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Tipps

Diese Heiz-Regeln helfen beim Sparen

Münster

Die Energiepreise sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - egal ob bei Gas, Öl oder Pellets. Doch auch bei frostigen Temperaturen kann sparsam geheizt werden. Verbraucherschützer und Energieberater geben Tipps.

Von Jürgen Stilling

Um die individuell passende Raumtemperatur zu bekommen, sollte man wissen, welche Thermostat-Stufe die richtige ist. Foto: dpa

Gas, Öl und Pellets sind teuer, dennoch kann man auch bei winterlichen Temperaturen so heizen, dass nicht unnötig Energie verschwendet wird. Verbraucherschützer und Energieberater geben Tipps:

Um abschätzen zu können, wie stark man heizt, sollte man der Verbraucherzentrale NRW zufolge erst einmal wissen, welche Temperaturen bei der Einstellung des Thermostats entstehen: Bei Stufe eins sind es zwölf Grad, bei Stufe fünf 28. Dazwischen liegen pro Stufe etwa vier Grad.

Raumtemperatur von mindestens 16 Grad

Wenn es draußen knackig kalt ist und die Raumtemperatur auch stark sinkt, können Wasserleitungen im Gebäude einfrieren. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk empfiehlt daher an kalten Tagen eine Raumtemperatur von 16 Grad, bei schlecht gedämmten Gebäuden 18 Grad.

Um optimal zu heizen, raten die Verbraucherschützer, darauf zu achten, keine Möbel oder Vorhänge vor Heizkörper zu hängen.

Während des Lüftens sollten die Heizkörper ausgeschaltet werden. Denn ein aufgedrehtes Thermostatventil würde versuchen, die eingestellte Raumtemperatur auch gegen die einströmende kalte Luft stabil zu halten. „Damit heizt man also verstärkt warme Luft direkt aus dem offenen Fenster heraus“, so Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Auch ungenutzte Räume nicht auskühlen lassen

Sie haben ein großes Haus oder eine große Wohnung und nutzen nicht alle Räume ständig? Dann liegt es auf der Hand, diese Zimmer nicht so stark zu beheizen. Doch um Schimmelbildung in diesen kühleren Zimmern zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass dort eine normale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent herrscht, rät Wolfgang Lorenz vom Bundesverband Schimmelpilzsanierung. Das gelingt, wenn die Türen geschlossen bleiben und häufig gelüftet wird.

Bei alten Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren lohnt es sich, die Heizkörpernischen in Eigenregie zu dämmen.

Richtig Lüften gehört dazu

Zum Heizen gehört das richtige Lüften: Je mehr Personen sich im Haushalt befinden und je aktiver sie sind, desto öfter muss täglich gelüftet werden: kurz durch ein oder mehrere weit geöffnete Fenster (Stoßlüften) oder quer durch die Wohnung (Querlüften), empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW. Das sorgt schnell für frische Luft. Im Winter bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind reichen drei bis fünf Minuten. Aus hygienischen Gründen sollte mindestens drei bis vier Mal pro Tag die Luft komplett ausgetauscht werden. Wenn Sie den ganzen Tag abwesend sind, ist es wichtig, zumindest morgens und abends zu lüften.

Wenn niemand zu Hause ist, muss es dort auch nicht wohlig warm sein. Ein Absenken der Temperatur bei Abwesenheit spart Energie. Wenn Sie dafür aber ungern jedes Heizungsventil einzeln bedienen möchten, können Sie auf programmierbare oder vernetzte Thermostate setzen.

Die Heizung richtig einstellen

Wie oft haben Sie Ihre Heizung schon eingestellt? Fakt ist: Einstellungen an der Heizung werden oft nicht mehr verändert. Im Extremfall befindet sich die Steuerung sogar noch in der Werkseinstellung bei Auslieferung und wurde nie auf das jeweilige Gebäude angepasst! Wenn Sie die Heizungsanlage richtig einstellen, können Sie zehn bis 15 Prozent Energie einsparen, rechnet die Verbraucherzentrale vor. Am meisten sparen können Sie durch eine auf Sie zugeschnittene Zeitsteuerung. In den meisten Fällen können Sie sogenannte Absenkungszeiten programmieren, zum Beispiel nachts oder am Tag, wenn Sie arbeiten.

Undichte Fenster oder Außentüren sorgen für unangenehme Zugluft und Wärmeverluste in der Wohnung. So prüfen Sie nach Angaben der Verbraucherschützer schnell und einfach, ob Ihre Fenster und Türen dicht sind: Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel ein. Falls Sie das Papier bei geschlossenem Fenster nicht herausziehen können, ist das Fenster an dieser Stelle dicht. Wiederholen Sie den Papiertest an mehreren Stellen. Bei Fenstern reicht es meistens schon, die Dichtung zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren. Bei Wohnungs- oder Haustüren mit offenem Türschlitz kann oftmals nachträglich eine Dichtung – ein sogenannter Kältefeind – eingebaut werden.

Rollladenkästen nachträglich dämmen

Ungedämmte Rollladenkästen sind bei vielen Gebäuden ein Schwachpunkt, da sie nur sehr dünne Wände haben und zudem konstruktionsbedingt nie ganz winddicht schließen. In vielen Fällen sei eine Dämmung mit geringem handwerklichen Aufwand möglich, betont die Verbraucherzentrale. Das lohnt sich: Jeder Quadratmeter bringt bis zu 15 Euro Einsparung pro Jahr. Die Dämmung kann mit einem individuellen Formteil oder einer flexiblen Dämmplatte erfolgen, die in den vorhandenen Kasten eingepasst und fixiert wird. Besser sind jedoch Hochleistungsdämmplatten aus Polyurethan oder Phenolharz, da sie eine geringere Wärmeleitfähigkeit besitzen.

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