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Kauftipps

Warum es nicht immer ein neues Notebook sein muss

Hamburg/München (dpa/tmn)

Wer ein Notebook kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Die Auswahl ist riesig. Nicht nur an Neugeräten: Der Markt für gebrauchte Laptops wächst. Verbraucher müssen mehr denn je wissen, was sie brauchen.

Von Claudius Lüder, dpa

Ist es nagelneu oder gebraucht? Das lässt sich gar nicht immer beantworten, denn aufbereitete (refurbished) Notebooks können fast wie neu aussehen, sind nur viel günstiger als neue Geräte. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Notebooks gehören nicht nur auf der Arbeit, sondern auch daheim längst zur Standardausstattung, wenn es um Computer geht. Doch Wer sich einen Laptop zulegen will, sieht sich einer Vielzahl von Angeboten gegenüber - sowohl für neue als auch für gebrauchte Geräte.

«Der Trend geht hin zu immer dünneren, flacheren Notebooks, die oft schon über eine sehr gute Grundausstattung verfügen», sagt Sven Schulz von der «Computer Bild». Für die meisten Interessentinnen und Interessenten sei auf den ersten Blick aber kaum erkennbar, wie gut ein Neugerät tatsächlich ist. Die vielen Logos auf den Verpackungen seien meist wenig aufschlussreich.

Vorauswahl treffen und Verarbeitung checken

Sich vor dem Kauf informieren ist daher Pflicht. «Wer sich ein neues, günstiges Notebook zulegen will, sollte sich vorher an Tests orientieren und eine Vorauswahl treffen», rät Schulz. Sinnvoll sei auch, das Gerät wenn möglich vorab im Handel zu begutachten. Wie ist es verarbeitet?

Sparen würden die Hersteller beispielsweise beim Display, was sich dann oft bei der Bildqualität bemerkbar mache, sagt Schulz. Bei vielen Laptops ist es zudem oft nicht möglich, den Rechner später aufzurüsten, weil Komponenten fest verlötet sind oder sich das Gerät nur schwer oder gar nicht öffnen lässt.

Teure Notebooks nutzt man länger

Da können dann hochwertigere Notebooks die bessere Wahl sein. «Wer mehr Geld investiert, kann ein Notebook länger nutzen», meint Schulz. «Eine weitere Möglichkeit ist, einen Laptop zu kaufen, bei dem sich der Arbeitsspeicher aufrüsten oder eine größere SSD nachrüsten lässt.» Das sei bei dünnen Modellen aber leider immer seltener der Fall.

Wer nicht viel mehr als 200 bis 400 Euro ausgeben will, sollte aber auch nach gebrauchten Geräten Ausschau halten, meint Matthias Wellendorf vom Onlinemagazin «Inside-digital.de»: «Wenn das Budget für den Kauf eines Notebooks nicht das größte ist, lohnt sich der Blick auf gebrauchte Geräte auf jeden Fall.»

Hochwertige Leasing-Rückläufer

Einen großen Anteil am Angebot hätten hier Business-Modelle, die etwa aus Leasing-Verträgen großer Unternehmen stammen, sagt Wellendorf. Bei Second-Hand-Geräten dieser Art handele es sich oft um hochwertige Rechner, die entsprechend gut verarbeitet und ausgerüstet seien. Wer einen gebrauchten Laptop kaufen will, kann und sollte also auf eine möglichst hochwertige Ausstattung achten.

Gebrauchte Modelle lohnen sich Sven Schulz zufolge vor allem dann, wenn der Kaufpreis deutlich unter dem eines vergleichbaren Neugerätes liegt.

Nachhaltiger ist die längere Nutzung gegenüber dem Neukauf allemal. Eine Quelle für Geräte dieser Art sind etwa die bekannten Onlinemarktplätze, Refurbished-Portale oder eben direkt die Seiten der Refurbished-Anbieter. «Professionelle Händler kaufen gebrauchte Notebooks in großen Stückzahlen auf und bieten sie nach der Aufbereitung dort als «refurbished» mit einer einjährigen Garantie an», erklärt Wellendorf.

Manche Refurbished-Angebote sind überteuert

Man muss bei den Angeboten aber genau hinschauen, auch und insbesondere bei großen Elektronik-Händlern, die inzwischen oft Refurbished-Ware anbieten, meint Wolfgang Pauler vom «Chip»-Fachmagazin: «Gebrauchte Notebooks von großen Händlern sind nach unserer Erfahrung selten preislich attraktiv. Die Hardware ist oft recht alt und steht oft nicht in einem sinnvollen Preis-Verhältnis zu neuen Produkten.»

Für den Kauf eines günstigen neuen Gerätes spricht auf jeden Fall die Aktualität vieler Komponenten. «Neue Lüfter sind leiser, außerdem ist das Betriebssystem auf dem neuesten Stand und das Display hat definitiv keine Kratzer», sagt Wellendorf. Auch der Akku sei dann neu. Abstriche müsste man möglicherweise etwa bei der Größe des Arbeitsspeichers machen oder bei der Leistungsfähigkeit des Prozessors.

Billig-Laptops mit Ausstattungsmängel

«Der Arbeitsspeicher beträgt meist nur vier Gigabyte und häufig werden anstelle der SSDs die günstigeren und langsameren eMMC-Module verbaut, die zudem fest verlötet sind», nennt Wellendorf typische Negativ-Ausstattungsbeispiele bei einem billigen neuen Laptop. Letztlich hängt es also sehr vom Bedarf ab, ob ein mehr oder weniger günstiges Neugerät oder ein gebrauchtes Notebook die bessere Wahl ist.

«Wer nur ein bisschen surfen und schreiben will, für den kann ein gebrauchtes Notebook schon für wenige Hundert Euro passend sein», meint Wellendorf. Wer allerdings aufwändige Grafikprogramme nutzen will oder Online-Spiele, der sollte nur in besonders hochwertiges Second-Hand-Gerät investieren und ansonsten eher auf ein Neugerät setzen.

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