1. www.wn.de
  2. >
  3. Freizeit
  4. >
  5. Finanzen
  6. >
  7. Böse Überraschungen bei der Nebenkostenabrechnung vermeiden

  8. >
Sonderveröffentlichung

Böse Überraschungen bei der Nebenkostenabrechnung vermeiden

Durch die Energiekrise ändert sich derzeit vieles, auch in den eigenen vier Wänden. Angesichts der anhaltend hohen Gas- und Strompreise wächst der Druck auf die privaten Haushalte, Geld zu sparen. Doch inwieweit darf der Vermieter die Folgen der steigenden Kosten für Warmwasser und Heizung auf den Mieter abwälzen?

von Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com

Große Sorgen über hohe Nebenkosten

Laut einer repräsentativen Umfrage von Ista machen sich viele Mieter in Deutschland über steigende Nebenkosten Sorgen. Einige sparen deshalb schon jetzt gezielt für die höheren Kosten, die in Zukunft auf sie zukommen könnten, wie die Befragung ergab. Rund 80 Prozent der Mieter befürchten, dass sie im Jahr 2023 mit einer hohen Stromrechnung rechnen müssen.

Den Daten zufolge lag der Prozentsatz im Mai noch bei 68 Prozent. Über alle sozialen Gruppen hinweg ist die Angst vor hohen Abzügen inzwischen weit verbreitet. Nur bei Personen mit einem Haushaltseinkommen von bis zu 1.500 Euro ist sie etwas größer als im Durchschnitt: 86 Prozent von ihnen teilen diese Sorge.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) berichtet, dass zum Beispiel die Kosten für die Gaspreise für Haushalte zu Beginn des Jahres um 83 Prozent gestiegen sind, von zuvor 6,47 Cent pro Kilowattstunde auf jetzt 11,84 Cent pro Kilowattstunde.

Laut dem Vergleichsportal Verivox sind die Kosten für Heizöl in der gerade zu Ende gegangenen Heizsaison von September bis April drastisch gestiegen, und zwar um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da solch hohe Preissteigerungen in der Regel nicht in den Nebenkosten berücksichtigt werden, können bei der Abrechnung hohe Nachzahlungen fällig werden.

Nebenkostenerhöhungen Regelungen

Nach einer Nebenkostenabrechnung kann der Vermieter die Vorauszahlungen nur dann erhöhen, wenn er nachweisen kann, dass die Kosten mit den bisherigen Zahlungen nicht vollständig gedeckt werden konnten. Der neue Betrag wird ermittelt, indem der aktuelle Saldo der Nebenkostenabrechnung durch zwölf geteilt wird. Der Vermieter kann bei der Berechnung der Vorauszahlungen auch den zu erwartenden Anstieg der Energiekosten berücksichtigen. Pro Nebenkostenabrechnungsjahr ist nur eine Erhöhung zulässig. Hier gibt es mehr Informationen über die Nebenkostenabrechnung.

Muss eine höhere Zahlung akzeptiert werden?

Wenn die Erhöhung gerechtfertigt ist, können die Mieter nichts dagegen tun. In manchen Fällen besteht die einzige Möglichkeit darin, mit dem Vermieter zu sprechen. Es können Ratenzahlungen oder künftige Zahlungen von Abschlägen vereinbart werden.

Was können Mieter tun, um sich für eine höhere Nachzahlung vorzubereiten?

Damit sie nicht böse überrascht werden, wenn sie für die Nebenkosten plötzlich mehr als erwartet nachzahlen müssen, gibt es ein paar Dinge, die sie tun können. Anstatt erst auf die Nebenkostenabrechnung zu warten und zu hoffen, dass sie nicht zu hoch ausfällt, können sie vorher schon aktiv werden.

Vorauszahlung selbstständig erhöhen

Mieterinnen und Mieter können die Vorauszahlungen selbstständig erhöhen, um eine hohe Nachzahlung zu verhindern. Der Mieterbund rät jedoch zur Vorsicht: Es kann schwierig sein, das zu viel gezahlte Geld vom Vermieter zurückzubekommen, wenn die Vorauszahlungen zu hoch sind. Einem Mieter, der sich verschätzt hat und die höheren Vorauszahlungen nicht leisten kann, kann gekündigt werden, wenn die ausstehenden Zahlungen den Betrag einer Monatsmiete erreichen.

Eigene Rücklagen bilden

Es ist auch möglich, dass die Mieter eigene Rücklagen bilden, um die Nebenkosten zu bezahlen. Der Mieterbund empfiehlt den Mietern, ihre Nebenkostenabrechnungen stets sorgfältig zu prüfen, denn diese sind oft schwer nachvollziehbar und ungenau. Der Mieterverein unterstützt die Prüfung der Nebenkosten- und Heizkostenabrechnung.

Fazit

Böse Überraschungen bei der Nebenkostenabrechnung können vermieden werden, wenn der Mieter seine Vorauszahlungen selber erhöht. Allerdings sollte hierbei darauf geachtet werden, dass nicht zu viel vorausgezahlt wird, denn es kann schwierig werden, die zu viel bezahlten Kosten vom Vermieter wieder zurückzuerhalten. Außerdem kann der Mieter eigene Rücklagen bilden. Die Nebenkostenabrechnungen sollten immer sorgfältig geprüft werden, wobei der Mieterbund dabei auch Unterstützung bietet.

Startseite