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Drei häufige Streitpunkte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern existieren viele Streitpunkte, die unterschiedlichste Ursachen haben können. Einige typische Probleme haben mit Urlaub und Krankmeldungen zu tun, also Zeiten, in denen die Arbeitskraft des Arbeitnehmers seinem Unternehmen fehlt. Weiterhin ist das Arbeitszeugnis am Ende eines Beschäftigungsverhältnisses Gegenstand vieler Streitigkeiten: Schließlich löst eine Kündigung und eine Freistellung meist auf Arbeitnehmer- wie auf Arbeitgeberseite Emotionen aus. Diese sind oft auch beim Verhalten beider Seiten Grund für Animositäten.

Modelfoto Foto: colourbox.de

Beleidigungen

Beleidigungen zwischen Mitarbeitern, die sich nicht grün sind, kommen in vielen Betrieben vor. Doch auch Kunden der Firma werden häufig verunglimpft. Arbeitgeber haben durchaus die Möglichkeit, hier mit Abmahnungen einzugreifen. Das ist äußerst wichtig, da Kunden häufig leicht verschnupft reagieren. Dies wiederum birgt die Gefahr, dass sie dem Unternehmen den Auftrag entziehen, was finanziell und strategisch schädlich ist. In schweren Fällen mit einer Beleidigung eines Auftraggebers ist eine Kündigung möglich. Dies ist allerdings nur zulässig, wenn der Mitarbeiter wusste, dass es sich um einen Auftraggeber handelte.

Wichtig für die Zulässigkeit der Abmahnung ist zudem, dass die Beleidigung öffentlich stattfand. Nicht nur im Gespräch, sondern auch im Internet (beispielsweise in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing) oder mit Plakaten und Aufrufen, ist dies relevant. In vertraulichem Zusammenhang getroffene Äußerungen sind rechtlich nicht relevant. Vor einer Kündigung müssen außerdem alle möglichen, milderen Mittel wie Gespräche oder Abmahnungen ausgeschöpft werden. Der Streitfall muss vom Arbeitgeber dann belegt werden.

Mildernde Umstände sind ebenfalls dabei zu beachten. Dazu zählen beispielsweise eine lange, unbescholtene Zugehörigkeit zum Betrieb, der Background der Beleidigung, bereits erfolgte mündliche Ermahnungen oder Abmahnungen, der in der Firma herrschende Umgangston sowie, ob der betreffende Mitarbeiter eine Entschuldigung für die Beleidigung geleistet hat.

Urlaub

Das Bundesurlaubsgesetz BurlG (Paragraf 7, Absatz 1) verpflichtet laut heise.de den Arbeitgeber dazu, die Bedürfnisse des Arbeitnehmers beim Urlaub zu berücksichtigen. Dringende Bedürfnisse der Firmenseite wie bei einer Grippewelle, im Schlussverkauf oder im Weihnachtsverkauf eines Einzelhandelsbetriebs können die Gewährung eines ordnungsgemäß beantragten Urlaubs verhindern. Andererseits müssen Arbeitgeber die Urlaubsmöglichkeiten, den erhöhten Erholungsbedarf sowie Schulferien beachten, wenn viele Mitarbeiter zur gleichen Zeit in den Urlaub wollen. Dies trifft beispielweise in den Sommermonaten oder um die Jahreswende für viele Betriebe zu. Doch es sollten auch nicht immer Eltern mit Kindern auf Kosten der Singles im Betrieb bevorteilt werden.

Hat sich ein Firmenmitarbeiter auf eine Kur begeben und will für die Zeit unmittelbar im Anschluss danach Urlaub nehmen, muss dies auch gewährt werden. In manchen Unternehmen sind die Urlaubsanträge sehr zeitig, beispielsweise fürs komplette Jahr zu Beginn des Kalenderjahres einzureichen. Dann erhalten die Arbeitnehmer lange kein Feedback. Doch beispielsweise bei Flugreisen müssen Mitarbeiter die Sicherheit haben, dass der Urlaub gewährt wird. Im schlimmsten Fall kann der Arbeitnehmer den Arbeitgeber für einen bestimmten Zeitraum auf Urlaubsgewährung verklagen. Mündliche Anträge müssen in der Regel sofort beantwortet werden, schriftliche Anträge geben dem Arbeitgeber eine Woche bis zehn Tage Zeit dafür. Wer allerdings abreist, ohne die Genehmigung des Arbeitgebers zu haben, der gibt letzterem die Möglichkeit, das Arbeitsverhältnis zu kündigen.

Arbeitszeugnis

Es geht um viele verschiedene Faktoren, wenn ein Angestellten- oder Arbeitsverhältnis aufgelöst wird. In vielen Fällen überlassen die Verantwortlichen in den Betrieben dem Arbeitnehmer die Formulierung des Arbeitszeugnisses selbst. Dies ist jedoch nicht immer von Vorteil, da die Mitarbeiter sich teilweise in zu gutes Licht rücken und dann Streitigkeiten über einzelne Formulierungen entbrennen. Dabei ist gerade der Inhalt eines Arbeitszeugnisses für die Bewerbung bei anderen Arbeitgebern von hoher Bedeutung.

Wenn eine außergerichtliche Einigung fehlschlägt, kommt dieser Fall oft vor das Arbeitsgericht. Der Streitwert liegt hier meist bei einem Bruttogehalt des betreffenden Arbeitnehmers. Es kann beim Streit über das Arbeitszeugnis um viele weitere Fragen gehen: Handelt es sich um eine Freistellung? Welche Vergütung muss noch bezahlt werden? Muss der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Abfindung zahlen? Besteht noch Resturlaubsanspruch? Bei dieser wie bei den anderen erläuterten Problemstellungen sind klärende Gespräche insgesamt im Grunde immer gerichtlichen Streitigkeiten vorzuziehen.

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