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Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf das Finanzverhalten der Europäer

Die Finanz- und Bankenkrise von 2008 hat die Eurozone stark getroffen. Seither verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Niedrigzinspolitik. Das bedeutet, dass sie den Leitzins immer weiter gesenkt hat, um Geld an den Kapitalmärkten so günstig wie möglich zu halten. Dieses Vorgehen hat konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen in der Eurozone. Sie müssen sich beispielsweise bei den Themen Altersvorsorge und Investitionen neu orientieren. Dieser Artikel stellt die konkreten Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB vor und erklärt, wie Menschen hierauf reagieren.

Aschendorff Medien

Die Finanzpolitik der EZB hat konkrete Auswirkungen auf das Leben und die Finanzen der Menschen Foto: pixabay.com

Fluch und Segen der Niedrigzinspolitik

Die Niedrigzinspolitik der EZB ist für den Menschen Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite können sie sich günstige Kredite am Kapitalmarkt besorgen und für unterschiedliche Projekte einsetzen. Auf der anderen Seite gibt es für Spareinlagen auf den Konten nahezu keine Zinsen mehr. Es ist somit nur noch eingeschränkt möglich, durch das Sparen von Geld Kapital zu generieren und für schlechte Zeiten vorzusorgen.

Die EZB verfolgt mit ihrer Strategie konkrete Ziele, die sich aber nur langsam einstellen. Insbesondere geht es darum, ein Auseinanderbrechen der Eurozone zu verhindern. Diese Gefahr ist dadurch gegeben, dass einige Mitgliedsstaaten stark verschuldet sind und sich kaum noch finanzieren können. Durch die Herabsenkung des Leitzinses sollen sie die Möglichkeit bekommen, günstig an frisches Geld zu gelangen. Außerdem sollen die Unternehmen und Privatleute in die Lage versetzt werden, Kapital aufzunehmen und zu investieren. Hierdurch sollen die Konjunkturen der einzelnen Mitgliedsländer angekurbelt werden.

Viele Menschen wechseln ihr Girokonto

Ein Ziel der Niedrigzinspolitik der EZB besteht darin, Sparen unattraktiv zu machen. Menschen und Unternehmen sollen ihr Kapital nicht mehr auf den Konten liegen lassen, sondern investieren. Das soll dadurch erreicht werden, dass die Zinsen immer weiter gesenkt werden. Klassische Spar- und Tagesgeldkonten werfen heutzutage kaum noch etwas ab. Im Gegenteil erheben viele Kreditinstitute und die EZB selbst Strafzinsen, wenn zu viel Geld auf einem Konto geparkt wird. Deswegen nehmen viele das Geld lieber in die Hand und investieren es beziehungsweise geben es aus.

Eine Folge dieser Entwicklung ist, dass sich immer mehr Menschen nach einem neuen Girokonto umsehen. Sie sind daran interessiert, möglichst keine Gebühren für die Nutzung des Kontos zahlen und Strafzinsen an die Bank abtreten zu müssen. Über einen umfassenden Anbieter- und Kontenvergleich sollen kostenlose und verlässliche Angebote gefunden werden. Die Übersicht bei Geldrat hilft dabei, sich zu den einzelnen Anbietern und deren Konten zu informieren.

Die Nachfrage nach Krediten ist durch die Niedrigzinspolitik der EZB spürbar angestiegen. Foto: Pixabay.com

Eine weitere Folge der lockeren Geldpolitik besteht darin, dass immer mehr Kredite aufgenommen werden. Denn nicht nur die Zinsen für Spareinlagen sind auf einem Rekordtief, sondern auch die Kreditzinsen. Somit ist es leicht möglich, viel Geld aufzunehmen und in verschiedene Projekte zu investieren, ohne hierfür hohe Kosten tragen zu müssen. Seit der Leitzins immer weiter sinkt, ist die Nachfrage nach Verbraucher- und Unternehmenskrediten deutlich angestiegen.

In der Folge haben sich immer mehr Vergleichsportale entwickelt, die Interessierten dabei helfen, die für sie optimalen Kredite zu finden. Denn schon wenige Prozentpunkte hinter dem Komma sorgen für deutliche Veränderungen bei den Kreditkosten. Es sollten allerdings nicht nur die Kreditzinsen in den Blick genommen werden, sondern auch Aspekte wie der Kundenservice, die Vorfälligkeitsgebühren und die Zinsfestschreibung. Gerade im Online-Bereich ist es leicht möglich, verschiedene Angebote einander gegenüberzustellen und zu prüfen, welches für die eigenen Zwecke am besten geeignet ist.

Neue Vorsorgemodelle werden interessant

Wenn die Zinsen am Boden sind, lassen sich mit klassischen Vorsorge Modellen kaum noch Gelder für die Altersvorsorge generieren. Wer früher mit einer klassischen Lebensversicherung oder einem Tagesgeldkonto gutes Geld generieren konnte, muss sich heute nach Alternativen umsehen. Entsprechend ist der Markt aktuell volatil und immer neue Investitionsformen gewinnen an Interesse.

Gerade unter jungen Menschen zeigt sich ein wachsendes Interesse an Aktiengeschäften und der Börse. Hier besteht nämlich mit Fachwissen und Fingerspitzengefühl nach wie vor die Möglichkeit, gute Renditen zu erwirtschaften. Ebenso ist die Begeisterung für Kryptowährungen wie Bitcoin darauf zurückzuführen, dass über klassische Anlagemodelle kaum noch Geld erwirtschaftet werden kann. Viele investieren daher in Kryptowährungen, um sich ein finanzielles Polster aufzubauen. Wer fürs Alter vorsorgen möchte, sollte eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen und genau die Lösungen auswählen, die zum eigenen Anlageverhalten und den individuellen Zielsetzungen passen.

Die Immobilienpreise steigen kontinuierlich

Bereits in Zeiten einer gut laufenden Konjunktur gelten Immobilien als sicheres Investment und dienen als gängige Anlageobjekte. Durch die Senkung des Leitzinses auf null ist die Nachfrage nach Immobilien explosionsartig gestiegen. Wer heute eine Immobilie in guter Lage besitzt, kann davon ausgehen, dass deren Wert in wenigen Jahren deutlich ansteigen wird. Das verschärft die Situation am Wohnungsmarkt und führt zu Preiskämpfen unter Mietern und Käufern.

Schon jetzt ist es nur noch schwer möglich, bezahlbaren Wohnraum in Ballungszentren zu bekommen. Außerdem nehmen immer mehr Menschen Immobilienkredite auf, um sich ein eigenes Zuhause leisten zu können. Sie hoffen, rechtzeitig genug zu investieren, bevor die Preise am Markt noch weiter ansteigen. Trotz der günstigen Konditionen ist es jedoch wichtig, nicht einfach irgendeinen Kredit aufzunehmen, sondern die verschiedenen Angebote genau zu vergleichen.

Verschuldungen innerhalb der Eurozone nehmen zu

Nicht zuletzt hat in den letzten Jahren die Verschuldung der Menschen in der Eurozone immer weiter zugenommen. Menschen investieren die aufgenommenen Kredite immer häufiger nicht, sondern nutzen sie bloß, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Schnell passiert es da, dass eine Rate nicht zurückgezahlt werden kann und eine hohe Verschuldung eintritt. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen. In der aktuellen Wirtschaftslage ist es schwierig, sinnvolle Investitionsentscheidungen zu treffen und ein Unternehmen auf Kurs zu halten oder zu bringen. Insolvenzen treten immer häufiger auf, die ebenfalls mit einer starken Verschuldung einhergehen. Beides kann in gewissen Grenzen klar auf die Niedrigzinspolitik zurückgeführt werden.

Fazit

Die Niedrigzinspolitik der EZB hat konkrete und teils erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Während die Vorteile wie die Ankurbelung der Wirtschaft nur langsam erkennbar werden, sind die negativen Auswirkungen teils extrem und schon jetzt spürbar. Gerade die zunehmende Inflation spricht dafür, dass der Markt nicht mehr langfristig mit Geld geflutet werden sollte und wird. Bis dahin gilt es, die Stärken der Niedrigzinspolitik auszunutzen und die Schwächen möglichst zu umgehen.

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