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Sonderveröffentlichung

Die Girokonten-Falle

So gut wie jede volljährige Person in Deutschland verfügt über ein Girokonto. Schließlich ist dieses der Dreh- und Angelpunkt des Zahlungsverkehrs. Darüber hinaus gehen von dem Konto wichtige Zahlungen wie beispielsweise die Miete oder Versicherungsbeiträge ab.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Schon lange nicht mehr gebührenfrei

Nachdem die Europäische Zentralbank die Kreditzinsen auf ein historisch niedriges Niveau drückte, reagierten die Banken und passten die Beiträge für ihre Kontenmodelle an. Seit diesem Zeitpunkt sind Girokonten faktisch nicht mehr kostenlos. Die Kreditinstitute verlangen von ihren Kunden im Regelfall die Entrichtung von Kontoführungsgebühren. Allerdings gibt es Banken, die davon absehen, sofern einige Bedingungen erfüllt sind.

Zu den in diesem Sinne maßgebenden Faktoren zählt unter anderem der Geldeingang. Dieser kann die Kontogebühren erheblich beeinflussen. Zum monatlichen Geldeingang zählen unter anderem Gehalt, Rente und BAföG. Liegt der monatliche Geldeingang über dem Betrag von 700 EUR, erhalten Verbraucher beispielsweise ein gebührenfreies Girokonto bei der DKB. Die ING setzt ebenfalls ein regelmäßiges Einkommen von 700 EUR voraus. Allerdings ist das Konto auch für Kunden kostenlos, die diese Grenze unterschreiten, wenn sie das 28. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die Deutsche Bank hingegen bietet für altere Erwachsene keine gebührenfreien Girokonten an. Der monatliche Grundpreis für die günstigste Variante beläuft sich auf 6,90 EUR.

Online-Banken sind oft günstiger

Finanzinstitute, die ihre Konten ausschließlich online anbieten, sind zuweilen günstiger als Filialbanken. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass letztere hohe Fixkosten durch das Vorhalten von Mitarbeitern und den entsprechenden Standorten haben. Wer auf eine persönliche Beratung und den Kontakt mit einem Bankmitarbeiter vor Ort verzichten kann und den Zahlungsverkehr ohnehin digital erledigt, kann mit einem Online-Konto Geld sparen.

Vorsicht bei der Bargeldabhebung

Ein auf den ersten Blick günstiges Konto entpuppt sich später mitunter als Kostenfalle. Der Grund: Für Zusatzleistungen wie zum Beispiel das Abheben von Bargeld fallen Gebühren an.

Bei dem gebührenfreien Konto von N26, welches auch ohne monatliche Geldeingänge kostenlos ist, sind im Inland drei kostenfreie monatliche Verfügungen an Geldautomaten möglich. Für jede weitere Abhebung ist eine Gebühr in Höhe von zwei Euro zu zahlen. Für Kunden, die oft Bargeld benötigen, kann es sich daher lohnen, sich für ein gebührenpflichtiges Kontomodell mit unlimitierten Gratisabhebungen zu entscheiden.

Eine weitere Problematik besteht darin, dass Direktbanken oft Kreditkarten von Visa oder Mastercard ausgeben, mit denen es möglich ist, Geld am Automaten abzuheben. Dadurch haben Verbraucher zwar Zugang zu sämtlichen Geldautomaten und sind flexibel, müssen jedoch damit rechnen, dass ausgewählte Banken die Zahlkarten für Bargeldverfügungen sperren. In dieser Hinsicht fallen insbesondere Sparkassen und Volksbanken auf.

Kreditkarten verteuern das Angebot

Viele Banken bieten ihren Kunden Kreditkarten an. Dadurch können teils erhebliche Kosten entstehen. Denn: Für die Ausgabe der Kreditkarte verlangen die Geldinstitute für gewöhnlich die Entrichtung einer Jahresgebühr. Diese ist im Grunde wie die Kontoführungsgebühr für das Girokonto zu behandeln.

Zudem gibt es Anbieter, die für das Bezahlen und Geld abheben in Fremdwährungen zusätzliche Gebühren verlangen, sofern ein bestimmter Betrag überschritten wird. Allerdings ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass kostenpflichtige Kreditkarten meist Zusatzleistungen wie Tankrabatte oder Versicherungen enthalten. Diese Leistungen lohnen sich indes nur für wenige Verbraucher. In Bezug auf das Bezahlen und Bargeldverfügungen eignen sich kostenlose Kreditkarten genauso gut wie teurere Karten.

Fazit: Vergleichen lohnt sich

Um nicht in die Kostenfalle zu tappen, sollten Verbraucher die verschiedenen Kontenmodelle genau prüfen. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Kontoführungsgebühr, den monatlichen Mindestgeldeingang sowie Zusatzkosten für das Abheben von Bargeld am Automaten und Kreditkarten zu legen.

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