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So viel kostet eine gute Brustvergrößerung

Eine als unschön empfundene weibliche Brust verursacht bei vielen Frauen ein negatives Körpergefühl. Es ist somit nicht überraschend, dass Brustvergrößerungen weltweit zu den häufigsten Eingriffen in der plastischen Chirurgie gehören.

Von Aschendorff Medien

Foto: colourbox.de / Motortion

Laut Daten des ISAPS (International Society of Aesthetic Plastic Surgery) lassen sich etwa 1,5 Millionen Frauen jedes Jahr ihre Brüste vergrößern. Brust-OPs (medizinisch Brustaugmentation oder Mammaaugmentation) haben damit einen Anteil von 15,8 Prozent aller kosmetischen chirurgischen Eingriffe. Auch in Deutschland ist die Brustvergrößerung die beliebteste Schönheitsoperation, gefolgt von Oberlidstraffungen und Fettabsaugungen. Doch wie viel sollte eine gute Brustvergrößerung kosten und welche Auswirkungen kann eine billige Brustvergrößerung für Patientinnen haben?

Kosten einer Brustvergrößerung

Im Internet werden Brust-OPs von Billiganbietern bereits für etwa 3.000 Euro beworben. Bekannte Kliniken mit einem hohen Qualitätsstandard verlangen für eine Brustvergrößerung meist deutlich mehr. Einen genauen Preis nennen seriöse plastische Chirurgen aufgrund der individuellen Wünsche der Patientinnen meistens erst nach einer Voruntersuchung und einem persönlichen Beratungsgespräch.

Wie viel eine Brust-OP kosten sollte, hängt laut Experten für Plastische und Ästhetische Chirurgie davon ab, welche Art von Eingriff geplant ist. Zudem gibt es starke regionale Preisunterschiede. Im Durchschnitt kostet eine Brustvergrößerung in einer seriösen Klinik in Deutschland zwischen 4.000 und 8.000 Euro. Deutlich günstiger Preise sollten hinterfragt werden, weil die Implantate selbst, die Klinikgebühr und der Narkose-Arzt alle bezahlt werden müssen.

Risiken „billiger“ Brustvergrößerungen

Kliniken, die Brustvergrößerungen zu Dumpingpreisen anbieten, sind in der Regel auf die Massenabfertigung von Patientinnen ausgerichtet. Meist können die niedrigen Preise nur angeboten werden, weil die Operationen im Akkord erfolgen. Ein gut ausgelasteter Chirurg kann zwischen drei und vier Brustvergrößerungen pro Tag durchführen. Oft leidet unter diesem hohen Pensum jedoch die Qualität und es entstehen Fehler.

Überdies sollen Patientinnen beachten, dass Ärzte in Deutschland Schönheitsoperationen durchführen dürfen, auch wenn diese keine Ausbildung zum Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie durchlaufen haben. Es ist deshalb im Beratungsgespräch wichtig, neben dem Preis auch die Expertise des Chirurgen zu beleuchten.

Unästhetisches Ergebnis durch billige Brustvergrößerung

In vielen Erfahrungsberichten über billige Brustvergrößerungen in Deutschland und im Ausland berichten Patientinnen von unästhetischen Ergebnissen. Ein zu hohes Tempo bei der Operation, mangelnde Sorgfalt der Ärzte und eine unzureichende Ausbildung könnten zu unschönen Narben, Formabweichungen und Asymmetrien führen.

Statt des gewünschten natürlichen Busens erhalten Patientinnen so ein Ergebnis, dass sie noch stärker belastet als ihre ursprünglich als zu klein empfundenen Brüste. Ein hoher psychischer Leidensdruck nach einer fehlgeschlagenen Operation ist deshalb keine Seltenheit. Zudem sind in vielen Fällen kostspielige Nachoperationen nötig, deren Gesamtkosten höher sind als die einer Brustvergrößerung bei einer seriösen Fachklinik.

Gesundheitliche Gefahren durch billige Brustvergrößerungen

Neben den optischen Mängeln und dem psychischen Leidensdruck der Patientinnen kann eine billige Brust-OP auch aus gesundheitlicher Perspektive problematisch sein. Fehler bei der Operation führen oft zu Wundheilungsstörungen, Infektionen, starken Schmerzen und Nachblutungen. Laut Berichten von „Frontal 21“ und der „Welt“ kann es im Extremfall sogar zu freiliegenden Implantaten kommen, die sich dann im Körper öffnen und infizieren. Die Folge ist eine sofortige Notoperation der Patientinnen. Dabei entstehen Kosten im fünfstelligen Bereich, die nur teilweise von der Krankenkasse übernommen werden.

Zudem besteht bei Dumpinganbietern das Risiko, dass minderwertiges Implantate verwendet werden. Es ist bereits mehrfach passiert, dass nach einiger Zeit Silikon aus diesen Implantaten austritt, das für die Gesundheit der Patientinnen sehr schädlich ist. Bekanntgeworden sind vor allem Implantate der französischen Firma PIP, die auch von Billiganbietern in Deutschland eingesetzt wurden.

Guten Schönheitschirurgen finden

Es ist deshalb für ein ästhetisches und gesundheitlich unbedenkliches Ergebnis essenziell, die Operation durch einen erfahrenen Chirurgen durchführen zu lassen. Langfristige Sicherheit kann laut Ärzten nur ein erfahrener Brustchirurg garantieren. Bevor es im persönlichen Beratungsgespräch zum ersten Kennenlernen kommt, können sich Patienten über plastischen Chirurgen in entsprechenden Bewertungsportalen informieren.

Zudem hilft das Online-Portal der Fachgesellschaft der Plastischen Chirurgen (DGPÄC), in dem nur Ärzte aufgenommen werden, die nach ihrem Medizinstudium eine separate Ausbildung für plastische und ästhetische Chirurgie absolviert haben.

Ausführliches Beratungsgespräch

Im anschließenden Beratungsgespräch sollte der Fokus auf der Erfahrung des Operators mit dem gewünschten Eingriff liegen. Dieser sollte schon häufig eine Brustvergrößerung durchgeführt haben. Mehr als 400 Operationen im Jahr sprechen jedoch für Operationen im Akkord und sind ein Zeichen dafür, dass kein gewissenhafter Umgang mit den individuell unterschiedlichen Patientinnen erfolgt.

Überdies sollte der Arzt im Beratungsgespräch die Technik, die Risiken und den Ablauf der geplanten Operation genau erläutern und auf Fragen der Patientinnen ausführlich eingehen. In seriösen Kliniken werden zudem die Beweggründen für die gewünschte Operation erfragt. Handelt es sich bei der Brustvergrößerung um eine spontane Idee, lehnen gewissenhafte Ärzte diese in der Regel ab.

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