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So hilft Sport bei Angststörungen

Ob regelmäßige Panikattacken, soziale Phobien oder andere Angsterkrankungen – mit sportlicher Betätigung lassen sich die Symptome oft lindern. Auch bei Depressionen und Stress kann Sport hilfreich sein. Doch welche Sportarten eignen sich am besten? Hier ein paar aktuelle Forschungsergebnisse zusammengefasst.

von Aschendorff Medien

Foto: shutterstock.com

Sport tut Körper und Seele gut

Dass sportliche Bewegung gesund ist, weiß jeder Mensch. Das gilt aber nicht nur für den Körper, sondern auch für die Psyche, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Allgemein lässt sich sagen, dass körperlich aktive Menschen seltener krank werden als absolute Sportmuffel. Zudem macht regelmäßiger Sport durch die Ausschüttung von Glückshormonen zufriedener, Stress wird schneller abgebaut. Statistisch gesehen haben sportlich sehr aktive Menschen auch seltener Angsterkrankungen bzw. entwickeln weniger schwere Symptome als unsportliche Menschen. Wer ganz auf Sport verzichtet oder nur selten trainiert, erhöht dagegen das Risiko, psychisch anfälliger zu sein. Mit regelmäßigem Sport lässt sich einer Angsterkrankung also auch vorbeugen. Ist eine Erkrankung bereits vorhanden, kommt regelmäßiger Sport oft therapiebegleitend zum Einsatz.

Welche Sportarten sind besonders zu empfehlen?

Symptome der Panikstörung und Agoraphobie sowie soziale Ängste lassen sich am besten mit Ausdauertraining verbessern. Geeignet sind dafür Joggen, das Laufen auf dem Laufband, aber auch Fahrradfahren, Schwimmen und Inlineskaten. Sogar Yoga hat einen Effekt, da es sich positiv auf das innere Gleichgewicht und die Stärkung des ganzen Körpers auswirkt. Bei manchen Menschen wirkt Yoga sogar meditativ und damit entspannend und angstlösend.

Was passiert im Körper?

Bei sportlicher Betätigung passiert viel im Körper. Durch die Regulierung der Botenstoffe kann sich die Schlafqualität verbessern und das Stressempfinden verringern. Schlechter Schlaf und erhöhte Stressanfälligkeit sind Symptome und manchmal auch Auslöser einer Angsterkrankung, sodass Sport zur Reduzierung hilfreich sein kann.

Foto: shutterstock.com

Wer regelmäßig trainiert, wird zudem von unermüdlichem Grübeln abgelenkt, was bei vielen Angststörungen ebenfalls häufig vorkommt. Sorgen und Ängste treten durch das Training in den Hintergrund, Körper und Psyche können sich für kurze Zeit komplett entspannen. Durch die Erfolge, die bei regelmäßigem Training gemacht werden, wird zusätzlich das Selbstbewusstsein gestärkt. Werden die gesteckten Ziele erreicht, erlebt der Betroffene oft Glücksgefühle, die die Angsterkrankung in den Hintergrund drängen und auch weiteren Symptomen vorbeugen können.

Tipp: Wer unter Panikattacken leidet, sollte mit dem Sport sehr langsam beginnen. Denn oftmals lösen ein hoher Puls und die schnelle Atmung neue Panikattacken aus. Wer hier langsam vorgeht und dem Körper Schritt für Schritt mehr zutraut, kann langfristig die Symptome besser in den Griff bekommen.

Reicht Sport als Therapie aus?

Eine Angsterkrankung sollte ebenso wie andere psychische Störungen von einem Facharzt behandelt werden. Sport als alleinige Maßnahme reicht als Behandlung in der Regel kaum aus, da die Ursachen und Auslöser nicht behandelt werden. Sport kann aber sehr gut therapiebegleitend eingesetzt werden, um schneller eine Linderung der Symptome zu erreichen und nach Therapieende langfristig einem Rückfall vorzubeugen. Häufig können Betroffene ihre Medikamente reduzieren oder ganz absetzen, wenn sie sportlich aktiver werden.

Gemeinsam stark

Besonders empfehlenswert ist das Training in der Gruppe, sei es im Fitnessstudio, in der Laufgruppe oder einfach mit einem guten Freund. So überwindet man den inneren Schweinehund und hat im Fall der Fälle immer jemand in der Nähe, der einem bei psychisch bedrohlichen Zuständen hilfreich zur Seite steht. Spezielle Trainingsangebote werden oft von den Krankenkassen bezuschusst, zum Beispiel Yoga oder andere Sportarten, die der Stressreduzierung dienen.

Foto: shutterstock.com

Fazit

Sport kann eine Angststörung zwar nicht heilen, aber effektiv zur Symptomlinderung beitragen. Auch nach einer Therapiemaßnahme kann sportliche Aktivität vorbeugend wirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Sport regelmäßig ausgeübt wird. Etwa drei- bis viermal pro Woche Ausdauersport ist ausreichend, um Körper und Psyche zu stärken und insgesamt widerstandsfähiger gegen Erkrankungen zu werden. Wer in der Gruppe trainiert, bleibt häufig länger motiviert, das regelmäßige Sporttraining durchzuhalten.

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