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Nachhaltig, umweltfreundlich, vielseitig: Holz als Baumaterial

Potenzielle Bauherren, die sich gerne mit einem Eigenheim einen lang gehegten Traum erfüllen möchte, gibt es überall auf der Welt und natürlich auch in Deutschland. Auch in Westfalen und in und um Münster steht bei nicht wenigen Menschen der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ganz oben auf der Liste. Wer bauen möchte, muss sich aber nicht nur Gedanken um die Finanzierung, sondern auch um Gestaltung und die verwendeten Baumaterialien machen.

Aschendorff Medien

Foto: colourbox.de / blinow61

In diesem Zusammenhang spielt die Nachhaltigkeit des Gebäudes oftmals eine entscheidende Rolle – besonders bewährt als umweltfreundliches und nachhaltiges Material hat sich Holz, und das bereits seit langer Zeit.

Holz gehört zu den ältestem Baumaterialien überhaupt

Um die Geschichte des Holzbaus nachzuverfolgen, muss man bis in die Anfänge der Menschheit selbst zurückgehen. Überreste von Gebäuden aus der Jungsteinzeit beweisen, dass die ersten selbstgebauten Unterkünfte der damaligen Menschen bereits zu einem großen Teil aus Holz bestanden. Für Wissenschaftler und Bauexperten stellt dies keine Überraschung dar, denn Holz als Baumaterial stand bereits damals in großen Mengen zu Verfügung und konnte vergleichsweise einfach geerntet und weiterverarbeitet werden. Nicht nur für den Hausbau wurden gerodete Bäume zu dieser Zeit verwendet, sondern unter anderem auch zur Befestigung von Uferzonen etwa in der Bodenseeregion: Hier wurden eindeutige Anzeichen dafür gefunden, dass der frühe Holzbau auch dazu beigetragen hat, dass See- und Flussuferbereiche besiedelt werden konnten.

Bis in die Neuzeit blieb Holz eines der beliebtesten Materialen, wenn es um den Bau von Häusern ging. Im frühen Mittelalter setzten viele Bauherren auf den sogenannten Pfostenbau, bei dem die Gebäude auf einer Pfahlkonstruktion errichtet wurden. Diese Bauweise war allerdings vergleichsweise unsicher und musste sehr genau vorgenommen werden, um ein Einstürzen der Konstruktion zu vermeiden. Darüber hinaus war die Lebensdauer der Pfähle auf etwa 20 bis 30 Jahre beschränkt. Abgelöst wurde der Pfostenbau im Mittelalter von den noch heute in vielen Altstädten vorhandenen Fachwerkkonstruktionen. Die auf dieser Bauweise basierenden Gebäude präsentierten sich stabiler, langlebiger und weniger unempfindlich gegen Feuchtigkeit aus dem Erdreich.

Bis ins 19. Jahrhundert zählte Holz zu den vorherrschenden Baumaterialien. Dann wurde es zunehmend durch Mauerwerksbauten ersetzt, wobei auch diese Gebäude im Inneren noch immer zu einem Großteil aus Holzelementen bestanden. Nahezu vollständig abgelöst durch Stahl und Beton wurde der Holzbau im Zuge der Industrialisierung, als diese Materialien weitläufig erschwinglich wurden. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts etwa war Holz als Baustoff in Europa nahezu vollständig von der Bildfläche verschwunden.

Etwa seit der Jahrtausendwende erlebt Holz als Baumaterial eine Renaissance. Architekten und Bauexperten besinnen sich seitdem vermehrt auf die vielen Vorteile, die das natürliche Material im Bauwesen bietet. Natürlich werden in diesem Zusammenhang auch moderne Lösungen entwickelt, die verschiedene Baumaterialien miteinander kombinieren, so zum Beispiel Holz-Beton-Hybridkonstruktionen. Sowohl für Gebäude selbst als auch für die Einrichtung kommt aber wieder vermehrt Holz zum Einsatz. Das liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass sich moderne Bauherren immer mehr auf die Nachhaltigkeit ihrer Immobilie konzentrieren und sowohl der Umwelt als auch der Gesundheit der Bewohner etwas Gutes tun wollen.

Nachhaltiges Bauen: Was bedeutet das eigentlich genau?

Wenn heutzutage ein Wohnhaus oder eine gewerbliche Immobilie gebaut werden soll, spielt die Nachhaltigkeit des Gebäudes nicht selten eine entscheidende Rolle. Nachhaltiges Bauen bedeutet, dass sowohl bei der Planung als auch bei der Errichtung und der Nutzung der Immobilie ein möglichst geringer Verbrauch von Energie sowie Ressourcen erreicht wird. Dabei werden alle relevanten Faktoren von der Rohstoffgewinnung bis hin zum Rückbau des Hauses berücksichtigt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer einer heute gebauten Immobilie wird mit 50 bis 100 Jahren veranschlagt. Weitere Punkte, die beim nachhaltigen Bauen Beachtung finden, sind unter anderem die Folgenden:

Auch bezüglich der Energiegewinnung wird beim nachhaltigen Bauen darauf geachtet, so wenig fossile Brennstoffe wie möglich zu verwenden. Anstelle von Gas oder Kohle wird hier beispielsweise Sonnenenergie genutzt: Auf dem Hausdach angebrachte Photovoltaikanlagen erzeugen Solarenergie und setzen diese etwa zum Beheizen des Gebäudes ein. Diese sogenannten erneuerbaren Energien schonen die Umwelt und tragen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Der Staat fördert derartige Möglichkeiten der Energiegewinnung mit entsprechenden Subventionen, um sie für Bauherren attraktiver zu machen.

Holz als nachhaltiges Baumaterial hat viele Vorteile

Wer bei einem geplanten Hausbau auf Nachhaltigkeit setzen möchte, kommt um den Einsatz von Holz nicht herum. Das natürliche Material ist im Grunde genommen ideal für Immobilien, die nach einem nachhaltigen Konzept errichtet werden. Das liegt insbesondere daran, dass Holz nach wie vor in großen Mengen zur Verfügung steht und jederzeit nachwachsen kann. Noch vor der Rodung leisten die Bäume durch das Speichern von CO2 einen aktiven Beitrag zu einem guten Klima. Wird Holz als Baumaterial aus der Region gewonnen, entfallen lange Transportwege, was erneut eine sehr gute CO2-Bilanz erzeugt. Experten zufolge lässt sich Holz als Baustoff als klimaneutral einstufen, sofern es aus regionalem Anbau gewonnen wird und nicht erst lange transportiert werden muss.

Auch beim eigentlichen Bau des geplanten Hauses kann es von Vorteil sein, auf Holz zu setzen. Wer einen Holzhaus-Profi beauftragt, profitiert von einem hohen Maß an Vorfertigung, was bedeutet, dass die Errichtung des Gebäudes sehr zeitsparend im Vergleich zu anderen Bauweisen vorgenommen werden kann. Dies spart sowohl Energie als auch Kosten, was für nicht wenige Bauherren ausschlaggebende Gründe sind, sich für ein Holzhaus zu entscheiden. Trocknungszeiten oder anderweitige Verzögerungen fallen bei der Verwendung von Holz weg: Direkt nach der Errichtung der Immobilie selbst kann mit dem Innenausbau begonnen werden. Bezüglich der Lebensdauer hat Holz anderen Baustoffen einiges voraus. Am Beispiel von Fachwerkhäusern zeigt sich, dass ein Holzhaus bei professioneller Bauweise bis zu 500 Jahre lang halten kann. Selbstverständlich setzt dies eine entsprechende regelmäßige Wartung und Pflege der gesamten Gebäudes voraus.

Vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten bei Holzhäusern

Holz ist nicht gleich Holz, und so unterschiedlich wie die einzelnen Holzarten selbst können natürlich auch die auf Holzbasis errichteten Immobilien ausfallen. Hier sind verschiedenste Stile möglich: Ganz gleich, ob rustikal, modern, natürlich oder zeitlos; mit Holz lassen sich vielfältige optische Effekte erzeugen. So können Bauherren ihr Eigenheim in genau dem Stil errichten, der ihnen zusagt. Fertighausvarianten sind hier ebenso möglich wie Massivhäuser. Abhängig von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln und dem persönlichen Geschmack lässt sich das Holzhaus bis ins kleinste Detail an die individuellen Ansprüche anpassen. Nicht immer lässt sich ein Holzbau auf den ersten Blick erkennen, denn im modernen Baugewerbe stehen zahlreiche Möglichkeiten bereit, wie die Immobilie gestaltet werden kann. Der Fantasie der Bauherren sind in diesem Zusammenhang kaum Grenzen gesetzt.

Auch im Innenbereich des Gebäudes kann Holz in vielfacher Weise zum Einsatz kommen. Viele Menschen empfinden eine holzlastige Einrichtung als angenehm und beruhigend. Experten vermuten, dass dieser Effekt nicht nur auf die natürliche Optik des Materials zurückzuführen ist, sondern auch auf die Tatsache, dass Holz ätherische Öle in kleinsten Mengen absondert. Wissenschaftler haben etwa herausgefunden, dass der menschliche Organismus nicht selten auf positive Weise auf eine verstärkte Präsenz von Holz reagiert. So kann ein Holzbau mit einer ebenfalls hölzernen Einrichtung dafür sorgen, dass der Blutdruck gesenkt wird und der Stresslevel im Körper sich verringert.

Nicht nur für Allergiker: Holz präsentiert sich sehr wohngesund

Ein klarer Vorteil von Holzbauten ist die positive Auswirkung des natürlichen und nachwachsenden Materials auf das Wohnklima. Holz weist eine besondere Zellstruktur auf und trägt damit dazu bei, dass sich die Luftfeuchtigkeit auf einem angenehmen und vor allem gesunden Niveau zwischen 40 und 60 % befindet. Zu trockene Luft in Verbindung mit Konvektionsheizungen können die Schleimhäute angreifen, während zu feuchte Luft die Bildung von gesundheitsschädlichem Schimmel begünstigt. Bestehen Wände und Decken aus Holz, können diese überschüssige Feuchtigkeit zu einem gewissen Teil aufnehmen und in trockeneren Perioden wieder abgeben. So reguliert sich das Raumklima oftmals von selbst. Während der Heizperiode in der kalten Jahreszeit können Hausbewohner zusätzlich einen Luftbefeuchter einsetzen, um ein möglichst ausgewogenes Raumklima zu erhalten.

Wer dafür sorgen möchte, dass die Luftfeuchtigkeit sich zu jeder Jahreszeit auf einem gesunden Level befindet, muss auch in Holzhäusern regelmäßig stoßlüften oder alternativ eine Be- und Entlüftungsanlage einbauen. Letztere ist in vielen modernen Holzgebäuden bereits Standard und kann Vorteile bieten. Das Verhältnis zwischen Sauerstoff und Kohlendioxid bleibt dank der automatischen Wohnraumbelüftung jederzeit in einem ausgewogenen Verhältnis, und das sowohl in häufig als auch in weniger genutzten Räumen. Außerdem kann eine Belüftungsanlage mit einem zusätzlichen Pollen- oder Staubfilter angereichert werden, was noch einmal die Qualität der Raumluft verbessern kann. Unter anderem profitieren auch Personen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen von entsprechenden Filteranlagen. Für Hausstauballergiker gibt es übrigens noch weitere gute Nachrichten in Bezug auf Holz als Baumaterial: Holzoberflächen etwa von Möbeln laden sich im Gegensatz zu vielen anderen Materialien nicht statisch auf, was bedeutet, dass sie im Vergleich sehr wenig Staub anziehen.

Ein hohes Maß an Wohngesundheit durch den verstärkten Einsatz von Holz im Außen- und Innenbereich von Immobilien kommt selbstverständlich nur dann zustande, wenn auf alle potenziell gesundheitsschädigenden Einflüsse verzichtet wird. Dazu gehören Farben und Lacke ebenso wie Dämmmaterialien und andere Baustoffe, die in der Vergangenheit oftmals verwendet wurden. Beim Bau eines Holzhauses ist es daher sinnvoll, auf Schadstofffreiheit zu setzen, und das in möglichst jedem Bereich.

Nachhaltiges Bauen mit Holz: Smart Home Lösungen

Nicht selten wird nachhaltiges Bauen immer noch in die „Öko-Ecke“ gedrängt. Besonders Holzhäuser haben in den Köpfen einiger Menschen den Ruf, altmodisch zu sein und nicht den Standards moderner Bauherren und Hausbewohner zu entsprechen. Dass diese Annahme nicht der Realität entspricht, lässt sich schnell beweisen, denn moderne Holzbauten sind durchaus in der Lage, in jeder Hinsicht etwa mit gemauerten Häusern mitzuhalten oder diese sogar zu übertreffen, was Nachhaltigkeit und Wohnkomfort anbetrifft. Ein noch vergleichsweise junge Konzept sind Smart Home Lösungen, die sich problemlos auch in jedes neu gebaute Holzhaus integrieren lassen und dafür sorgen, dass sich das Wohnen energiesparender, effizienter und komfortabler gestaltet.

Smart Home Solutions beinhalten zahlreiche Funktionen, die sich positiv auf das Wohnen im Holzhaus auswirken. So können smarte Thermostate die Raumtemperatur jederzeit so regeln, dass sie etwa bei Abwesenheit der Hausbewohner gesenkt und kurz vor Eintreffen derselben wieder erhöht wird. Auf diese Weise wird die Leistung der Heizanlage individuell an den Heizbedarf angepasst, und es wird keine Energie verschwendet, wenn sie nicht benötigt wird. Studien zufolge kann mithilfe von smarten Thermostaten etwa bis zu 30 % Energie eingespart werden.

Auch die Verwendung von automatisch gesteuerten Rollläden und Jalousien kann dazu beitragen, die Energieeffizienz eines Holzhauses entscheidend zu verbessern. Diese können wahlweise zu einer bestimmten Uhrzeit oder nach dem Sonnenstand geöffnet und geschlossen werden und sind so in der Lage, die Räume vor einem unerwünschten Überhitzen zu schützen. Auf Klimaanlagen oder Ventilatoren kann dann in der warmen Jahreszeit verzichtet werden. Andererseits halten über Nacht geschlossene Rollläden die Heizungswärme im Raum, was die Heizkosten und auch den Energieverbrauch entscheidend senkt.

Jedes bereits vorhandene oder neu gebaute Holzhaus kann mit individuellen Smart Home Lösungen erweitert werden, um den Wohnkomfort zu steigern und ein nachhaltiges Wohnkonzept zu fördern. Allerdings sollten Bauherren und Hausbesitzer beachten, dass die entsprechenden Geräte Strom brauchen, um ihre Funktion zu erfüllen. Wer eine Vielzahl an smarten Extras in sein Holzhaus integrieren möchte, darf daher den Stromverbrauch nicht unterschätzen, denn dieser kann die Nachhaltigkeit des Gebäudes schnell wieder neutralisieren. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, die Frage zu stellen, welche smarten Geräte und Funktionen wirklich sinnvoll sind und im Alltag eingesetzt werden.

Fazit: Wer auf den modernen Holzbau setzt, liegt genau richtig

Potenzielle Bauherren tun gut daran, sich im Rahmen ihrer Planungen auch ausführlich über den modernen Hausbau mit Holz zu informieren. Die Verwendung des natürlichen nachwachsenden Rohstoffs präsentiert sich sowohl nachhaltig als auch kostengünstig und garantiert einen schnellen Aufbau des gewünschten Hauses. Dabei stehen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten zur Auswahl, sodass sowohl rustikale Massivholzhäuser als auch moderne Varianten aus Holz-Beton-Hybridkonstruktionen möglich sind. Abhängig vom persönlichen Geschmack als auch den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln sind der Fantasie der Bauherren kaum Grenzen gesetzt. Auch im Innenbereich eines Gebäudes kann der Einsatz von Holz von Vorteil sein, besonders, wenn es um die Wohngesundheit und ein angenehmes Raumklima geht. Mithilfe der Nutzung von erneuerbaren Energien und Smart Home Lösungen lässt sich die Energieeffizienz des Gebäudes noch einmal entscheidend erhöhen: So tragen Holzhäuser maßgeblich zum Umweltschutz bei.

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