1. www.wn.de
  2. >
  3. Freizeit
  4. >
  5. Finanzen
  6. >
  7. Der Hausbau und die Finanzierungsfrage

  8. >

Der Hausbau und die Finanzierungsfrage

Der Hausbau – gleich ob er privater Natur ist, oder eine Firma expandieren muss – benötigt natürlich eine ausreichende Kapitalisierung. Es wäre eher unpraktisch, wenn man sich ein Aushängeschild von Gebäude bauen lassen will, eigentlich alles fertig ist, und dann kurz vor Toröffnung das Geld ausgeht. Dies ist diversen, größeren Bauvorhaben schon passiert und man muss sich ja auch nicht in jede illustre Runde einschmuggeln.

Von Aschendorff Medien

Foto: https://www.pexels.com/de-de/foto/gelbes-betonhaus-2102587/

Also lautet die Devise: ausreichende Kapitalisierung.

Freilich ist dies einfacher gesagt, als getan. Man muss sich erst einmal über gewisse Rahmenbedingungen informieren und errechnen, wie teuer das Projekt wird. Hier empfiehlt sich der Gang zum eigenen Kreditrechner. Nach der Kalkulation kann man mit den werten Damen und Herren der unterschiedlichen Geldinstitute das Thema genauer diskutieren.

Der nächste Hinweis geht an die eher privaten Bauherren: Keine Angst vor kompliziert klingenden Wörtern. „We got you covered“, wie es im anglophonen Volksmund so schön heißt. Dieser Satz lässt sich zwar schön mit „Wir haben dich abgedeckt“ übersetzen und bietet sich in dieser Übersetzung förmlich in einem Krimi an, nämlich da, wo der Protagonist ohnmächtig spielen muss und zugedeckt werden soll. Da könnte dann der Satz „Wir haben dich abgedeckt“ fallen. In unserem Kontext heißt „We got you covered“ allerdings mehr „Wir helfen Ihnen.“

Und diese Hilfe kann man durchaus brauchen, wenn man sich diesen ganzen Wust von Terminologien zu Gemüte führt. Hier sind entsprechend einige Begrifflichkeiten samt Erläuterungen.

Eigenkapital

Jene Leser, die eventuell einen betriebswirtschaftlichen Background haben, nicken verständnisvoll, wenn wir festhalten: Eigentlich steckt die Erläuterung, was es ist, ziemlich deutlich im Namen.

Bei einer Firma ist dieses Eigenkapital alles, was zur Unternehmung zugehörig ist. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die digitale Infrastruktur, samt Computern, Modems und Faxgeräten, der komplette Fuhrpark und die Firmenimmobilien bilden alle Teile des Eigenkapitals ab.

Für den privaten Bauherren bedeutet das Eigenkapital folgendes:

-   Aktien

-   Bausparverträge

-   Erbschaften

-   Ersparnisse

-   Bargeld

-   das eigene Grundstück

-   Schenkungen

Da all jenes Eigenkapital ist, also dem Bauherren und seiner Familie gehört, kann es zur Realisierung des Bauprojektes herangezogen werden. Hier empfiehlt sich allerdings, dass das eingebrachte Eigenkapital nicht mehr als 30 Prozent der Kosten stemmen sollte. Für den Rest gibt es noch das

Fremdkapital

Wie auch schon beim Eigenkapital ist die Bezeichnung ziemlich sprechend. Man weiß genau, dass es Vermögen ist, das einem nicht selbst gehört, sondern von anderer Quelle zugeschossen wurde. Diese Quellen könnten Kredite oder Fördertöpfe sein. Vielleicht möchte man die Firma digitaler gestalten, oder das private Haus in ein Smart-Home umwandeln und hat entsprechende Fördergelder erhalten.

Und dann gibt es noch zwei sehr interessante Fremdfinanzierungsmöglichkeiten:

Die 100 und die 110-Prozent-Fremdfinanzierung

Das Interessante ist, dass man eigentlich von der Neunzig- und Hundertprozentfinanzierung sprechen sollte. Die 100-Prozent-Lösung beinhaltet nämlich lediglich den Hauskauf. Die anfallenden Kosten für Notar, Grundbuchamt und Weiteres wird erst bei der 110-Prozent-Fremdfinanzierung über Kredit gezahlt, weswegen sie auch Vollfremdfinanzierung genannt wird.

Aber es ist egal, ob man sich nun für eine Fremdfinanzierung entschließt, die 70, 80, 90, 100 oder 110 Prozent beinhaltet – all diese Optionen haben eines gemein: Sie sind Fremdmittel und damit Verbindlichkeiten. Oder, weniger betriebswirtschaftlich ausgedrückt: Schulden.

Und Schulden müssen beglichen werden.

Tilgung

Hierbei handelt es sich um das langsame Begleichen der Schulden. Beim Tilgungssatz wird auch noch ein Zinsanteil mit beglichen. Hier gilt die Faustregel: Der Tilgungssatz sollte nicht weniger als drei Prozent jährlich betragen.

Zinsbindung

Knapp formuliert: Wie lange hat man vor, diese Zinsen zu bedienen? Auch hier gibt es eine Faustregel, nämlich die, dass die Sollzinsbindung normalerweise langfristig sein sollte.

Hieraus ergeben sich nämlich handfeste Vorteile. Erstens sind die Zinsen fix. Zweitens ist die Restschuld, also das, was nach Ablauf der Laufzeit an Schulden übrig bleibt, geringer.

Allerdings gilt bekannterweise: keine Regel ohne Ausnahme. Und daher sollte man die Bauzinsen im Auge haben. Sollten diese an dem Tag, an dem man das Darlehen in Angriff nehmen möchte, hoch sein, obwohl alles darauf hindeutet, dass die Zinsen sinken, ist eine kurze Sollzinsbindung eine gute Idee. Hier sprechen wir von einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren.

Allerdings gibt es hier auch entsprechende Nachteile: Die Restschuld ist höher. Außerdem sind die Zinsen variabel.

Fazit

Wir sehen: Es ist vollkommen egal, ob es ein eigenes Projekt ist, das man in Angriff genommen hat, oder eine zusätzliche Erweiterung des Münsteraner Allwetterzoos. Die Finanzierung muss besprochen, durchkalkuliert und gut durchdacht sein.

Startseite
ANZEIGE