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Klimawandel im Meer - so bleibt die Unterwasserwelt geschützt

Die Erde wird immer wärmer. Dürre, Waldbrände oder Stürme - die weltweiten Folgen sind unübersehbar. Aber auch die Weltmeere leiden unter dem Klimawandel. Vor allem unterhalb der Wasseroberfläche. Die Veränderungen sind gravierend. Die Temperaturen steigen, das Wasser der Ozeane übersäuert. Es ist, als wenn das Meer schwitzt. Seit 1970 steigt die Temperatur der Wasseroberfläche kontinuierlich an. Das führt dazu, dass sich das Wasser immer weiter ausdehnt und die Meeresspiegel steigen.

von Aschendorff Medien

Foto: stock.adobe.com

Der Unterwasserwelt droht die Verschiebung und Eliminierung ganzer Ökosysteme

Unterhalb der Wasseroberfläche entwickeln sich mittlerweile viele Schreckensszenarien. Denn die Erwärmung der Meere bedroht ganze Lebensräume und könnte langfristig zu einer Destabilisierung der im Salzwasser entstandenen Ökosysteme sorgen. Die Anzeichen hierfür verdichten sich immer mehr. Einige Fischarten sind in ihrem angestammten Lebensraum bereits zu warm. Auf der Suche nach kühleren Lebensbedingungen sind sie nordwärts abgewandert. Bei einigen Arten ist sogar schon ein Massensterben im Gange. Insbesondere Entwicklungsländer, für die der Fischfang die Hauptnahrungsquelle darstellt, werden von diesen Veränderungen hart getroffen. Das sind aber nur die für den Menschen erst einmal sichtbaren Folgen.

Das neue Projekt Ocean NETs soll neue Erkenntnisse identifizieren und konkretisieren

Es gibt aber auch Hoffnung. Die Ozeane weisen aufgrund Ihres überdimensional großen Volumens und Oberflächen eminent hohe Kapazitäten auf, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und zu speichern. Für die Forscher und Wissenschaftler ist genau das einer der interessantesten Ansatzpunkte. Allerdings ist das Wissen über die Weltmeere betreffende Maßnahmen noch vergleichsweise begrenzt. Hier gibt es noch reichlich Nachholbedarf.

Mit dem Projekt Ocean NETs sollen die Wissenslücken jetzt aber geschlossen und die Potenziale im Hinblick auf den Klimawandel im Meer ausgeschöpft werden. Erforscht werden sollen im Rahmen des Projekts zum Beispiel verschiedene Geo Engineering-Technologien. Koordiniert wird das Projekt vom Kieler Ozean-Forschungszentrum Geomar. Die Europäische Union finanziert das Vorhaben mit insgesamt 7,2 Millionen Euro.

Auch die Weltklimakonferenz in Ägypten befasste sich mit dem Klimawandel im Meer

Auch bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich (6. bis 18. November 2022) war die Zerstörung der Weltmeere ein wichtiges Thema. Klar wurde dabei: Die Meere sind in großer Gefahr. Die Erwärmung und die damit verbundene Versauerung, Verschmutzungen vor allem durch Plastikmüll und Überfischung sind hierbei die hervorstechenden Aspekte, die den Weltmeeren als Lebensraum zu schaffen machen. Das gefährdet in erster Linie das Leben im Wasser, beeinflusst gleichzeitig aber auch das Klima an Land. Denn das wärmere Wasser führt auch zu mehr Wasserdampf. Das sorgt zum Beispiel für eine Verschärfung tropischer Stürme und ein Umlenken von Meeresströmungen.

Die Schutzwürdigkeit der Unterwasserwelt im Fokus

Und nicht nur das: Unter Wasser sind besonders die Korallen durch die Erwärmung gefährdet. Das ist fatal, da Korallen große Mengen CO² fixieren können und damit der Versauerung des Wassers entgegenwirken. Ist es zu warm, stoßen die Korallen die für die Fotosynthese verantwortlichen Algen ab. Sofern es sich hierbei nur um einen kurzfristigen Temperaturanstieg handelt, erholen sich die Korallen wieder. Erwärmt sich das Wasser aber über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich, sterben die Korallen ab und bleichen. Die beliebtesten Unterwassersportarten in Ägypten Schnorcheln und Tauchen können die Situation der Korallenriffe sogar noch verschlimmern. Wer den Zauber der Korallenwelt noch lange erleben möchte, sollte auch ein dementsprechendes Bewusstsein für die Schutzwürdigkeit des Lebensraums der Korallen aufbringen.

So funktioniert ein umweltverträgliches Tauchen:

●     Resort oder Hotel mit ökologischem Ansatz als Urlaubsdomizil auswählen (keine Abwässer ins Riff, transparente Entsorgung der Abfälle, Verzicht auf Einweg-Plastik etc.)

●     Nicht mit den Flossen über ein Korallenriff laufen oder Sand aufwirbeln

●     Über das Riffdach bzw. den Pflanzengürtel schnorcheln

●     Tauchgeräte nicht am Gewässer füllen

●     Mit den Tauchbooten nicht direkt am Riff ankern (schwere Ankerketten, undichte Tanks etc.)

●     An Riffschutzmaßnahmen von Resorts teilnehmen (wird beispielsweise in Reef Check angeboten)

●     Kein Einweg-Plastik kaufen und in der Destination nutzen (Plastik stellt gerade in Südostasien und Ägypten ein großes Problem dar)

●     Leitlinien für einen umweltverträglichen Tauchsport befolgen (herausgegeben vom Verband Deutscher Sporttaucher)

●     Bei entdeckten Veränderungen Umweltexperten informieren

Zahlreiche Ideen und Vorhaben stehen noch auf dem Prüfstand

Es wird aber dauern, bis neue Erkenntnisse gewonnen werden können und Forschungsergebnisse zu konkreten Maßnahmen führen. Besonders wichtig ist es auch, negative Folgen von jetzt schon möglichen Vorgehensweisen besser abschätzen zu können. Denn auch in diesem Punkt fehlt es noch an Wissen. Ideen, wie das Algenwachstum im Meer durch das Düngen mit Eisenspänen anzuregen oder den Weltmeeren alkalische Mineralien zuzuführen, um den Wasser-PH-Wert zu steigern und damit die Aufnahme von CO2 zu erhöhen, sind genug vorhanden. Hier gilt es jetzt, die globalen Auswirkungen solcher Maßnahmen so konkret wie möglich zu ermitteln bzw. berechnen.

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