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Innovative Haushaltsgeräte: Halten sie, was sie versprechen?

Ob Saugroboter mit Wischfunktion, intelligente Kühlschränke oder Waschmaschinen: Die Liste der smarten Haushaltsgeräte ist lang und hält für scheinbar jeden Bedarf geeignete Lösungen bereit. Verbraucher sind allerdings gut beraten, ihre Kaufentscheidung unabhängig von eindrucksvollen Werbeversprechen zu treffen. Schließlich bringt nicht jede Innovation automatisch Mehrwert. Ein kritischer Einblick in den modernen Haushalt anhand von drei Gerätetypen.

Aschendorff Medien

Foto: cottonbro – pexels.com

In Zeiten von Smart Home steigen die Ansprüche an Haushaltsgeräte zunehmend. Von Staubsaugern, Kühlschränken und Co. wird heute ein Mindestmaß an Intelligenz verlangt, um den Alltag zu erleichtern. Während Roboter ihren Besitzern von der Bodenreinigung bis zur Rasenpflege wiederkehrende Aufgaben abnehmen, versprechen innovative Kühlschränke die Organisation der Einkäufe und Waschmaschinen präzises Zeitmanagement. Ob die Versprechen der Hersteller letztlich auch beim Endverbraucher ankommen, können Praxistests zeigen.

Moderne Bodenreiniger auf dem Prüfstand

In den vergangenen zehn Jahren hat sich auf dem Markt der Staubsauger einiges getan. Die hohen Kundenansprüche und die Vorgaben der europäische Ökodesign-Richtlinie haben die Hersteller zum Umdenken gezwungen. Die Geräte haben sich zugunsten vieler Verbraucher entwickelt – nicht nur hinsichtlich der Leistung und Funktionalität, sondern auch bezüglich der Preise. Allerdings macht das große Angebot die Auswahl eines bedarfsgerechten Modells nicht einfacher. Kompromisse sind bei einer Vielzahl der Gerätschaften leider bis heute unumgänglich. Während einige Staubsauger mit Saugkraft und Volumen begeistern, überzeugen andere mit besonders reiner Abluft und kabelloser Flexibilität.

Um optimale Haushaltshelfer für den individuellen Bedarf zu ermitteln, müssen die Gewohnheiten und Anforderungen der Wohnlandschaft analysiert werden. Das Prinzip der Multifunktionalität setzt sich in vielen Haushalten erfolgreich durch. Als Beispiel dienen Sauggeräte, die sowohl staubsaugen als auch feucht wischen können. Sie verbinden zwei wichtige Funktionen in einem Gerät und sollen den klassischen Wischmopp ablösen. Doch auch in dieser Kategorie gibt es erhebliche Unterschiede. Manche kombinieren Staubsauger und Dampfreiniger, andere wiederum reinigen mit kaltem Wasser und rotierenden Bürstenrollen. n-tv und die Experten des Verbraucherservice VGL Verlagsgesellschaft haben spezielle Hartbodenreiniger unter die Lupe genommen und bewertet. Darunter intelligente Saugwischer von Leifheit, Bissell und Kärcher.

Besonders kritisches Vergleichen ist bei Saugrobotern mit Wischfunktion geboten. Aufgrund des verbauten Akkus mangelt es vielen Geräten an Leistung. Der kabellose Betrieb ist jedoch nicht der einzige Grund für die teils schlechten Wischergebnisse einiger Branchenvertreter. Im Gegensatz zum klassischen Wischen mit Wischmopp und Muskelkraft fehlt es den Saug-Wisch-Robotern an mechanischem Druck. Es gibt zwar inzwischen einige Ausnahmen, die mit Vibration versuchen die Wirksamkeit der Reibung zu verstärken. Beim Großteil gleitet das auf der Unterseite der Geräte fixierte Wischtuch lediglich über den Boden, sodass hartnäckige Flecken nicht entfernt werden. Bei der Stiftung Warentest erreichten die besten getesteten Saug- und Wischroboter lediglich die Note Befriedigend.

Smarte Kühlschränke denken mit

Wenn Kühlschränke ihre Besitzer an die fehlende Milch erinnern, scheint die Küche zweifellos in der Zukunft angekommen zu sein. Touch-Displays und Sprachsteuerung sind längst keine Neuheiten mehr. Heute lassen sich Kühlgeräte mit den virtuellen Assistenten wie Amazons Alexa verbinden und per Sprachbefehl mit der Schnellkühlung der Getränke beauftragen. Ohne intelligente Applikationen und Smartphones geht jedoch in vielen Fällen nichts. Eine bekannte Lösung ist die Home Connect App, die unter anderem mit smarten Kühlschränken von Bosch, Neff und Siemens kompatibel ist. In Kombination erlaubt sie folgende Funktionen:

  • Dank integrierter Kameras kann im Supermarkt über das Handy kontrolliert werden, welche Lebensmittel noch vorrätig im Kühlschrank liegen.
  • Es werden Tipps zur idealen Lagerung von Zutaten in Kühl- und Gefrierschränken vermittelt.
  • Kühl- und Gefrierstufen sind via App steuerbar.

Smart Home Funktionen präsentiert auch die Marke Liebherr mit Hilfe der kostenlosen SmartDevice Applikation (für iOS und Android) und kompatiblen Kühlgeräten. In Kombination mit IFTTT – einem Anbieter für individuelle Verknüpfungen von Online-Anwendungen – aktivieren die Kühlgeräte beispielsweise automatisch die SuperCool-Funktion, während ihre Besitzer im Supermarkt frische Lebensmittel einkaufen. Zu Hause angekommen, lassen sich die Nahrungsmittel schnell abkühlen. Ein weiteres Extra verspricht die Marke in Kooperation mit der IoT-Plattform Conrad Connect: Durch Vernetzung der Kühlschränke mit smarten Thermometern lässt sich festlegen, ab welcher Außentemperatur die Geräte ihre Kühlleistung selbstständig steigern.

Ob derartige Funktionen im Alltag tatsächlich Erleichterung bringen und die nicht zu unterschätzenden Anschaffungskosten rechtfertigen, muss jeder Verbraucher selbst entscheiden. Fest steht, dass viele moderne Kühlgeräte Energie sparen, die Haltbarkeit von Lebensmitteln steigern und dementsprechend zur Minimierung von Abfällen beitragen können.

Intelligente Waschmaschinen

Auch im Bereich der Waschmaschinen erlauben Applikationen eine smarte Steuerung. Mit Hilfe von WLAN werden die Reinigungsgeräte komfortabel per Mobilgeräten bedient. Praktische Extras wie Fleckenerkennung automatische Waschmitteldosierung, Dampffunktion zur Erleichterung des Bügelns oder die selbstständige Programmsuche für ein optimales Reinigungsergebnis sind gängig. Über die Apps werden für das Programm ausschlaggebende Faktoren wie die Materialien der Wäsche, deren Farben und der Verschmutzungsgrad an das intelligente System übermittelt. Den Rest erledigt dann die Waschmaschine. Andere Modelle erkennen die Art der Wäsche bereits selbstständig. Das Füllen der Waschtrommel mit Textilien können die modernen Maschinen ihren Besitzern aber dennoch nicht abnehmen.

Praktisch oder überflüssig – der Bedarf entscheidet

Für wen sich die smarten Vertreter der altbewährten Haushaltshelfer lohnen, hängt maßgeblich von alltäglichen Routinen ab. Viele Hersteller werben damit, dass sich die Geräte von unterwegs aus anschalten lassen. Ob das für den Einzelnen einen echten Mehrwert gegenüber einfachen Waschmaschinen mit Timer-Funktion hat, bleibt fraglich. Dennoch kann die Bedienung aus der Distanz Komfort spenden. Steht das Gerät zum Beispiel im Keller eines Mehrfamilienhauses, spart eine App-Überwachung den Treppengang, um zu kontrollieren, ob die Wäsche schon fertig ist.

Die Waschassistenten können dem Anwender wiederum durch Vorschläge und Tipps die Auswahl der idealen Waschprogramme erleichtern. Was unerfahrenen Haushaltsmanagern womöglich als Segen erscheint, wird von erfahrenen Hausfrauen und Hausmänner belächelt. Wie in allen Bereichen, entscheiden persönliche Ansprüche und Herausforderungen darüber, welche smarten Lösungen im Alltag einen Fortschritt bringen.

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