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Burgen, Wanderwege, Museen

Freizeittipps für den Herbsturlaub in Niedersachsen

Hannover (dpa)

Was tun in den Herbstferien? Niedersachsen und Bremen bieten viele Möglichkeiten für Familien, sich die Zeit zu vertreiben - unter freiem Himmel oder auch drinnen.

Von den dpa-Korrespondenten

Das barocke Schloss Clemenswerth im Emsland ist die einzige noch erhaltene Alleesternanlage weltweit: Acht Lindenalleen führen zum Mittelpunkt, dem Jagdschloss. Foto: Sina Schuldt/dpa

Nach Beginn der Herbstferien in Niedersachsen und Bremen wollen viele Familien etwas miteinander unternehmen - beide Bundesländer bieten viele Freizeitmöglichkeiten.

  • Schlösser und Burgen: In der Region südlich von Hannover bieten sich gleich mehrere Schlösser für einen Tagesausflug an. Das Schloss Marienburg beispielsweise sieht nicht nur von außen eindrucksvoll aus, sondern kann auch bei einer Führung durch den Schlosspark, einen Turmaufstieg oder eine einfach Schlossbesichtigung erkundet werden. Ebenfalls besucht werden kann das Schloss Hämelschenburg bei Hameln. Es gilt als ein Hauptwerk der Weserrenaissance und kann täglich außer montags zu bestimmten Zeiten besichtigt werden.

Im Raum Göttingen hat die ehemalige Adelsfamilie Hardenberg in Nörten-Hardenberg ihr Schloss und eine Burgruine für die Öffentlichkeit geöffnet. Ausflügler können dort mit gebuchten oder offenen Touren die ehemalige Burg oder die familieneigene Brennerei im Schloss besichtigen.

Das barocke Schloss Clemenswerth im emsländischen Sögel ist die einzige noch erhaltene Alleesternanlage weltweit: Acht Lindenalleen führen zum Mittelpunkt, dem Jagdschloss. Der Prunkbau ist umringt von acht Pavillons. Darunter die Schlosskapelle mit Kapuzinerkloster, das noch heute aktiv ist. Die 42 Hektar große Parkanlage lädt zum Spazierengehen ein. Seit 1972 ist das Schloss ein Museum - die Sonderausstellung zum 50. Jubiläum ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen.

  • Wandern und Natur: Niedersachsen hat nicht nur Küsten und Meer, sondern auch viele Mittelgebirge zu bieten. Neben dem Harz locken das Weserbergland mit dem Solling, das Wiehengebirge und sogar die nördlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes mit dem Natur- und Geopark Terra Vita. Überall sind Wanderrouten ausgeschildert. Die Solling-Vogler-Region im Weserbergland ist aus vielen Teilen Niedersachsens gut zu erreichen. Einige Wanderwege davon verlaufen entlang der Weser, andere durch den Wald des Mittelgebirges.

Zum zehnten Jubiläum des Heidschnuckenwegs wurden zwölf neue Rundwanderwege eingeweiht. Die ausgeschilderten Rundtouren mit einer Länge zwischen 1,4 und 20,9 Kilometern verteilen sich auf die Heide und führen durch ganz unterschiedliche Landschaften. Ein Vorteil für Kurzurlauber ist, dass man mit dem eigenen Pkw an- und auch wieder abreisen kann, da alle Heideschleifen als Rundtouren angelegt sind und wieder am Ausgangsort enden.

Auch große Binnenseen bieten sich in Niedersachsen als Ausflugsziele an. Immer eine Reise wert ist das Steinhuder Meer - mit 32 Quadratkilometern der größte See in Niedersachsen. Hier gibt es familienfreundliche Sandstrände, den Erlenbruchwald, die Meerbruchwiesen, die Insel Wilhelmstein oder auch Moorflächen zu bestaunen. Etwa 90 Kilometer weiter westlich befindet sich auf halbem Weg zwischen Bremen und Osnabrück der zweitgrößte See Niedersachsens, der Dümmer. Die Region bietet mit ihren Mooren und Heidelandschaften viel Abwechslung für Wanderer und Radfahrer.

Naturerlebnisse ganz eigener Art bieten Baumwipfelpfade. Dort erlebt man Bäume und den ganzen Wald im Wortsinn einmal aus einer anderen Perspektive. Der Heide-Himmel in Nindorf-Hanstedt an der A7 ist 40 Meter hoch und 700 Meter lang. Das Fernblick-Plateau bietet eine Aussicht auf den Hamburger Hafen und auf weite Teile der Lüneburger Heide. Der Baumwipfelpfad Harz in Bad Harzburg ermöglicht auf 20 Metern Höhe Einblicke in den Nationalpark Harz und viele Erlebniselemente und Ruhestationen.

Der Baumwipfelpfad in Bad Iburg ist 600 Meter lang und erschließt einen neuen Blick auf das Iburger Schloss und den Waldkurpark mit bis zu 250 Jahre alten Laubbäumen. 30 Erlebnis- und Lernstationen erklären Flora, Fauna, Geologie und die Geschichte des Waldes.

  • Geschichte, Kunst und Museen: Das Kunstmuseum Schloss Derneburg bei Hildesheim kann zum Beispiel von Hannover oder Hildesheim mit Bahn und Bus erreicht werden. Die Ausstellungen zeitgenössischer Kunst sind von Freitag bis Sonntag zu bestaunen. Im Museum und Park Kalkriese bei Osnabrück wird die römische Geschichte thematisiert - möglicherweise war die historische Schlacht zwischen Römern und Germanen im Jahr 9 nach Christus ja genau hier. Mit einem Herbstferienprogramm bietet das Museum Archäologie zum Anfassen.

Moorlandschaften prägen Niedersachsen - das Emsland-Moormuseum in Geeste-Groß-Hesepe ist eines der bedeutendsten Museum zum Thema Moor in Europa. Die Museumsmacher haben ein spezielles Ferienprogramm aufgelegt, zum Beispiel mit Moorentdeckertouren für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Unter anderem gibt es einen Gruselnachmittag im Moor.

Eines der beliebtesten Freilichtmuseen ist das Museumsdorf in Cloppenburg. Bauern- und Handwerkerhäuser aus den verschiedenen Regionen Niedersachsens wurden an den Originalstandorten ab- und in Cloppenburg wieder aufgebaut - der Museumsbesuch ist dort tatsächlich eine Zeitreise in frühere Jahrhunderte.

Die Seestadt Bremerhaven hat gleich mehrere hochinteressante Museen zu bieten: Neben dem Deutschen Schifffahrtsmuseum im Alten Hafen, was trotz Umbaus offen ist, lädt das Deutsche Auswandererhaus zu einer Zeitreise ein, und das Klimahaus zu einer Reise um die Welt.

  • Zoos: Wer heimische oder exotische Tiere direkt erleben will, hat in Niedersachsen in fast jeder Region Gelegenheit dazu. Große Zoos gibt es in der Landeshauptstadt Hannover und in Osnabrück. Auch der Zoo am Meer in Bremerhaven mit dem Nordsee-Aquarium ist einen Besuch wert, und ebenso natürlich der Tierpark in Nordhorn. Der Vogelpark Walsrode, der weltweit größte seiner Art, hat noch bis Anfang November geöffnet und der Serengeti-Park in Hodenhagen bis zum 31. Oktober.
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