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Vollentsalzung von Leitungswasser mit einem Ionenaustauscher

Laut Analysen des Umweltbundesamts (UBA) hat das Trinkwasser in Deutschland eine hervorragende Qualität. In manchen Fällen reicht die hohe Trinkwasserqualität aber nicht aus. Das Wasser muss deshalb zusätzlich mit einem Ionenaustauscher gereinigt werden.

Von Aschendorff Medien

Foto: colourbox.de / Gyvafoto / Grazvydas Jurgelevicius

Die Qualität des Trinkwassers ist in Deutschland streng reguliert. Untersuchungen des Umweltbundesamts (UBA) zeigen, dass Bakterien und andere Mikroorganismen nur selten oberhalb der Grenzwerte vorkommen. Ablagerungen, die durch die Korrosion von Leitungen und Reaktionen des Wassers mit den Metallen entstehen, werden hingegen deutlich häufiger in Wasserproben nachgewiesen.

Dies liegt primär am großen Leitungsnetz, über das das Trinkwasser vom Wasserversorger bis zum Verbraucher transportiert wird. Dabei geben einige Leitungsmaterialien kleine Moleküle in das Trinkwasser ab. Diese sind für den Menschen in der Regel gesundheitlich nicht bedenklich, weil nur ungefährliche Materialien für Trinkwasserleitungen genutzt werden dürfen.

Chemische Reaktionen im Trinkwasser

Es kann jedoch zu Problemen kommen, weil das Wasser auf seinem Weg Leitungen aus verschiedenen Materialien durchläuft, etwa Wasserrohre aus verzinkten Stahl, Kupferleitungen innerhalb des Hauses und schlussendlich Armaturen aus Messing oder anderen Buntmetallen. Dabei können durch chemische Reaktionen der einzelnen Metalle bedenkliche Mengen unterschiedlicher Verbindungen im Trinkwasser entstehen.

Grenzwerte der DIN 50930-6

Die Grenzwerte für diese Verbindungen sind in der DIN 50930-6 auf Basis von Forschungsergebnissen und Erfahrungswerten festgelegt. Es soll so sichergestellt werden, dass beim Erreichen der Höchstmengen noch immer eine hohe Trinkwasserqualität besteht, die für die Gesundheit des Menschen unbedenklich ist.

Um zu untersuchen, ob korrosionschemische Veränderungen im Trinkwasser vorkommen, führen die zuständigen Wasserversorger und Behörden regelmäßig Analysen durch. In der Regel können Probleme, die zu einem Überschreiten der Grenzwerte führen könnten, dadurch schon im Vorfeld erkannt und beseitigt werden.

Trinkwasserqualität nicht immer ausreichend

Obwohl die DIN 50930-6 strenge Vorgaben an die Trinkwasserqualität steht und nur Toleranzgrenzen besitzt, gibt es Anwendungsfälle, für die die sehr hohe Trinkwasserqualität nicht ausreicht, etwa:

·       Medizinische und chemische Labore

·       Dampferzeugung für Sterilisatoren

·       Galvanotechnik

·       Produktion empfindlicher Bauteile in der Elektroindustrie

·       Produktion in der Pharma- und Kosmetikindustrie

Das Trinkwasser muss deshalb zusätzlich mit per Vollentsalzung mit einem Ionentauscher gereinigt werden.

Funktionsweise eines Ionenaustauschers

Ein Ionenaustauscher ist eine technische Anlage, die Wasser durch den Einsatz von Säuren und Laugen aufbereitet. Es kann somit eine erstklassige Wasserqualität erreicht werden, die keinerlei störende Salze enthält.

Ionenaustauscher (Ionentauscher) sind Materialien, die die im Wasser gelösten Stoffe beziehungsweise deren Ionen gegen andere Ionen der gleichen Ladung (daher positiv oder negativ) ersetzen können. Industrielle Vollentsalzungsanlagen mit Ionentauscher bestehen in der Regel aus Säulen, die das Ionenaustauschermaterial enthalten oder aus Membranen. Im Betrieb werden diese von Wasser durchströmt. Dabei bindet das Ionenaustauschermaterial die unerwünschten Ionen und gibt parallel eine der äquivalenten Stoffmenge der gebundenen Ionen und das Wasser ab. Ein Kationen-Ionenaustauscher kann so etwa Calcium-Kationen gegen Natrium-Kationen austauschen.

Moderne Vollentkalkungsanlagen mit Ionentauschern verfügen über Sensoren, die die Zuführung der erforderlichen Chemikalien und den Wasserfluss automatisch steuern. Es wird so sichergestellt, dass das Wasser seine erforderliche Reinheit erhält, ohne dass dabei übermäßig viele Chemikalien verbraucht werden.

Worauf kommt es beim Vollentsalzungsanlagen mit Ionentauscher an?

Beim Kauf einer Vollentsalzungsanlagen mit Ionentauscher ist vor allem die erforderliche Menge an reinem Wasser entscheidet. Vollentsalzungsanlagen gibt es in den unterschiedlichsten Größen, die von mobilen Geräten bis hin zu großen, stationären Anlagen reichen.

Durch die Wahl einer ausreichend dimensionierten Vollentsalzungsanlage kann sichergestellt werden, dass immer ausreichend Wasser in Echtzeit entsalzt werden kann. Zudem verfügen professionelle Anlagen über Vorratsbehälter für das gereinigte Wasser. Diese sollten jedoch eine UV-Entkeimungsanlage im Wassertank oder im Leitungssystem besitzen, damit es nicht zu einer Verkeimung des entsalzten Wassers kommt.

Weil bei Vollentsalzungsanlagen mit größeren Mengen teilweise gefährlicher Säuren und Laugen gearbeitet wird, dürfen diese nur von qualifizierten Fachleuten, die die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen kennen, bedient werden. Außerdem sind Auffangbehälter nötig, um bei einem Unfall auslaufende oder übergelaufene Chemikalien auffangen zu können.

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