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Feuchte AMD: Frühe Diagnose und Therapie erhalten die Sehkraft

Die feuchte altersabhängige Makuladegeneration ist hierzulande Hauptursache für Altersblindheit. Dabei kann eine medikamentöse Therapie den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten. Die Augenerkrankung muss nur früh genug erkannt werden.

Wer regelmäßig seine Netzhaut untersuchen lässt, beugt am besten einer drohenden Altersblindheit vor Foto: unsplash

„In der Mitte des Sehens befindet sich ein größerer schwarzer oder grauer Punkt. Das macht Lesen unmöglich, und auch Gesichter werden nicht erkannt.“ Was Dr. Thoralf Wecke hier beschreibt, sind die Folgen einer nicht behandelten feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (feuchte AMD). Der Facharzt für Augenheilkunde vom Augenzentrum in Schönebeck weiß von seinen Patienten: „Das wirkt sich entscheidend auf die Lebensqualität aus.“ Eine Konsequenz, die sich mit der modernen Medizin verhindern lässt.

Laut AMD-Netz, einem Zusammenschluss von Experten rund um die Augenkrankheit, sind in Deutschland etwa 7,5 Millionen Menschen von einer AMD betroffen. Das Problem: Viele gehen zu spät mit ihren Augenproblemen zum Arzt. „Die trockene Makuladegeneration, die der feuchten AMD vorausgeht, ist von den Patienten oft nicht selbst erkennbar“, erklärt Dr. Wecke den Grund. Je früher aber eine AMD diagnostiziert wird, desto zuverlässiger können Augenärzte therapeutisch eine Altersblindheit vermeiden.

Symptome rechtzeitig erkennen

Erste Anzeichen einer AMD können ab einem Alter von 50 Jahren auftreten. Wer bei sich die entsprechenden Symptome beobachtet, sollte nicht zögern und sofort zum Augenarzt gehen. Neben dem grauen Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes, den Dr. Wecke beschreibt, gibt es weitere typische Anzeichen für eine AMD:

  • Gerade Linien wie etwa ein Fensterrahmen oder die Fugen im Badezimmer erscheinen verbogen.
  • Die Farben wirken blasser.
  • Es gibt Schwierigkeiten beim Lesen, Worte verschwimmen, Buchstaben scheinen zu hüpfen.

Schuld sind zunächst Ablagerungen von Stoffwechselprodukten im Bereich des schärfsten Sehens, der Makula. Sie beeinträchtigen die Sehzellen der Makula, auch bekannt als Gelber Fleck. Diese Form der Makuladegeneration, die trockene AMD, schreitet sehr langsam voran.

In 15 Prozent der Fälle entwickelt sich aus der trockenen AMD eine feuchte Form. „Bei der feuchten AMD handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, die zu Wucherungen führt“, beschreibt Dr. Wecke das Krankheitsbild. Weil die Ablagerungen die Nährstoffversorgung des Auges stören, schüttet der Körper vermehrt den Botenstoff VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) aus. Das regt das Wachstum neuer Blutgefäße zwischen Makula und der dahinterliegenden Aderhaut an. Leider sind die Gefäße nicht sehr stabil: Blut und Serum entweichen und sammeln sich in und unter der Netzhaut an, diese Flüssigkeitsansammlungen führen letztendlich zur Zerstörung der Sehzellen.

Diese Gefäßwucherungen und damit die austretende schädliche Flüssigkeit lassen sich aufhalten. Dazu muss ein Augenarzt in regelmäßiger Abfolge einen VEGF-Hemmer in den Glaskörper des Auges spritzen. „Damit ist es möglich, eine weitere Verschlimmerung der Krankheit zu verhindern“, erläutert Dr. Wecke.

Regelmäßige Vorsorge

Um so viele Sehzellen wie möglich zu retten, ist eine frühe Behandlung wichtig. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind hier ausschlaggebend. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V (BVA) rät zu Netzhautuntersuchungen ab einem Alter von 55 Jahren. „Es gibt familiär vorbelastete Personen, die frühzeitig zur Vorsorge gehen sollten“, gibt Dr. Wecke aber zu bedenken. Ist etwa ein Elternteil an einer AMD erkrankt, empfiehlt sich ein früherer Besuch beim Augenarzt. Je eher die Krankheit erkannt wird, desto länger können Ärzte die Sehkraft erhalten.

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