an.

Sicherheit für den Bauherrn bringt darüber hinaus eine Erfüllungsbürgschaft. Auch sie schützt bei der Insolvenz des Auftragnehmers. Kann die Baufirma im Fall der Fälle zu Unrecht gezahltes Geld nicht zurückzahlen, springt ihre Bank ein. Wehren sich Baufirma oder Bank gegen diese Forderung, ist Vorsicht geboten.

Bezahlen nach Baufortschritt

Ein Zahlungsplan folgt klassischerweise dem Baufortschritt. Ist die Leistung erbracht, nimmt sie der Bauherr ab und zahlt. Der Bauunternehmer darf Abschlagszahlungen immer in Höhe der erbrachten Leistungen verlangen. Maximal schuldet ihm sein Auftraggeber jedoch nur bis zu 90 Prozent der gesamten Kosten. Trotz der vertraglich vereinbarten Vergütung muss der Bauunternehmer eine rechtssichere Rechnung aufstellen. Diese muss nachvollziehbar sein.

Bei einem privaten Bauvertrag leistet die Baufirma dem Bauherrn eine Sicherheit von 5 Prozent der Gesamtsumme. Fällig wird sie mit dem ersten Abschlag. Das kann etwa durch die Einbehaltung des Betrages bei Zahlung erfolgen. Die von der Gesamtrechnung durch den Bauherrn einbehaltenen 10 Prozent muss dieser erst zahlen, wenn das Eigenheim frei von Mängeln ist und wie vertraglich vereinbart komplett übergeben wird.

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