1. www.wn.de
  2. >
  3. Freizeit
  4. >
  5. Finanzen
  6. >
  7. So können Käufer ermitteln, ob ein Grundstückspreis realistisch ist

  8. >

So können Käufer ermitteln, ob ein Grundstückspreis realistisch ist

Wer ein Haus oder ein unbebautes Grundstück kaufen möchte, fragt sich möglicherweise, wie viel er dafür bezahlen sollte. Denn den Preis legt im Prinzip der Verkäufer fest und ist dabei völlig frei. Oft haben Interessenten das Gefühl, dass der Vorbesitzer zu viel verlangt. Hier gilt es, sich zunächst zu informieren. Denn es gibt zahlreiche Anhaltspunkte, die dabei helfen, den Wert eines Grundstückspreis zu verstehen. Erst nach der Recherche sollten potenzielle Käufer handeln.

Aschendorff Medien

Foto: Pixabay.com © hpgruesen

Die aktuelle Situation in Münster

Münster gehört zu den Städten in Nordrhein-Westfalen mit einer jüngeren Bevölkerung. Der durchschnittliche Münsteraner ist gerade einmal 41 Jahre alt. Neben Studierenden haben sich vor allem Familien in der Universitätsstadt niedergelassen, die typischerweise vom Eigenheim träumen. Trotzdem steigen die Immobilienpreise auch in Münster weiter an. Zuletzt stiegen die Preise aufgrund der Corona-Situation glücklicherweise weniger stark an. Dennoch ist es mittlerweile auch in Westfalen teuer, in eine eigene Immobilie oder Bauland zu investieren.

Dennoch sind Immobilien und Grundstücke in Münster mittlerweile verhältnismäßig teuer. So liegt der Quadratmeterpreis für Immobilien derzeit bei über 4.100 Euro. Der Grundstückspreis von erschlossenen Grundstücken liegt zwischen 200 und 500 Euro pro Quadratmeter. Dabei variieren die Preise je nach Lage des Grundstücks.

Was sagt der Bodenrichtwert aus?

Ein erster Anhaltspunkt für den tatsächlichen Wert eines Grundstücks kann der Bodenrichtwert sein. Er ist eine Durchschnittsgröße und basiert auf den tatsächlichen Kaufpreisen für vergleichbare Grundstücke in der Vergangenheit. Der Bodenrichtwert wird herangezogen, um den tatsächlichen Verkehrswert eines Grundstücks zu ermitteln. Dabei bezieht sich dieser Wert immer auf das unbebaute Grundstück. Wer sich also für eine Immobilie investiert, muss den Wert dieser zusätzlich bedenken.

Der Bodenrichtwert Münster ist also die erste Anlaufstelle für potenzielle Haus- oder Grundstückskäufer. Das Gute an diesem Wert ist, dass er öffentlich einsehbar ist. Dabei lassen sich die Bodenrichtwerte für verschiedene Zonen innerhalb der gleichen Gemeinde und sogar für verschiedene Gemeinden vergleichen. Kaufinteressenten können so besonders günstige Zonen finden.

So unterscheidet sich der Bodenrichtwert vom Bodenwert

Die Begriffe Bodenrichtwert und Bodenwert sind sehr ähnlich, dabei handelt es sich um zwei sehr verschiedene Werte. Der Bodenwert ergibt sich unter anderem aus dem Bodenrichtwert. Während dieser nämlich immer pro Quadratmeter angegeben wird, bezieht sich der Bodenwert auf das gesamte Grundstück. Das heißt, um den Bodenwert zu ermitteln, muss der Bodenrichtwert mit der Größe des Grundstücks in Quadratmetern multipliziert werden.

Das heißt, dass der Bodenwert zeigt, wie hoch der Bodenrichtwert für das gesamte Grundstück ist. Der Bodenwert wiederum fließt in verschiedene andere Werte ein. Die Verfahren dafür nennen sich Sachwertverfahren, Vergleichswertverfahren und Ertragswertverfahren. Mit den daraus ermittelten Werten lässt sich das Grundstück oder die Immobilie tatsächlich bewerten.

Foto: Pixabay.com © 13902

Der Marktwert oder Verkehrswert

Ist das Grundstück nicht bebaut, reicht der Bodenwert oft aus, um zu ermitteln, ob das Bauland einen gerechtfertigten Preis hat. Steht allerdings bereits eine Immobilie darauf, wird die Wertermittlung schwieriger. Denn dann gilt es, den Verkehrswert zu ermitteln. Dafür ist es notwendig, den Zustand der Immobilie zu kennen. Denn in den Verkehrswert einer Immobilie spielen viele Faktoren hinein:

·         Lage

·         Ausstattung

·         Baujahr

·         Energieeffizienz des Hauses

·         Verkaufspreise ähnlicher Immobilien in der gleichen Gegend

·         ursprüngliche Baukosten abzüglich Abnutzung

·         Größe (Wohn- und Nutzfläche!)

·         Zustand

Außerdem regelt natürlich die Nachfrage den Preis. Denn je höher die Nachfrage bei kleinerem Angebot, desto höher wird der Kaufpreis sein. Um den Verkehrswert der Immobilie zu kennen, ist es also ratsam, sie einmal zu besichtigen. Hier können Interessenten außerdem erste Fragen stellen und sich ein genaueres Bild von der Immobilie machen.

Foto: Pixabay.com © kalhh

Das Grundstück im direkten Vergleich

Es ist sinnvoll, das gewählte Grundstück mit ähnlichen Grundstücken zu vergleichen. Diese müssen dazu nicht zum Verkauf stehen. Es geht vielmehr darum: Was für einen Kaufpreis haben gleichwertige Grundstücke in der Vergangenheit erzielt? Auch die Frage nach dem durchschnittlichen Quadratmeterpreis für die gleiche Gegend und der dortige Mietspiegel sind relevant. Um zwei Grundstücke miteinander zu vergleichen, muss mindestens eines von zwei Kriterien erfüllt sein:

1.       Gleiche Lage, entweder in derselben Nachbarschaft oder in einer anderen, gleichwertigen Nachbarschaft

2.       Gleiche Ausstattung und Größe des Grundstücks und der darauf befindlichen Immobilie

Nur so ist es sinnvoll, die beiden Grundstücke zu vergleichen. Dann ist es allerdings auch möglich, vom Vergleichswert den Wert des Grundstücks abzulesen, für das der Käufer sich interessiert. Wird der verlangte Kaufpreis dann als zu hoch eingeschätzt, dann kann der Interessent durchaus handeln und ein Angebot unterbreiten, das unter dem veranschlagten Preis liegt.

Startseite