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Morbus Bechterew: Wenn der Rücken Rheuma hat

Morbus Bechterew ist die Spätform einer chronischen entzündlich-rheumatischen Erkrankung der Wirbelsäule. Schmerzen und Steifheit machen den Betroffenen das Leben schwer. Eine Langzeittherapie bringt Linderung und kann Einschränkungen verhindern – vorausgesetzt, die Krankheit wird früh genug erkannt.

von Aschendorff Medien

Foto: Unsplash.com

Rückenschmerzen, die nicht nachlassen, ein steifes Gefühl am Morgen und das über Wochen. Erst nach ein bisschen Bewegung wird es besser. Diese Symptome lassen Mediziner:innen aufhorchen, denn sie geben Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule: der die sogenannte axiale Spondyloarthritis, kurz axSpA. Gründe für die Beschwerden sind nicht der klassische Hexenschuss oder Verspannungen. Dauerentzündungen in den Wirbeln lösen die Schmerzen aus.

Morbus Bechterew ist die Bezeichnung dieser Rheumakrankheit, sobald auf einem Röntgenbild erste Verknöcherungen erkennbar sind. Das geschieht, wenn die Entzündungen ungehindert in der Wirbelsäule wüten können. Dabei beginnt axSpA bereits viel früher.

Rheuma ist keine Alterserscheinung

Wer denkt, Rheuma betrifft nur alte Leute, liegt falsch. AxSpA tritt in der Regel zum ersten Mal zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Und genau hier liegt das Problem, warum die Krankheit oft erst spät diagnostiziert wird. Junge Leute nehmen die Beschwerden zunächst nicht ernst. Jeder hat mal Rückenschmerzen. Die gehen bestimmt von selbst wieder weg.

Doch spätestens wenn das nach Wochen immer noch nicht passiert ist, führt kein Weg an einer fachärztlichen Untersuchung vorbei. Je früher die Betroffenen ihn antreten, desto besser. Ist axSpA erst einmal diagnostiziert, kann eine konsequente Langzeittherapie viel bewirken. Rheumatolog:innen haben verschiedene Möglichkeiten, gegen die Erkrankung vorzugehen.

Foto: Unsplash.com

Schmerzfrei und beweglich bleiben

AxSpA ist chronisch. Das bedeutet, das Rheumaleiden ist nicht heilbar. Zum Glück hält die moderne Medizin wirksame Medikamente bereit. Sie packen die Erkrankung an ihrer Wurzel, den Entzündungen. Kortisonfreie Antirheumatika lindern die Schmerzen und wirken entzündungshemmend. Zeigen sie keine zufriedenstellende Wirkung, kommen Biologika zum Einsatz. Das sind biotechnologisch hergestellt Antikörper, die gezielt die Botenstoffe des Körpers ausschalten, die für den Entzündungsprozess verantwortlich sind. Beide Varianten müssen ein Leben lang eingenommen werden.

Unterstützt wird die medikamentöse Therapie durch konsequentes Bewegungstraining. Krankengymnast:innen stellen ein Programm zusammen, dass zum einen wenig benutzte, aber wichtige Muskeln trainiert. Zum anderen enthält es Übungen, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule so lange wie möglich erhalten sollen. Gleichzeitig werden Patient:innen angehalten, in der Freizeit regelmäßig Sport zu treiben.

Ziel der Behandlung ist es, so lange wie möglich ein normales Leben aufrechtzuerhalten. Das bedeutet: weniger Schmerzen, Verknöcherungen der Wirbelsäule verhindern und die Beweglichkeit erhalten. Für die Betroffen heißt das, an der Therapie konsequent dranzubleiben – für einen beweglichen Rücken und nahezu beschwerdefreien Alltag.

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