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Lärmschutzverordnung

Darf man mittags Rasen mähen?

Mit den Temperatursteigerungen steigt automatisch auch die Lust der Haus- und Grundbesitzer, ihr Anwesen aufzuhübschen. Ein stets gepflegter Rasen erfreut seinen Besitzer – nicht immer aber auch seine Nachbarn. Denn Rasenmäher oder Vertikutierer können ordentliche Dezibelzahlen erreichen. Aber wann muss Ruhe herrschen?

Wolfgang Büser

Wenn der Vater mit dem Sohne: Rasenmähen ist auch mittags erlaubt – vorausgesetzt, dass die jeweilige Kommune nicht eigene Ruhezeiten erlassen hat. Foto: colourbox.com

Die bundesweit geltende Geräte- und Maschinen-Lärmschutzverordnung gibt Aufschluss. Wenn auch nicht immer zur Freude genervter Zeitgenossen.

► Was regelt die Verordnung? Es werden 57 Geräte aufgeführt, die in Wohngebieten im Freien nur zu bestimmten Zeiten eingeschaltet werden dürfen.

► Welche Geräte sind das? Es handelt sich beispielsweise um Rasenmäher mit Elektro- oder Verbrennungsmotor – auch so genannte „lärmarme“ Geräte, Mehrzweckgeräte mit einer Motorstärke von mehr als 20 Kilowatt, Vertikutierer mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Rasentrimmer und Rasenkantenschneider mit Elektromotor, Heckenscheren mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, tragbare Kettensägen, Wasserpumpen (ausgenommen Tauchpumpen) und Schneefräsen.

► Zu welchen Zeiten dürfen die Geräte betrieben werden? Werktags zwischen 7 und 20 Uhr. Sonn- und Feiertags gar nicht.

► Dürfen Rasenmäher auch mittags Lärm machen? Ja – wenn es nicht einschränkende Regeln in den Bundesländern oder der Ortssatzungen in den einzelnen Kommunen gibt. Die Ordnungsämter geben Auskunft.

► Was gilt für Laubbläser und Laubsammler mit Verbrennungsmotor? Sie dürfen werktags nur von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr eingeschaltet werden. Natürlich sind die Sonn- und Feiertage ganz ausgenommen.

► Gibt es Ausnahmen? Doch, und zwar für solche Geräte, die mit dem Umweltzeichen der Europäischen Union ausgezeichnet wurden. Das ist eine stilisierte Blüte mit einem Kreis aus 12 Sternen als Blütenblätter und dem Eurozeichen in der Mitte. Dafür gelten die Ruhezeiten zwischen 20 und 7 Uhr – gegebenenfalls eingeschränkt durch Ortsregeln.

► Was droht denen, die gegen die Regeln verstoßen? Verstöße gegen die Geräte und Maschinenlärmschutzverordnung können mit einer Geldbuße geahndet werden.

Und wenn ich meinen Handrasenmäher schnurren lasse? Dann kann das zu jeder Tages- und Nachtzeit geschehen – wenn nicht etwa das im Dunkeln erforderliche Licht die Nachbarn stört.

Was ist mit Mäh-Robotern? Lässt ein Hausbesitzer auf seinem Grundstück stundenlang einen Rasenroboter kreisen, so muss sein Nachbar die sich daraus ergebende Geräusch­entwicklung hinnehmen, wenn die Immissionen „eine nur unwesentliche Beeinträchtigung“ für ihn darstellen. Dies wird dann unterstellt, wenn der Rasenmäher „alle ersichtlichen Grenz- und Richtwerte einhält und vor allem nicht gegen die in der ‚TA Lärm‘ festgelegten Werte verstößt“. Allerdings gilt auch in diesem Fall: Die am jeweiligen Ort eventuell vorgeschriebene Mittagsruhe muss eingehalten werden. Darüber hinaus könnten die Nachbarn gegebenenfalls nachweisen, dass die von ihnen empfundene subjektive Wahrnehmung der Geräusche „unangenehmer sind, als dies die objektiv messbare Lautstärke erwarten“ lässt. (AmG Siegburg, 118 C 97/13)

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