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Umbauarbeiten: Was dürfen Mieter?

Anders als Immobilieneigentümer sind Mieter beschränkt, was die Umgestaltung der eigenen vier Wände betrifft. Was ist erlaubt? Mieter sichern sich mit der monatlichen Mietzahlung das Nutzrecht für eine Immobilie. Zu ihrem Eigentum werden Häuser oder Wohnungen dadurch nicht – noch immer liegt der Eigentumsanspruch voll und ganz bei ihrem Vermieter. Damit gehen gewisse Beschränkungen einher. Insbesondere bei Veränderungen der Bausubstanz stimmen die meisten Vermieter Umgestaltungsarbeiten ungern zu. Sind sie dazu wirklich berechtigt? Ein Ratgeber.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox

Vermieter haben das letzte Wort

Vermieter einfach zu übergehen, kann für Mieter schwerwiegende Konsequenzen haben. Ob es um das Verhalten auf dem Balkon, Umgestaltungsarbeiten oder die Anschaffung von Haustieren geht. Das kann zu einer Misere werden, denn wo man wohnt, will man sich zuhause fühlen. Für viele Menschen gehört dazu eine persönliche Note in den Räumlichkeiten. Trotzdem treffen sie Entscheidungen bezüglich ihrer Wohnräume idealerweise nie ohne Rücksprache mit dem Eigentümer.

Mehr Kulanz vom Vermieter

Wegen eines Nagels in der Wand werden die wenigsten Vermieter gerichtliche Auseinandersetzungen suchen. Trotzdem ist man als Mieter mit einem offenen Gespräch immer besser beraten, als Gestaltungsarbeiten hinter dem Rücken des Immobilieneigentümers vorzunehmen. Wer seine Situation und den Grund für die Umgestaltungswünsche nachvollziehbar offen legt, kann oftmals höhere Kulanz erwarten. Vor dem Gespräch informieren sich Mieter am besten genau, was ihnen offiziell erlaubt wäre. Aber Vorsicht: Das heißt nicht automatisch, dass sie diese Dinge ohne klärendes Gespräch auch wirklich in die Tat umsetzen sollten. Ist der Vermieter gegen eine Umgestaltungsmaßnahme, tut man sich damit keinen Gefallen. Auch dann nicht, wenn man das Recht auf seiner Seite hat. Streitigkeiten und Stress sind in diesem Fall trotzdem vorprogrammiert. Unabhängig von der Rechtslage versuchen Mieter daher besser, den Eigentümer der Immobilie von ihrem Vorhaben zu überzeugen.

Das geht immer: Mit Deko-Artikeln und gewitzten Ideen lassen sich Wohnräume wie das Schlaf- oder Badezimmer ohne Umbauarbeiten verschönern. Schon das richtige Licht und eine Anordnung der Möbel können wahre Wunder wirken.

Grundregel für Mieter: Wiederherstellbarkeit des ursprünglichen Immobilienzustands

Aus rechtlicher Sicht sind Mieter dazu verpflichtet, die Immobilie bei der Beendigung des Mietverhältnisses im ursprünglichen Zustand an den Vermieter abzugeben. Was man anbringt, muss sich vor der Übergabe wieder entfernen lassen. Wird die Bausubstanz während des Mietverhältnisses verändert, lässt sich der Ursprungszustand nicht einfach wiederherstellen. Zum Beispiel bei gemauerten Zwischenwänden, Durchbrüchen im Mauerwerk, gestrichenen Fliesen oder herausgerissenen Böden. Auch die Elektrik, Verrohrungen und Heizungen sind Vermietersache. Ohne die Erlaubnis des Eigentümers ist deshalb von sämtlichen Arbeiten daran abzuraten. Unproblematisch sind dagegen kleinere Maßnahmen wie die nachfolgenden.

Aufgestellte Satellitenschüssel

Satellitenschüsseln lassen sich unauffällig auf den eigenen Balkon stellen. Die Erlaubnis des Vermieters ist dazu nicht erforderlich. Lediglich bei einer Installation an der Hausfassade müssen Eigentümer zustimmen.

Streichen zur Wandgestaltung

Theoretisch lassen sich Änderungen der Wandgestaltung vor dem Auszug wieder rückgängig machen. Mit einigen Gestaltungsmaßnahmen der Wände tun sich Mieter trotzdem keinen Gefallen. Bei Tapeten, Wandtattoos und dunklen Farben bedeutet die Rückführung in den Ursprungszustand beispielsweise erheblich mehr Aufwand.

Löcher in der Wand

Regale braucht so gut wie jeder. Nicht für jedes Loch in der Wand muss der Vermieter um Erlaubnis gebeten werden. Allerdings müssen vor der Rückgabe Dübel entfernt und Löcher wieder verschlossen werden.

Neuer Boden

Wer Böden verändern will, darf das nicht immer ohne Zustimmung des Vermieters. Es sei denn, er legt den neuen Boden auf den ursprünglichen. Solange sich der Belag vor Auszug rückstandslos entfernen lässt, ist keine Erlaubnis erforderlich.

Elektrogeräte installieren

Grundsätzlich haben Mieter das Recht auf die Installation von Elektrogeräten. Allerdings bloß, wenn sich jene problemlos wieder entfernen lassen. Wer eine Waschmaschine haben möchte und einen Anschluss dafür braucht, darf diesen laut Berliner Mietverein nachrüsten. Die Installation muss aus Haftungsgründen aber ein Experte übernehmen.

Küche und Einbauschränke einbauen

Sowohl auf eine neue Küche als auch Einbauschränke haben Mieter ein Anrecht. Müssen zur Montage vorinstallierte Möbel entfernt werden, muss man jene aufheben und gegebenenfalls vor dem Auszug wieder gegen die neuen tauschen. Oft kommt es in diesem Zusammenhang darauf an, ob der Nachmieter die Möbel übernimmt.

Zwischendecken und Holzvertäfelungen anbringen

Wer Räume komplett verändern möchte, kann das ohne Erlaubnis des Vermieters mit Gipskartonplatten und Holzverkleidungen tun. Wichtig ist lediglich, dass diese Maßnahmen der Feuersicherheit nicht entgegenstehen und vor Auszug notfalls rückgebaut werden können.

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