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Finanzen

Nach Verschärfung der Corona-Verordnungen: Eignet sich Außenwerbung, um Einzelhandel wieder sichtbar zu machen?

Der Einzelhandel verliert angesichts der steigenden Inzidenzwerte und den resultierenden Verschärfungen der Kontakteinschränkungen erneut den gerade erst mühsam aufgebauten Kontakt zum Kunden. Von Click & Meet wird nun wieder auf Click & Collect heruntergefahren. Um nicht gegenüber dem Versand- und Online-Handel unwiderruflich ins Hintertreffen zu geraten, sind neue Ideen und unkomplizierte Konzepte gefragt. Das Berliner Unternehmen HYGH AG trat Ende 2020 an, die digitale Außenwerbung zu demokratisieren und stellt gerade 200 Displays in Köln auf. Inwieweit kann der Einzelhändler vor Ort, der lokal tätige Friseursalon, der Bäcker um die Ecke oder das unabhängige Bekleidungsgeschäft über die Buchung von DOoH (Digital out of Home)-Displays nun wieder den Kommunikationsfaden zum Kunden aufnehmen?  

Aschendorff Medien

Foto: HYGH

Wie gewonnen, so zerronnen – der "zarte" Fortschritt, der vor einigen Tagen erst erzielt und vom Einzelhandel vorbildlich in Click & Meet-Konzepte wurde, ist wieder verloren. Gerade der stationäre Einzelhandel ist darauf angewiesen, den Kontakt zur Kundschaft nicht zu verlieren, diese auf besondere Angebote hinzuweisen und wichtiges Feedback zu erhalten. Im Rahmen von Click & Collect oder über den Aushang selbst erstellter Schaufenster-Hänger lässt sich dieser Anspruch nicht einmal ansatzweise umsetzen. Diese Bedarfslücke möchte das Berliner Unternehmen HYGH AG auffüllen. Die Idee: Großformatige und hochaufgelöste Digital-Displays werden in Schaufenstern und anderen Außenwerbestandorten platziert und sehr zielgruppengenau mit den Anzeigen und Produktinformationen der Werbepartner bespielt. Diese können komplett selbst bestimmen, wie lange, in welchem Umfang und wie zeitnah die verfügbaren Bildschirme mit ihren Einblendungen versorgt werden. Unternehmen und Einzelhändler, die ihre Schaufenster- oder Werbeflächen zur Verfügung stellen, werden an den Einnahmen prozentual beteiligt.

Fritz Frey, Vincent Müller und Antonius Link – die drei Gründer der HYGH AG – hatten ursprünglich überhaupt nicht geplant, sich im Bereich der digitalen Außenwerbung zu engagieren. Für ihre eigene Krypto-Beratungsagentur wollten sie digitale Außenwerbung buchen – immerhin im Umfang von knapp 50.000 Euro. Dieses Investitionsvolumen reichte zum Erstaunen der drei Gründer aber nicht einmal aus, um überhaupt einen Gesprächstermin bei den marktdominierenden Unternehmen zu erhalten – geschweige denn, um die Auswahl und Laufzeit der Displaykampagne individuell planen und anpassen zu können. Aus dieser Not heraus beschlossen Frey, Müller und Link, dann eben eine eigene Lösung zu finden und auch kleinen, mittelständischen Betrieben und Selbstständigen den Weg zur digitalen Außenwerbung zu eröffnen.

Mittlerweile laufen in Berlin bereits ca. 450 Displays, in der Domstadt am Rhein werden seit Februar 200 Bildschirme platziert, in Hamburg startet die Ausstattung weiterer 200 Schaufenster und Werbeflächen. Die Finanzierung schlossen die Berliner über eine Crowdfunding-Kampagne ab und konnten Samsung als Hardware-Partner gewinnen. Aktuell werden bereits wieder die ersten 46 Zoll Displays gegen Bildschirme mit einer Diagonale von 55 Zoll ausgetauscht. Die neuen Geräte können ihre hervorragenden Helligkeits- und Kontrastwerte auch bei direkter Sonneneinstrahlung voll ausspielen.

Über eine intuitive und selbsterklärende Benutzeroberfläche der HYGH AG Plattform läuft die Buchung und Ausspielung der Werbung ab. Ohne nennenswerte Vorlaufzeit und mit einer hyperlokal eingegrenzten Zielgruppe kann innerhalb kürzester Zeit auf Trends reagiert – oder zeitlich eng begrenzte Sonderangebote kommuniziert werden. Fritz Frey und seine Mitstreiter sind sich sicher, dass ihr Angebot dem gebeutelten Einzelhandel hilft, wieder in Kontakt mit den Kunden zu kommen.

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