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40 Jahre digitaler Smiley

Wenn einem die Worte fehlen bei den ganz großen Gefühlen

Münster

Der Smiley erschien vor 40 Jahren zum ersten Mal  auf einem Bildschirm. Ein Computerwissenschaftler veränderte mit einer Tastenkombination die weltweite Kommunikation – und unser persönliches Schreibverhalten.

Die Emojis feiern ihren 40. Geburtstag. Heute sind sie aus der digitalen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Foto: dpa

Das ist doch das passende Emoji zum runden Geburtstag, oder? Das mit dem grinsenden Gesicht. Meistgenutzt,  drückt es Freude oder Aufregung aus. Es geht allerdings auch das lächelnde Gesicht mit den herzförmigen Augen. Es steht für Zuneigung und starke Gefühle. Wer in sein Smartphone eine Chatnachricht tippt, kann sich die Worte sparen. Ein gelbes, breites Gesicht ohne Haare reicht aus, um  die Botschaft oder Gefühlslage mitzuteilen.

Die Geburtsstunde der Emojis (Japanisch für Bild-Schrift-Zeichen) ist vor 40 Jahren: Damals erscheint der digitale Smiley zum ersten Mal als Tastenkombination auf einem Bildschirm. Heute läuft in der digitalen Kommunikation nichts ohne ihn. Und wenn er im Chat fehlt, wirkt es fast kaltherzig.

Drei Satzzeichen verändern die Kommunikation

Die alten Ägypter würden vielleicht den Nerd-Emoji drücken, weil sich inzwischen die ganze Welt  mit Bildern verständigt. Ihre Hieroglyphen sind die Zeichen des ältesten bekannten ägyptischen Schriftsystems, so ab 3200 vor Christus. Hieroglyphen sind Schriftzeichen, die aus Bildern bestehen. Ein solches Bild kann für einen Laut, eine Silbe oder ein ganzes Wort stehen.

Computerwissenschaftler Scott Fahlmann tippt am 19. September 1982 die Kombination aus Doppelpunkt, Bindestrich und schließender Klammer in die Tasten und verschickte so den ersten elektronischen Smiley.  Drei Satzzeichen verändern  die Kommunikation. Es fehlen einem die Worte.

Die Geschichte der Smileys beginnt 20 Jahre vor ihrem Digital-Debüt.  Werbegrafiker Harvey Ball soll ein Symbol entwerfen, um die Arbeitsmoral in einer Versicherungsgesellschaft zu heben. Gelber Kreis, zwei Punkte als Augen, ein Halbkreis als Mund: Der Smiley wird zur internationalen Ikone. Ball selbst vergeht das Lachen. Er bekommt 45 Dollar für den Entwurf und verzichtet darauf, ein Patent anzumelden.

Der  Japaner Shigetaka Kurita programmiert für ein Telekommunikationsunternehmen 176 Schriftzeichen, die sich zusätzlich zu den damals begrenzten Schriftzeichen pro SMS verwenden lassen. Die Emojis, Smileys mit vielen  Gesichtsausdrücken, erobern die Welt. Die Kollektion erreicht beachtliche Größe. Der Nachrichtendienst WhatsApp bietet über 3600 Bildzeichen an. Tendenz steigend.  Erfolg durch Einfachheit.   Man braucht keine Wörter,  Codes, Menüs –  drauflos tippen reicht. Genial, also: Daumen hoch.

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