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Gesundheit

Sommer, Sonne – Nesselsucht: Wie man in der warmen Jahreszeit mit der Hautkrankheit umgeht

Juckende Quaddeln wie nach der Berührung mit einer Brennnessel – nicht umsonst wird die Hautkrankheit Urtikaria auch Nesselsucht genannt. Die Betroffenen leiden stark unter dem Juckreiz und dem entstellenden Aussehen der Haut. Etwa 1,3 Prozent der europäischen Bevölkerung sind von Urtikaria betroffen. Allein in Deutschland tritt die akute Form der Nesselsucht bei jedem Vierten mindestens einmal im Leben auf. Das Tückische daran: Die Auslöser der Urtikaria sind oft nur sehr schwer ausfindig zu machen. Jetzt im Sommer führen die warmen Temperaturen, das helle Sonnenlicht und leckere Speisen zu ganz bestimmten Formen von Nesselsucht.  

Foto: colourbox.de

Allergisch gegen Sonne: Lichturtikaria

Lichturtikaria, eine physikalische Form der Nesselsucht, wird durch UV-Strahlen hervorgerufen. Die juckenden Quaddeln bilden sich unmittelbar beim oder kurz nach dem Sonnenbad. Betroffene sollten dann zuallererst aus der Sonne gehen und sich nicht weiter dem UV-Licht aussetzen. Wenn die Quaddeln nach kurzer Zeit nicht von allein wieder abklingen, helfen kühlende Quarkwickel gegen das Jucken. Fachleute raten Patienten, im Sommer ihre Haut durch sensitive Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor zu schützen und langsam an das Licht zu gewöhnen.

Wegen Hitze schwitzen: Cholinergische Urtikaria 

Wenn das Thermometer im Sommer steigt und steigt, kommen wir häufig ins Schwitzen. Dadurch kann jedoch eine weitere Form der Nesselsucht ausgelöst werden: die cholinergische Urtikaria. Dabei entstehen die Quaddeln durch die ansteigende Körpertemperatur, wie sie auch bei sportlicher Betätigung oder Stress auftritt. Bricht die Hautreaktion über Monate und Jahre immer wieder auf, sprechen Experten von einer chronischen Form der Nesselsucht. Dann ist es sinnvoll, ein Tagebuch über die einzelnen Schübe zu führen, um eine konkrete Ursache ausfindig zu machen. Das empfiehlt auch der Urtikaria-Spezialist Prof. Marcus Maurer von der Charité Berlin in diesem Experteninterview, weil man die Nesselsucht nur lindern kann, indem man den Auslöser meidet.

Wenn Leckeres zu Leiden führt: Histaminintoleranz

Urtikaria kann weiterhin durch bestimmte Inhaltsstoffe in Lebensmitteln ausgelöst werden. Dahinter steckt meistens eine Histaminunverträglichkeit. Doch gerade im Sommer locken einige Köstlichkeiten, die einen hohen Histamingehalt aufweisen. Darunter sind Wein, Tomaten, Erdbeeren, lange gereifte Hartkäsesorten, geräuchertes Fleisch wie Salami und Schinken, Fisch und Meeresfrüchte. Vor allem im Urlaub wird man von diesen Leckereien verführt – einige Menschen haben anschließend mit einem Nesselsuchtschub zu kämpfen. Wer weiß, dass er unter einer Histaminintoleranz leidet und darauf mit juckenden Quaddeln reagiert, sollte regelmäßig Antihistaminika einnehmen, um die Symptome zu bekämpfen.

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