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Verlassen worden - und jetzt? Wege raus aus dem Tief

So sehr man es sich nach einer Trennung auch wünschen würde, es gibt kein Regelwerk dafür, wie man darüber hinwegkommt. Nach dem Ende einer Beziehung erleben Menschen häufig Einsamkeit, den Verlust des Selbstbewusstseins, Kummer und Depressionen. Nach einer Trennung trauert man oft nicht nur um den Verlust eines romantischen Partners, sondern auch um die Träume und Erwartungen, die man für die gemeinsame Zukunft hatte. Es ist ein vielschichtiger Herzschmerz, der schwer zu bewältigen ist. Es gibt zwar keine Patentlösung, um über jemanden hinwegzukommen, aber es gibt Dinge, die man tun kann, um den eigenen Heilungsprozess zu bewältigen.

 von Aschendorff Medien

Foto: Adobe Stock

Die Trennung wie eine körperliche Verletzung behandeln

Es hilft, bei der Heilung eines gebrochenen Herzens die gleiche Gnade walten zu lassen, die man sich bei einem medizinischen Problem zugestehen würde. Es kann sein, dass man im Anschluss nicht zu 100 % funktioniert, und das ist in Ordnung. Man würde sich auch nicht selbst dafür bestrafen, dass man nicht ins Fitnessstudio gegangen ist, nachdem man sich beispielsweise das Bein gebrochen hat. Genauso nett sollte man zu sich selbst sein, wenn Sie eine emotionale Verletzung durchmacht.

Sich Unterstützung holen

Freunde und Familie geben nach einer Trennung Halt und Unterstützung. Oft fürchten Betroffenen, ihre Vertrauten zu belasten oder zu verärgern, wenn sie sich ihnen öffnen. Daher ist es klug, genau abzuwägen, mit wem man darüber spricht. Eine gute Freundschaft wird aber auch diese Tiefen aushalten. Gerade wenn die Trennung erwartet wurde und man während der Beziehung ein normales Maß an Kontakt zu den Freunden gehalten hat, sind diese vielleicht nicht überrascht, wenn sie die Nachricht erfahren. Im Idealfall werden sie sofort aktiv und helfen ihrem Freund.

Keine Angst vor professioneller Hilfe

Ein unvoreingenommener, neutraler Beobachter hilft Betroffenen, besser zu verstehen, was passiert ist, welche Rolle sie dabei gespielt haben und wie sie daraus lernen und wachsen können, wenn sie zukünftige Beziehungen anstreben. Dies ist besonders wichtig, wenn ihre psychische Gesundheit durch die Trennung stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie essen oder schlafen nicht, fehlen oder haben Probleme bei der Arbeit, ihre Stimmung oder Persönlichkeit verändert sich stark, oder sie haben düstere bis selbstmörderische Gedanken. Ein Therapeut hilft in diesem Fall, wieder aus dem schwarzen Loch herauszufinden.

Geduld lohnt sich

Wie lange dauert es, über eine Trennung hinwegzukommen? Darauf gibt es keine pauschale Antwort, denn es ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Allgemein gilt aber, dass der Schmerz nicht über Nacht verschwindet und die Genesung ein Prozess ist. Es wird Tage geben, an denen es besser geht und Tage, an denen es schlechter geht. Die Gedanken und Emotionen können eine Zeit lang in den Phasen der Trauer hin- und herspringen. An manchen Tagen geht es vielleicht besser als an anderen, und es ist alles gut, so wie es ist.

Die Heilungszeit hängt von der Bedeutung ab, die die Beziehung hatte, sowie von der Dauer der Beziehung. Vor allem, wenn man mit dieser Person etwas Neues erlebt hat - wie der erste Partner, mit dem man zusammengelebt hat - kann es sehr schwierig sein, weiterzumachen. Aber auch in solch einem Fall heilt die Zeit letztendlich alle Wunden und es kommt bestimmt der Tag, an dem man die Beziehung überwunden hat.

Abstand gewinnen von der Beziehung

Heilung kann nur stattfinden, wenn die Person, die einen verlassen hat, nicht weiterhin präsent ist. Daher sollte, gerade wenn die Trennung noch frisch ist, mindestens 30 Tage lang jeglicher Kontakt zum Ex-Partner gekappt werden. Lässt sich die Kommunikation nicht gänzlich vermeiden, so sollte sie auf das Notwendigste beschränkt werden. So kann man z. B. versuchen, dass man seine Sachen zurückbekommt, und dann die Diskussion beenden.

Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung dafür, ob man die Nummer des Ex löschen oder ihn in den sozialen Medien blockieren sollte oder nicht. Das hängt wirklich von den Besonderheiten der jeweiligen Situation ab. Entscheidend ist hier, wie sich die Möglichkeit der Kontaktaufnahme auf den Verlassenen auswirkt. Eine Trennung kann man sich wie eine Wunde vorstellen. Nachdem die Wunde versorgt wurde, sollte man sie in Ruhe lassen. Jedes Mal, wenn man seinen Ex kontaktiert, reißt man den Schorf ab. Das Aufreißen von Schorf führt zu Infektionen und Narbenbildung, und das Gleiche passiert mit der emotionalen Heilung.

Schmerzhafte Erinnerungen beseitigen

Der gesündeste Bewältigungsmechanismus ist, alles loszuwerden, was mit dieser Person zu tun hat. Die Möglichkeit zur Kommunikation aufrechtzuerhalten oder sogar alte Nachrichten oder Telefonanrufe aufzubewahren, hält die Hoffnung aufrecht, dass man vielleicht wieder zusammenkommt. Es könnte auch die Fähigkeit der Betroffenen behindern, mit ihrem Leben ohne diese Person weiterzumachen.

Foto: Adobe Stock

Den Ex nicht beobachten

Nach einer Trennung muss man nicht wissen, was der Ex-Partner so treibt. Keinesfalls sollte man auf seinen sozialen Medien lauern oder sich von gemeinsamen Freunden auf dem Laufenden halten lassen. Zu wissen, was der Ex-Partner vorhat, hilft Betroffenen nicht weiter. Ertappt man sich dabei, wie man zwanghaft seine sozialen Medien überprüft, ist es am klügsten, ihn entweder zu entfreunden oder gar zu blockieren. Schafft man diesen Schritt nicht allein, kann ein guter Freund dabei helfen.

Ein Date mit mir selbst

Man ist jetzt wieder mit dem Menschen alleine, der eine ohnehin für den Rest seines Lebens begleiten wird - und das ist man selbst. Mit sich selbst klarzukommen ist die Voraussetzung dafür, auch mit anderen Menschen erfüllte Beziehungen leben zu können. Daher ist eine Trennung der ideale Zeitpunkt, um die Beziehung zu sich selbst aufzufrischen. Man kann sich selbst all das geben, was man einem geliebten Partner geben würde. Gutes Essen, schöne Erlebnisse, Reisen - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Beste: Von all diesen Dingen wird man später profitieren, wenn man wieder eine Beziehung eingeht. Denn ein anderer Mensch kann uns nur so sehr lieben, wie wir uns selbst lieben.

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