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Vereinsgründung - Das müssen Sie beachten

Ob Sport, gemeinnütziges Engagement oder Hobby. Gemeinsam macht all das noch viel mehr Spaß. Anstelle einer losen Gemeinschaft entscheiden sich immer mehr gleichgesinnte Gruppen für die Gründung eines Vereins. Und das lohnt sich, denn angefangen vom unabhängigen Bestehen einer Gemeinschaft bis hin zu Fördergeldern und Steuervergünstigungen bietet die Vereinsgründung einige Vorteile. Dabei sind allerdings einige Dinge zu beachten.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Was vor der Gründung zu beachten ist

Vor der Gründung an sich müssen Sie sich für eine Vereinsform entscheiden. Diese entscheidet unter anderem über Haftungsfragen. Die beiden geläufigsten Formen sind der nicht eingetragene Verein und der eingetragene Verein ("e.V.").

Wenn möglich und sinnvoll sollten Sie einen e.V. gründen, denn in einem nicht eingetragenen Verein haften die Mitglieder grundsätzlich persönlich für Rechtsgeschäfte, die sie für den Verein abgeschlossen haben. Von der Haftung betroffen ist daher i.d.R. der Vorstand. Bei einem e.V. sind die Mitglieder und Vorstände vor diesem Risiko geschützt.

Voraussetzungen für die Vereinsgründung

So läuft die Vereinsgründung Stück für Stück ab

1. Vereinssatzung: Für die erfolgreiche Eintragung beim Registergericht benötigt jeder e.V. eine Satzung. Bevor Sie Ihren Trikotsatz konfigurieren können, liegt also etwas Arbeit vor Ihnen, denn die Satzung muss die folgenden Pflichtpunkte enthalten:

  • Vereinsname
  • Vereinssitz (Ort)
  • Vereinszweck
  • Regelung zur Eintragung
  • Ein- und Austritt von Mitgliedern
  • Mitgliedsbeiträge
  • Beurkundung von Beschlüssen
  • Bildung des Vorstands
  • Einberufung der Mitgliederversammlung

Fehlt einer der Punkte, lehnt das Registergericht die Eintragung ab. Entsprechende Satzungsmuster gibt es im Internet.

2. Gründungsversammlung planen: Steht die Satzung, planen Sie die Gründungsversammlung, an der mindestens sieben Gründungsmitglieder teilnehmen müssen. Legen Sie Termin und Ort fest und versenden Sie Einladungen an potenzielle Mitglieder und Interessenten.

3. Gründungsversammlung: Im Rahmen der Gründungsversammlung werden mit der Vorstandswahl, dem Beschluss der Vereinssatzung und der Wahl der in der Satzung vorgegebenen Vereinsorgane die Weichen gestellt. Am Ende muss die Satzung von mindestens sieben Mitgliedern unterschrieben werden.

4. Gründungsprotokoll: In diesem Protokoll wir der gesamte Ablauf der Gründungsversammlung festgehalten. Dazu zählen neben Ort, Daten und den vollständigen Namen der anwesenden Personen nebst Unterschriften auch Beschlüsse, die Rollenverteilung sowie die Anzahl der Stimmen, mit denen der Vorstand gewählt wurde.

5. Anmeldung: Für die schriftliche Eintragung im Vereinsregister müssen Sie meist das örtliche Amtsgericht aufsuchen. Erst mit der Eintragung erhält der gegründete Verein seine Rechtsfähigkeit. Damit die Eintragung überhaupt möglich ist, muss ein Notar die Unterschriften, die für die Anmeldung notwendig sind, beglaubigen. Anschließend erfolgt die Eintragung beim Amtsgericht. Notwendig ist neben dem Original der Vereinssatzung, dem Gründungsprotokoll und einem Anmeldeschreiben auch die schriftliche Wahlannahme der bestimmten Vorstände.

6. Meldung beim Finanzamt: Mit der erfolgreichen Eintragung erhalten Sie als Nachweis Ihres e.V.-Status einen Auszug aus dem Vereinsregister. Gemeinsam mit einer Kopie der Satzung reichen Sie diesen beim zuständigen Finanzamt ein. Erkennt das Finanzamt die Gemeinnützigkeit an, kann Ihr Verein z.B. Spenden entgegennehmen und muss keine Eintragungskosten tragen. Diese Regelung existiert allerdings nicht in allen Bundesländern.

Kosten für die Vereinsgründung

Die Vereinsgründung ist zwar nicht allzu teuer aber dennoch mit Kosten verbunden. Je nach Bundesland fallen Kosten im Rahmen von ca. 90-150 Euro an. Darunter Notargebühren (ca. 30 Euro), Registergebühren (ca. 50 Euro) und Bekanntmachungsgebühren (ca. 10-30 Euro). Hinzu kommen weitere kleinere Kostenpunkte sowie optional Anwaltskosten, sofern Sie Ihre Satzung von einem Rechtsanwalt erstellen lassen. Gerade bei größeren Vereinen oder komplexen Themen ist das Hinzuziehen eines Experten empfehlenswert.

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