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Wohnen

Vergangenheit und Zukunft populärer Einrichtungsstile

Wenn wir alte Fotos ansehen, machen das Design der Autos, die Kleidung der Menschen oder auch ihre Frisuren deutlich, in welcher Zeit das Bild entstand. Einen noch weiter zurückgehenden Anklang an frühere Epochen bieten manche Einrichtungsstile, wobei einige sicherlich als zeitlos zu bezeichnen sind. Dabei sind die verschiedenen Stile, die heute von Menschen zur Einrichtung eines Raums, einer Wohnung oder eines ganzen Hauses genutzt werden, sehr unterschiedlich.

Möbelstücke brauchen unterschiedliche Pflege damit sie ihren Glanz behalten. Foto: DragonImages - Fotolia.com

Biedermeier – ein Rückblick

Das Biedermeier war eine Epoche in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Menschen, die sich damit identifizierten, zogen sich vom Weltgeschehen ins Private, in eine beschauliche und ruhige Welt, zurück. Die Möbel wirken im Gegensatz zu Barock- oder Rokkoko-Einrichtungsgegenständen relativ schnörkellos und haben kaum Verzierungen. Allenfalls einige klassizistische Elemente, wie Vorhänge mit Ziertroddeln, Zierborten an der Tapete (beispielsweise unterhalb der Decke) sowie einige Vorsprünge, etwa über Eingangstüren, sind zu finden.

Bei Tischen, Stühlen oder Kommoden findet man meist recht schlanke Beine, die nahe am Boden etwas nach außen geschwungen sind. Alle Möbel sind für die historische Epoche erstaunlich praktisch ausgerichtet – daher eignen sie sich auch heute, um beispielsweise ein edles Wohnzimmer einzurichten. Eine ganze Wohnung derart konsequent einzurichten, ist jedoch nicht zu empfehlen. Dies würde altbacken wirken und wäre auch recht teuer.

Praktische Hinweise  
Im Biedermeier dominierten Hölzer wie Kirsche, Nussbaum, Pappel, Birke oder Eibe. Bei allen Holzmöbeln können Kontraste durch Schwarzfärbungen genutzt werden. Die Oberflächen zeigen die Maserung der Hölzer und sind häufig poliert. Die Möbel werden oft mit dem Empire-Stil oder Kolonialstil verwechselt. Dieser weist Ähnlichkeiten auf, ist aber etwas verspielter und auf edles Aussehen ausgelegt.

Speziell zierliche Kleinmöbel für spezielle Tätigkeiten, wie zum Beispiel Nähtischchen, kennzeichnen den Biedermeier. Auch Vitrinenschränkchen mit Glastüren kann man als typisch bezeichnen. Bei den Wänden herrschen häufig feinere und dezent eingesetzte Blumenmuster vor. Dabei sind Kränze, Schleifen und gestreute Blumen als Motive charakteristisch.

Landhaus

Rustikal und von warmen Farben geprägt, ist der Landhausstil, besonders der italienische mit Anklängen an die Toskana, in Deutschland sehr beliebt. Auch wenn die Gegenstände auf den ersten Blick etwas altertümlich wirken, symbolisieren sie nur das einfache, ländliche Leben. Der Landhausstil ist im Prinzip zeitlos – und der Tatsache verdankt er auch seinen Erfolg.

Die erwähnten Farben gehen meist ins Erdige: Ocker, dunklere Gelbtöne, Orange oder Brauntöne werden mit blendend weiß gekalkten Wänden oder den schwarz lackierten Eisenmöbeln kontrastiert. Letztere wirken auf den ersten Blick etwas schwer (wenn sie auch filigran gearbeitet sind). Sie vermitteln jedoch das Bild vom Wohnen in warmen Gegenden, wo die Möbel auch für Draußen gedacht sind. Daneben finden sich jedoch auch Stühle oder Tische aus Rattan sowie Terrakotta-Accessoires wie Amphoren oder Schalen. Die Wände sind nicht immer gekalkt, sie können auch aus Natursteinen gebaut sein.

Shabby Chic

Der „schäbige Chic“ wäre vor der Hippie-Zeit, wo seine Ursprünge liegen, wahrscheinlich undenkbar gewesen. Die Leute versuchten in früheren Jahrzehnten stets, alles so gepflegt, harmonisch und edel wie möglich aussehen zu lassen. Der Shabby Chic jedoch nutzt Möbel aus verschiedenen Stilepochen, beispielsweise verspielte Rokkokotischchen und wuchtige barocke Schränke, gleichermaßen.

Der Look ist dabei absichtlich abgenutzt oder soll gealtert wirken: Abgeplatzter Lack, mehrere sichtbare Schichten oder der Look von unbearbeitetem Holz sind dabei überall zu finden. Die Mischformen sind unendlich und Stücke vom Flohmarkt können leicht eingebaut werden. Oft wird der Shabby Chic, der auch von bunten Farben und Blumenmustern geprägt sein kann, von Leuten benutzt, die selbst Trödelmöbel abschleifen und diese umlackieren – und so einen individuellen Look erschaffen.

Pflege von Möbeln

Bei den bis jetzt dargestellten Stilen hat sich gezeigt, dass Hölzer eine entscheidende Rolle spielen. Es ist wichtig, Holzmöbel angemessen zu pflegen. Hierzu gibt es viele Tipps zur Möbelpflege. Dort findet man auch Hinweise zur Pflege von Metall- und Keramikelementen.

Bei Holz ist der jahrelange Standort zunächst von Bedeutung. Als organisches Element verändert sich Holz, beispielsweise durch Luft und Licht. Dies wirkt sich beispielsweise auf den Farbton aus. Gerade nicht lasiertes Holz sollte man gegen Feuchtigkeit schützen. Natürliche Pflege für viele Arten von Hölzern bieten Öle und Wachse. Diese verschließen die Poren der Hölzer nicht.

Außer Teakholz sind nicht viele Hölzer für den Garten geeignet. Teakholz hält verschiedenen Witterungseinflüssen stand. Dies sollte man in den kommenden Monaten vor allem bei stark saugenden Hölzern wie Bambus und Rattan beachten, die vielfach für Garten- oder Terrassenmöbel verwendet werden.

Für die genannten Metallelemente genügt meist Seife. Kleinere Schäden an der Lackierung können mit einem Lackstift behoben werden.

Minimalismus und moderne Einrichtung

Es gibt in modernen Wohnungen durchaus das Motto „Weniger ist mehr“. Dies gilt vor allem beim Minimalismus. Helle Räume, meist in Weiß bei Schränken, Tischen, Stühlen und Wänden und großen Fenstern prägen den Einrichtungsstil. Auch in der Wand integrierte Kachelöfen sind vereinzelt zu finden.

Die Möbel besitzen klare Formen. Die Gestänge der Tische und Stühle sind häufig verchromt. Auch Glas, beispielsweise als Tischplatte, wird gerne verwendet. Tendenziell sind die wenigen Einrichtungsgegenstände, unter denen beispielsweise ein weißer Teppich den Boden schmücken kann, edel und schlicht.

Neben den genannten Materialien wird auch gern Leder genutzt, beispielsweise für Couches und Sessel. Accessoires gibt es im Minimalismus niemals viele. Wenn jedoch vorhanden, sind diese erlesen. Es kann sich beispielsweise um Skulpturen oder Designerlampen handeln.

Möbel aus dem 3D-Drucker

Viele Einrichtungsinteressierte haben einen neuen Trend registriert. Fachmagazine und andere berichten von Möbeln aus dem 3D-Drucker. Die französischen Gründer von „Drawn“  wurden interviewt, die Möbelstücke per 3D-Druck fertigen. Werden beispielsweise einen Meter hohe Vasen in Knitteroptik heute schon mit dem Druckroboter „Galatea“ gefertigt, könnten es bald schon ganze Möbel sein, die unabhängig vom Ort mit dieser Technologie entstehen.

Statt Holz und Eisen kommt hierbei ABS-Kunststoff als Material zum Einsatz. Ein faszinierender Aspekt an 3D-gedruckten Möbeln besteht darin, dass man sie einfach einschmelzen und – etwa bei Nichtgefallen – etwas Neues daraus drucken könnte. Die Möbel werden bei Drawn nach den Zeichnungen der Kunden gefertigt.

Dabei nutzen die Tüftler das Schmelzschichtverfahren, welches mit dem Fachbegriff Fused Deposition Modeling bezeichnet wird. Probleme entstehen dabei zuweilen beim Abkühlen und geraden Formen. Daher werden häufig 3D-Möbel mit Wölbungen produziert. Es ist nicht unmöglich, dass sich diese Technologie durchsetzt und wir Möbel nach Wunsch aus ABS-Kunststoff künftig auch flächendeckend erleben werden.

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