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Sicher und privat im Netz surfen – so geht’s

Jeder im Internet hinterlässt seine digitalen Fußabdrücke. Wer jedoch gerne seine Ruhe hätte, ohne dass ihm Datenkraken wie Facebook, Google und andere nach den Daten trachten, muss Vorkehrungen treffen. Schließlich geht es um sensible Informationen, Nutzerprofile, aufgerufene Websites, Suchanfragen und vieles mehr.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Der Blick über die Schulter

Wer die reale Welt verlässt und in die digitale eintreten will, der macht das über seine Internet-Provider. Dieser „leiht“ dem Nutzer seine IP, die in der Anfrage (Request) an andere Websites mitgesendet wird. Erst wenn diese Seiten dann eine Antwort (Response) sendet, kommt die Verbindung zustande. Der Internet-Provider speichert diese Aufrufe und hat somit ein Wissen über die besuchten Webseiten. Gleiches gilt für allerlei Werbetreibende und Webseitenbetreiber, die die Surfgewohnheiten des Nutzers im Netz aufzeichnen und so gezielt Werbeprofile erstellen.

Allein der Gedanke, dass da jemand durchgehend individuelle Daten über nahezu jeden User im Netz sammelt, ist für viele Menschen in Münster und der Region unangenehm. Insbesondere, da es nicht darum geht, Straftaten aufzuklären, sondern um gezielt Werbung auszuspielen. Dass das vielen Personen im Internet nicht einmal auffällt, zeigt, wie unbemerkt diese Überwachung abläuft.

Wie bleiben Menschen im Internet anonym?

Vollkommene Anonymität ist für Privatpersonen im Netz nicht möglich. Aber jeder kann sich diesem Idealzustand annähern. Eine Option hierzu ist, die Dienste, die bekannt für ihre umfangreiche Datensammlung sind, zu meiden. Besonders einfach funktioniert das mit der Wahl der Suchmaschine. Anstatt Google könnten User auf DuckDuckGo zurückgreifen. Der Anbieter liefert einwandfreie Suchergebnisse und schützt die Nutzerdaten.

Das Namensschild im Internet

Wie bereits erwähnt, ist die IP-Adresse gleichzusetzen mit einer postalischen Adresse, da sich mit dieser, Anwender eindeutig identifizieren lassen. Um zu verhindern, dass Aktivitäten anhand der IP getrackt werden, kann man diese verbergen. Eine Option dafür ist eine VPN-Verbindung. Denn ein virtuelles privates Network (VPN) verbindet sich mit einem VPN-Server, der eine andere IP-Adresse hat, als die des Internetanbieters. So kann der Internet-Provider zwar die ausgehende VPN-Verbindung feststellt, aber nicht mehr sehen, welche Seiten aufgerufen werden. Auch die angesteuerten Websites erhalten mit dem Request nicht die echte IP, sondern die des VPN-Anbieters. Bei NordVPN bieten sich als Beispiel mehr als 5.200 Server weltweit.

Schluss mit Cookies und Tracker

Doch trotz der VPN-Verbindung und der verschleierten IP-Adresse, werden weiterhin Cookies sowie andere Tracker gespeichert. Um diese loszuwerden, bieten sich alternative Browser an. Wie schon bei der Suchmaschine gilt es, die Anbieter auszuschließen, die für das aktive Sammeln von Daten bekannt sind. Es muss also ein unabhängiger Internet-Browser her, der eben nicht von Microsoft, Google, Facebook und Co. kommt. Eine sehr gute Option ist Brave. Mit den passenden Add-ons blockt dieser nicht nur Tracker, sondern deaktiviert websiteübergreifende Cookies und blockiert Werbung. Zudem aktualisiert dieser die Verbindungen automatisch auf HTTPS. Wer will, kann darüber hinaus ebenfalls Skripte blockieren.

Der Nutzer hat also einige Möglichkeiten, sich um seine Sicherheit im Netz zu kümmern. Oberste Priorität hat allerdings immer der achtsame Umgang mit persönlichen Daten. Denn egal, wie unauffällig sich Münsteraner durchs Netz bewegen; so bald Nutzerprofile angelegt, Social-Media-Netzwerke besucht oder Online-Einkäufe getätigt werden, fallen eindeutige Daten an. Diese können zwar nicht umgehend zur persönlichen Identifikation genutzt werden, dennoch lassen sich auch so User-Profile von Datensammlern erstellen.

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