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Einfache Tipps

Heizung, Wasser, Strom: So können Sie im Haushalt Energie sparen

Die Energiepreise explodieren, die Versorgung mit fossilen Rohstoffen aus Russland ist ungewiss. Doch mit diesen einfachen Tipps für den Haushalt lassen sich Energie und Geld sparen.

Von wn und dpa

Wer die Steckerleiste richtig ausschaltet, kann auf's Jahr gerechnet richtig Geld sparen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Duschen, Kochen, Heizen, Kühlen – in den eigenen vier Wänden lässt sich mit einfachen Tipps Energie einsparen – und das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Bei uns erfahren Sie, wie Sie angesichts steigender Energiepreise selbst Maßnahmen ergreifen können, um hohen Abrechnungen entgegenzuwirken.

Täglich duschen? Tipps zum Energie- und Wassersparen

Kurz Duschen statt Baden spart Energie, weil weniger Wasser erhitzt werden muss. Das allein lässt Mieter rund 70 Euro im Jahr, Hausbesitzer 110 Euro weniger ausgeben. Am besten benutzt man zudem einen Sparduschkopf, der braucht nochmal weniger Wasser.

Wer die Grundtemperatur seines Warmwassers, die über einen elektronischen Durchlauferhitzer oder Untertischspeicher gesteuert wird, auf 60 Grad herunterregelt, spart außerdem rund zehn Prozent Energiekosten im Jahr ein. Das hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft "co2online" berechnet - basierend auf den jährlichen Durchschnittswerten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2021. Das waren 32,16 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei den aktuell steigenden Preisen dürfte die Einsparsumme also noch höher liegen.

Im Sommer etwas kühler duschen - so einfach kann Energiesparen sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Übrigens: Seife geht mit kaltem Wasser genauso gut weg wie mit warmem. Wer will, kann also die Hände auch kalt waschen. Und noch so ein Sommertipp: Es lohnt sich, die Zeiten, in denen die Wasserhähne aufgedreht sind, zu reduzieren - zum Beispiel das Wasser beim Einseifen abzustellen und sich schneller zu waschen. Auch während des Zähneputzens können Sie den Wasserhahn stets zudrehen und nur zum Ausspülen wieder aufdrehen.

Zudem stellt sich die Frage, ob tägliches Duschen eigentlich nötig und gesund ist. Im dpa-Interview erläutert der Dermatologen Jan-Olaf Piontek, mit welchem Duschverhalten man der Umwelt, aber auch der Hautgesundheit und der Hygiene gerecht wird:

Stand-by-Modus: Elektrogeräte immer komplett ausschalten

Es ist nur ein kleiner Handgriff, aber viele von uns machen ihn nicht immer: Elektrogeräte wie Fernseher oder Computer ganz ausschalten und nicht im Stand-by-Modus zu belassen. Denn der kostet auch Energie. Das heißt: Es sollte kein leuchtendes Lämpchen an Elektrogeräten anbleiben.

Denken Sie an Geräte, die man nicht immer im Blick hat, etwa an den hinter einem Schrank versteckten WLAN-Router. Hier können Steckdosenleisten mit einem Schalter helfen, über den man mit nur einem Handgriff mehrere Geräte schnell vom Netz nehmen kann. Belässt man Geräte hingegen das ganze Jahr über in diesem Ruhemodus nach ihrer Nutzung, kann das laut "co2online" bis zu 115 Euro pro Jahr Mehrkosten verursachen.

Öko-Einstellung und LED-Licht nutzen

Es ist eine Taste an der Waschmaschine und der Spülmaschine oder eine Zusatzeinstellung, die Sie drücken müssen - und schon sparen Sie Energie durch die Nutzung der Öko- oder Eco-Einstellungen der Waschmaschine statt der Schnell- und normalen Waschprogramme. Gleiches haben die meisten Spülmaschinen.

Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Die Programme benötigen mehr Laufzeit. Die holt man aber wieder rein, wenn man zum Beispiel auf die Vorwäsche verzichtet - die ist laut den Experten von "co2online" meist ohnehin nicht nötig. Ebenfalls wichtig: so kühl wie möglich reinigen. Beispiel Waschmaschine: Es hat in den allermeisten Fällen keinen Einfluss auf das Waschergebnis und die Hygiene, wenn man sie mit 30 oder 40 statt 60 oder gar 90 Grad wäscht. Die Waschmittel und Geräte sind längst so gut, dass sie bei niedrigen Temperaturen den üblichen Dreck packen.

Dieser Energiespartipp braucht nur einen Tastendruck: Die Waschmaschine mit 30 oder 40 statt 60 oder gar 90 Grad laufen lassen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Einige Lampen verbrauchen zudem mehr Energie als andere. LED-Licht ist besonders sparsam. Es kann sich lohnen, Glüh-, Halogen- oder Energiesparlampen auszutauschen und LEDs einzusetzen. Oder das Licht bleibt ganz aus? Außenbeleuchtung am Haus etwa sieht oft schön aus, ist aber vielleicht nicht nötig.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Kochen, Backen, Kühlen: Energiesparen in der Küche

Auf welche Temperatur ist ihr Kühlschrank eingestellt? Sieben Grad sind laut Verbraucherzentrale NRW die optimale Temperatur. Und wenn Ihr Gerät nur ein Grad kälter eingestellt ist, steigert das den Stromverbrauch schon um rund sechs Prozent.

Weiterer Tipp: Die Türen von Kühl- und Gefriergeräten möglichst schnell wieder schließen. Und wer noch ein Gefrier- und Kühlgerät ohne „No-Frost“-Funktion hat, sollte es regelmäßig abtauen. Auch eine Eisschicht treibt die Energiekosten nach oben. Übrigens: Für die Temperatur im Gefrierschrank sind minus 18 Grad Celsius ideal.

Tür schnell wieder zu: Auch so lässt sich auf einfachste Weise bei der Benutzung des Kühlschranks Strom sparen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Eine weitere Idee: Die Nutzung von Restwärme beim Kochen und Backen. Denn Gerichte werden auch fertig, wenn man den Herd und Ofen früher abschaltet und deren Restwärme nutzt. So spart man besonders bei älteren und trägen Elektrokochplatten Geld - laut "co2online" kann dies eine Stromkostenersparnis bis zu 20 Euro im Jahr zur Folge haben. Beim Backofen kann man noch weitergehen: Die wenigsten Gerichte brauchen einen bereits vorgewärmten Ofen. Auflauf, Pizza und Kuchen können direkt reinkommen, es verlängern sich nur Gar- und Backzeiten ein wenig.

Energiesparen im Winter: Richtig Heizen und Lüften

Heizen ist teuer – und wird angesichts der angespannten Energielage immer teurer. Auch die Stadtwerke Münster kündigten bereits höhere Preise für Strom und Gas an. Während das Thema Heizkosten im Sommer noch nicht akut ist, dürften viele Verbraucher angesichts der Engpässe und Verteuerung bei Gas und Heizöl schon jetzt mit Sorge auf die Herbst- und Wintermonate blicken.

Aber: Man kann noch etwas tun, ohne frieren zu müssen. Denn häufig liegt es an uns selbst, dass wir bares Geld "verheizen". Wir drehen zum Beispiel unbedacht die Heizung zu hoch und lassen die Wärme an falscher Stelle zum Raum hinaus. Mit diesen fünf Tipps können Sie jedoch effizienter Heizen und Energie einsparen:

  • Spartipp 1: Ein Grad runterregeln
  • Natürlich muss keiner zu Hause frieren und auch der extra dicke Pullover muss nicht sein. Aber meist braucht man gar nicht so hohe Temperaturen im Raum, um sich wohlzufühlen. So empfiehlt das Umweltbundesamt tagsüber sogar nur rund 20 Grad in den Wohnräumen. Für die Küche - in der durch das Kochen eh Wärme produziert wird - reichen auch 18 Grad, im Schlafzimmer 17 Grad. Immerhin sind das Temperaturen, bei denen wir im Frühling draußen sogar schon T-Shirts tragen. Damit lässt sich sparen: Mit jedem Grad weniger sinken laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „co2online“ die Heizkosten im Schnitt um rund sechs Prozent. Auch Heizpausen bringen etwas: Nachts kann man gut die Wärmeregelung um 5 Grad absenken, bei Abwesenheiten sogar die Raumtemperatur auf 15 Grad setzen. Programmierbare Thermostate können bei diesen Heizpausen eine Hilfe sein, aber man muss erst mal Geld für ihre Anschaffung in die Hand nehmen. Die Handgriffe kann man aber auch selbst am mechanischen Thermostat vornehmen. Wer sich rund 20 Grad Raumtemperatur wünscht, wählt die Stufe 3. Stufe 2 bringt 16 Grad. Tropisch warm wird es bei Stufe 4 mit rund 24 Grad, bei Stufe 5 mit 28 Grad.

  • Spartipp 2: Heizkörper freihalten
  • Wer kennt das nicht: Die Heizung ist auf 20 Grad eingestellt, aber die gefühlte Temperatur liegt weit darunter? Unter Umständen ist das tatsächlich so. Denn: Zum Beispiel Gardinen über und Möbel vor den Heizkörpern behindern die Wärmeabgabe an die Raumluft, so die Initiative "Wärme+", ein Zusammenschluss von Heizungsherstellern und Branchenverbänden. Und wenn dann noch die Thermostatventile verdeckt sind, können sie die Raumtemperatur nicht richtig erfassen und regulieren die Wärmeabgabe falsch.

  • Spartipp 3: Heizsystem entlüften
  • Wenn der Heizkörper vor allem im oberen Bereich nicht richtig warm wird, bringt es nichts, den Thermostat voll aufzudrehen. Dann befindet sich Luft in den Leitungen, die man ablassen muss, erklärt die "DIY Academy". Man spricht hierbei vom Entlüften. Dafür mit einem Vierkantschlüssel das Ventil an der Seite des Heizkörpers aufdrehen und so lange offen lassen, bis nur noch Wasser nachkommt. Damit nichts nass wird, hält man am besten eine Schüssel zum Auffangen bereit. Kommt viel davon heraus, bevor man das Ventil schnell wieder verschließen kann, muss man das Heizungswasser wieder auffüllen. Erkennbar ist ein Druckabfall am Manometer an der Anlage im Keller. Mieter in Mehrfamilienhäusern sollten das Entlüften daher mit ihrem Hausmeister oder der Hausverwaltung besprechen.

  • Spartipp 4: Beim Heimkommen nicht zu hoch aufdrehen
  • Sie kommen frierend in kalte Räume nach Hause und drehen den mechanischen Thermostat voll auf, damit es schneller warm wird? Das funktioniert leider nicht - und kostet obendrein vielleicht extra. Denn mit dem Thermostat regelt man nur, welche Endtemperatur der Raum erreichen soll, nicht aber wie rasch das gehen soll. Das heißt: Wer den Thermostat auf 5 stellt, wartet nicht nur genauso lange, bis der Raum warm ist, wie mit der Stufe 3. Er heizt unter Umständen unbedacht viel länger mit voller Kraft, wenn man nicht bald zurückdreht. Darauf weist "co2online" hin.

  • Spartipp 5: Nicht mit gekippten Fenstern lüften
  • Auch an kalten Wintertagen muss regelmäßig gelüftet werden, sonst wächst Schimmel in der Wohnung heran. Allerdings sollte man die Fenster nicht lange in Kippstellung geöffnet lassen. Zum einen ist dieses Lüften ineffizient, denn darüber wird nur wenig Luft ausgetauscht, da sich kein starker Luftsog entwickelt. Zum anderen dürften damit die Heizkosten laut "Zukunft Altbau", einer Infoplattform zu Thema Gebäudesanierung, steigen. Man lüftet ja über einen längeren Zeitraum Wärme hinaus. Währenddessen kühlen obendrein die Wände um die Fenster aus, was den Räumen zusätzlich Wärme entzieht - die man dann erneut erzeugen muss. Außerdem droht bei dieser Lüftungsart eher Schimmelbildung an den Randbereichen der Fenster. Geraten wird daher zum regelmäßig Stoß- und Querlüften - an Wintertagen etwa alle zwei Stunden für fünf Minuten, rät die "Initiative Wärme".

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