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Trockland beauftragt Künstler Andreas Waldschütz

Ungewöhnliche Video Produktion für Eiswerk Berlin

Andreas Waldschütz ist ein international gefragter Foto- und Videokünstler. Für das Projekt Eiswerk, ein neu entwickeltes, urbanes Quartier mit Wohnungen, Büros und Gewerbe in der Köpenicker Straße in Berlin-Mitte schuf er eine Serie von neun Minivideos. Für die ungewöhnlichen Produktion gab es vom Auftraggeber Trockland keinerlei Vorgaben außer dem Hauptdarsteller – einem historischen, entkernten Kühlhaus, das zum damaligen Zeitpunkt noch komplett unsaniert und über viele Jahren verlassen war.  „Es war, als würde man ein Portrait eines ausgedienten Hollywood-Schauspielers fotografieren. Genau deswegen hat mich das Shooting gereizt“, erinnert sich Waldschütz.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox

Andreas Waldschütz wurde 1976 in Wien geboren. Der Autodidakt startete seine Karriere im Filmgeschäft: Während er in den frühen 2000er Jahren in den Hollywood Hills und in San Francisco lebte, digitalisierte er Musikvideos für Indie-Bands. Nach seiner Rückkehr nach Wien folgten erste Kampagnen und Fotostrecken für Hochglanzmagazine. Immer auf der Suche nach interessanten Gesichtern, avantgardistischer Mode und besonderen Locations, lebte er eine Zeit lang in London und in Berlin. Seine Bilder kreisen um ihre Objekte: Menschen, Musik, Orte. Seine Visionen setzt er oft mit großer Komplexität um – von der Auswahl der Protagonisten bis zum Set-Design, von der Beleuchtung bis zum Ort. Er überlässt nichts dem Zufall. Sein kreativer Output reicht von künstlerisch anspruchsvollen Modestrecken und -filmen bis hin zu akribisch geplanter Werbefotografie. Alle seine Arbeiten haben eine klare Handschrift: Er schafft Bilder, die an futuristische Traumwelten erinnern.

Trockland revitalisiert verlassenes Gelände der historischen Eisfabrik

Zur Inspiration für den Eiswerk Videozyklus wandelte er durch das alte Gemäuer des historischen Kühlhauses zusammen mit seinem Sounddesigner Stefan Hoffmeister und versuchte, das Gebäude zu verstehen, zu fühlen, zu sehen – die schönen Seiten und auch die unschönen. Was in den Videos zu sehen ist, ist sprichwörtlich die nackte Wahrheit und das lange Bestehen des Gebäudes, das vom Berliner Projektentwickler Trockland 2016 erworben wurde, nachdem es auf dem Gelände der ehemaligen Eisfabrik Jahrzehnte lang verfallen war. „Stefan versteht meine Sicht der Dinge, meine Perspektiven und Ansätze und kann diese in Sound übersetzen“, erklärt Waldschütz. Er selbst bezeichnet sich als Künstler, der sich immer ganz auf neue Projekte und Herausforderungen einlässt und in jedem Objekt Ecken, Linien, Formen, Geschichten und Lichteinflüsse findet, die ihn interessieren. So hat auch das historische Kühlhaus im Eiswerk Berlin eine Geschichte, die es mit sich trägt, ausstrahlt und kommuniziert. Man muss nur näher hinhören und hinschauen.

Ein leeres Gebäude ohne Bewegung zu portraitieren stellte dabei eine größere Herausforderung dar als eine Modeproduktion. Es gibt nichts, womit man den Zuschauer ablenken kann: kein Model und keine Mode, die herausstechen, keine Accessoires, keine Inszenierung. Es geht einzig und allein um das Objekt. „Die Kunst war es, dieses besondere Gebäude zu verstehen und zum Leben zu erwecken. Dieser Prozess ist intensiv und extrem anspruchsvoll“, so Waldschütz. Seinen eigenen Stil beschreibt er als eine Mischung aus Old-School-Quality, die mit modernem Surrealismus vermischt ist. Als Inspirationsquelle dient das Leben, und alles Erlebte und Erfahrene fließt auf bewusste oder unbewusste Weise in die Arbeiten mit ein.

Neues Leben im Eiswerk  - eine Projektentwicklung von Trockland

Das ehemalige Kühlhaus im neuen Quartier Eiswerk Berlin, das von Graft Architekten entworfen wurde, wurde von Trockland mittlerweile vollständig saniert und zu einem Co-Working Space für Berlins Kreativszene geworden. Ein Wohnhaus mit Alt- und Neubauwohnungen ist ebenfalls fertig gestellt und ein weiteres Gebäude für Büros und Gewerbe entsteht auf dem hinteren Teil des Grundstücks, das direkt bis zur Spree führt. Die bewegte Geschichte des Ortes, die Andreas Waldschütz in seinen Videos so eindrucksvoll eingefangen ist, wird weitergeschrieben und erhält nun ein neues, lebendiges Kapitel.

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