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Aktiensparplan: Alle Vorteile und Nachteile im Überblick

Lange Zeit über war die Einmalanlage der einzige Weg, direkt in eine Aktie zu investieren. Mittlerweile gewinnen jedoch zunehmend Aktiensparpläne an Beliebtheit. Diese erlauben es Anlegern, über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßig in die Aktien eines Unternehmens zu investieren. Doch lohnen sich solche Aktiensparpläne überhaupt? Welche Vorteile bieten sie gegenüber dem herkömmlichen Aktienkauf und gibt es auch Nachteile? Hier wollen wir der Sache auf den Grund gehen.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Wie funktioniert ein Aktiensparplan?

Wer auf normalem Weg eine Aktie kaufen will, erwirbt die gewünschte Anzahl an Anteilen im Rahmen einer einmaligen Transaktion. Möchte man also Aktien für 5.000 Euro kaufen, erhält man durch die Einmalanlage genau so viele Aktien, wie zu jenem Zeitpunkt für 5.000 Euro gekauft werden können. In der Regel können nur ganze Aktien gekauft werden. Reicht das Geld also nicht, weil die Aktie zu teuer ist, hat man Pech gehabt.

Ein Aktiensparplan ist eine alternative Methode, in Aktien zu investieren. Anstatt nun die gesamten 5.000 Euro auf einen Schlag für den Aktienkauf zu nutzen, kann man stattdessen eine Sparrate festlegen. Über einen beliebig langen Zeitraum zahlt man nun als Anleger in diesen Sparplan ein und erhält dafür Anteile an der Aktie, für welche der Sparplan abgeschlossen worden ist.

Das Prinzip des Wertpapiersparplans ist nicht neu. Bereits seit Längerem wird diese Methode von vielen Anlegern genutzt, um in sogenannte Exchange Trades Funds (ETFs) zu investieren. Seit Neuestem bieten jedoch auch immer mehr Broker die Möglichkeit, entsprechende Sparpläne für bestimmte Aktien abzuschließen.

Aktiensparplan - Vorteil 1: Flexibilität durch Ratenzahlung

Der offensichtlichste Unterschied zwischen einem Sparplan und einer Einmalanlage ist, dass nicht auf einen Schlag eine einzige Summe investiert wird. Stattdessen erfolgt das Investment in Raten. Dies bietet den konkreten Vorteil, dass auch mit kleineren Summen in Aktien investiert werden kann.

Bei der Aktienanlage lohnt es sich aufgrund von Gebühren oftmals nicht, mit Kleinstbeträgen einzusteigen. Zwar gibt es keine feste Grenze, ab welcher sich der Aktienkauf lohnt. Jedoch wird oft empfohlen wenigstens ein paar Tausend Euro zu investieren. Für manche Anleger ist dies jedoch bereits sehr viel Geld.

Eine Investition in Raten durch einen Aktiensparplan kann hier eine gangbare Alternative darstellen. Bei einem Sparplan fallen nicht die gleichen Gebühren an wie bei einer Einmalanlage. Die Sparraten lassen sich je nach Depotanbieter unterschiedlich hoch oder niedrig ansetzen. Raten für deutlich unter 100 Euro sind meist kein Problem.

Auf Wunsch besteht zudem vielerorts später immer noch die Möglichkeit, die Rate anzupassen. Hat man mehr Geld zur Verfügung, kann man die Rate erhöhen. Eine Verringerung oder gar ein temporäres Aussetzen der Rate sind aber ebenso möglich. Hierdurch erweisen sich Aktiensparpläne als äußerst flexibel.

Aktiensparplan - Vorteil 2: Teure Aktien in Bruchstücken erwerben

Ein weiterer Vorteil von Aktiensparplänen ist, dass sie auch die Möglichkeit bieten, Aktien bruchstückweise zu erwerben. Dies ist besonders dann von Interesse, wenn es sich um sehr teure Aktien wie z. B. die von Amazon handelt. Anstatt nun beispielsweise eine einzelne Aktie für 3.000 Euro zu erwerben, kann man mit jeder Rate von 300 Euro 10 Prozent kaufen. Nach zehn solcher Ausführungen besitzt man als Anleger schließlich die vollen 100 Prozent der Aktie.

Im Übrigen behält man durch eine solche Stückelung auch das entsprechende Recht an der Dividende. Wer 50 Prozent einer Aktie besitzt, erhält demnach auch 50 Prozent der Dividende.

Aktiensparplan - Vorteil 3: Verringerung des Risikos

Durch die fortwährende Investition in einen Aktiensparplan umgeht man als Anleger einen der größten Risikofaktoren bei der Aktienanlage: Die Wahl des Einstiegszeitpunktes.

Market Timing ist eine stetige Herausforderung für Anleger. Niemand weiß vorher genau, wann der Kurs einer Aktie stark steigen oder fallen wird. Durch die Berücksichtigung der Fundamentaldaten, Chartanalysen und das Lesen von Unternehmens-, Branchen- und Aktiennews kann man zwar die Wahrscheinlichkeit erhöhen, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf einer Aktie zu treffen. Eine absolute Garantie gibt es jedoch nie. Unvorhergesehene Ereignisse können jederzeit eintreten und die Kurse steigen und fallen lassen.

Investiert man nun jedoch mittels eines Aktiensparplans konstant über einen langen Zeitraum hinweg, spielt die Wahl des Zeitpunktes, an welchem man den Sparplan auflegt, kaum eine Rolle.

Angenommen, man investiert in den ersten beiden Raten jeweils 100 Euro, ehe plötzlich die Aktienkurse aufgrund eines Börsencrashs abstürzen. Langfristig gesehen ist dies nicht weiter tragisch. Zwar hat man jetzt bei den ersten beiden Raten Verluste gemacht. Die folgenden Raten finden jedoch bei einem nun deutlich niedrigeren Kurs statt, sodass man mehr für das investierte Geld bekommt. Irgendwann steigen die Kurse schließlich auch wieder.

Bleibt man lange genug dabei, gleichen sich die Phasen hoher und niedriger Kurse aus. Über den gesamten Zeitraum betrachtet zahlt man daher nie zu viel oder zu wenig für die Aktie, sondern lediglich den langjährigen Durchschnittspreis. Man nennt dies den Cost-Average-Effect. Das Risiko, eines großen Verlustes aufgrund eines schlechten Timings wird dadurch neutralisiert.

Aktiensparplan - Nachteil 1: Verringerte Rendite

Neben seinen Vorteilen geht der Aktiensparplan aber auch mit einigen Nachteilen einher. Einer davon ist eine möglicherweise verringerte Rendite.

Investiert man z. B. auf einen Schlag 10.000 Euro in eine Aktie und lässt das Geld anschließend 10 Jahre lang für sich arbeiten, sammeln sich mit der Zeit nicht nur Zinsen an. Man erhält auch auf die angesammelten Zinsen Zinseszinsen. Der sogenannte Zinseszinseffekt ist beim Sparen und der Kreditvergabe wohlbekannt. Er greift aber auch bei der Aktienanlage.

Investiert man nun jedoch die gleichen 10.000 Euro ratenweise über zehn Jahre hinweg, beraubt man sich eines großen Teils der anfänglichen Zinsen und somit auch der späteren Zinseszinsen. Geld, welches erst in den späteren Jahren investiert wird, kann schließlich nicht schon von Anfang an Zinsen abwerfen.

Das obige Beispiel hat jedoch nur dann wirklich seine Gültigkeit, wenn man bereits von Anfang an über die besagten 10.000 Euro verfügt. Wer über die Raten eines Aktiensparplans aber ohnehin nur so viel Geld investiert, wie verfügbar ist, kann diesen Nachteil getrost ignorieren.

Akitensparplan - Nachteil 2: Beschränkte Auswahl

Ein weiterer Nachteil ist die oftmals beschränkte Auswahl an Aktiensparplänen. Ob eine bestimmte Aktie auf diese Weise bespart werden kann, hängt vom jeweiligen Broker ab. Meist stet diese Option nur für eine begrenzte Zahl an Aktien zur Verfügung. Bei diesen handelt es sich für gewöhnlich um die populärsten Titel wie Amazon, Apple und Co. Exotischere Aktien können hingegen vielerorts noch gar nicht bespart werden.

Aktiensparplan - Nachteil 3: Gebühren

Wie bereits erwähnt fallen für Aktiensparpläne üblicherweise andere Gebühren an als für die Einmalanlage. Dies kann vorteilhaft sein. Es ist jedoch auch möglich, dass die Gebühren im Vergleich zum einmaligen Kauf auf lange Sicht gesehen höher sind.

Letztlich hängt die Höhe der Gebühren immer vom gewählten Broker ab. Aus diesem Grund sollte man bei der Wahl des Depotanbieters stets genau prüfen, welche Kosten für welche Art von Wertpapierorder erhoben werden.

Fazit: Aktiensparpläne können ein geeignetes Mittel sein

Insgesamt betrachtet bieten Aktiensparpläne durchaus eine Reihe an Vorteilen, welche sie für viele Anleger interessant machen könnten. Die Nachteile sind hingegen zumeist situativer Natur. Gerade für langfristig orientierte Anleger mit einer Buy&Hold-Strategie, aber einem begrenzten Geldbeutel, kann ein Aktiensparplan eine sinnvolle Alternative zur Einmalanlage darstellen.

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