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Zahnschmerzen durch Weisheitszähne

Kaum ein zahnmedizinisches Thema ist so umstritten wie die frühzeitige Entfernung der Weisheitszähne. Einige Zahnärzte schwören darauf, die zusätzlichen Zähne aufgrund ihrer hohen Anfälligkeit für Karies schon vor dem Durchbrechen des Zahnfleischs zu extrahieren. Andere Zahnärzte warten ab, ob die Zähne überhaupt herauskommen und ob sie ausreichend Platz im Kiefer haben. Was ist richtig, worauf kann man sich als Patient verlassen und was ist im eigenen Fall nötig?

Aschendorff Medien

Foto: Colorbox.de

Weisheitszähne extrahieren lassen - oder nicht?

Wer auf dem Zahnarztstuhl sitzt und erfährt, dass der Zahnarzt alle Weisheitszähne ziehen und die Entfernung im besten Fall mit einem Mal vornehmen möchte, verliert nicht selten sämtliche Farbe im Gesicht. Fernab des Schrecks, den die Information über die geplante Behandlung erzeugt, sollte man sich und den Zahnarzt fragen, ob und mit welcher Begründung die OP nötig ist. Jeder Mensch hat zwei Weisheitszähne im Oberkiefer und die gleiche Menge im Unterkiefer. Bei einem Großteil der Bevölkerung brechen die zusätzlichen Zähne nicht, oder nur teilweise durch.

Für Menschen mit großen Zahnlücken oder gesundheitlichen Problemen an den Backenzähnen können die Weisheitszähne, sofern sie den Weg nach draußen finden, hilfreich sein und eine prothetische Versorgung vermeiden. Wer über einen kleinen Kiefer und damit über den sprichwörtlichen Platzmangel verfügt, könnte durch die frühzeitige Entfernung der Weisheitszähne eine kieferorthopädische Behandlung vermeiden.

Wenn die Weisheitszähne drücken oder die Zahnreihe verschieben ...

In diesem Fall ist es ratsam, alle Weisheitszähne auf einmal ziehen, oder sie in kurzen Abständen entfernen zu lassen. Welche Variante besser ist, muss der Patient individuell entscheiden. Werden alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernt, kann eine Vollnarkose ratsam sein. Sie ist nötig, wenn sich die Zähne noch unter dem Zahnfleisch befinden und nicht gezogen, sondern herausoperiert werden. Werden die bereits durchgebrochenen Weisheitszähne einzeln gezogen, reicht eine lokale Betäubung aus.

Viele Menschen haben keine Schmerzen bei retinierten Weisheitszähnen. Wer zum Beispiel bereits einen Backenzahn verloren hat, erzielt sogar einen Vorteil, wenn der Weisheitszahn durchbricht und die Lücke füllt. Ob eine Verschiebung der Zahnreihe auftreten könnte, findet ein routinierter Zahnarzt anhand der Röntgenaufnahmen und seiner jahrelangen Erfahrung heraus. In diesem Fall wird er zur Extraktion raten und dem Patienten empfehlen, nicht zwangsläufig auf den Durchbruch zu warten.

Eine Zweitmeinung ist ratsam - auch wenn man seinem Zahnarzt vertraut

Die Frage, ob man die Weisheitszähne "behalten" oder entfernen lassen sollte, ist nicht einfach. Daher sollten sich Betroffene eine Zweitmeinung einholen und zum Beispiel bei einem Kieferorthopäden herausfinden, ob die Weisheitszähne perspektivisch Probleme verursachen und die Zahnreihe verschieben können. Ist das nicht der Fall und sind sie gesund, besteht kein Anlass, die Entfernung unbedingt vornehmen, und sich die Weisheitszähne ziehen zu lassen.

Der Eingriff ist nicht völlig frei von Risiken. Es kann zu vorübergehenden Schwellungen nach dem Eingriff, aber auch zu nachträglichen Komplikationen durch eine Infektion kommen. In seltenen Fällen werden die benachbarten Zähne taub oder schmerzempfindlich. Ein Taubheitsgefühl der Zunge ist selten, aber nicht vollständig auszuschließen.

In Abwägung der Notwendigkeit und der Risiken sollten Patienten die Entscheidung zur Entfernung der Weisheitszähne nur nach ausführlichen Informationen treffen. Das wiederum bedeutet, dass eine Zweitmeinung essenziell ist. Ob man den einmaligen Termin oder die nacheinander erfolgende Extraktion wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man sollte sich aber immer darüber im Klaren sein, dass im Kiefer verbleibende, aber auch entfernte Weisheitszähne Schmerzen erzeugen und die Gesundheit beeinträchtigen können.

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