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Lüften im Winter

Warum bildet sich Kondenswasser am Fenster?

Rostock (dpa/tmn)

Beschlagen Ihre Scheiben auch ständig, und so lange Sie auch lüften, die Feuchtigkeit trocknet nicht? Ein Energieexperte erklärt, warum das passiert - und was Sie dagegen tun können.

Von dpa

Wenn hohe Luftfeuchtigkeit im Wohnraum auf kalte Scheiben trifft, kondensiert sie daran. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Vor allem im Winter bemerkt man es: Die Fensterscheiben beschlagen, Kondenswasser bildet sich in dicken Tropfen. Manchmal regnen sie sogar herab. Warum passiert das?

Die schnelle Antwort: Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch und man sollte lüften, um sich vor Feuchteschäden und Schimmelbefall zu schützen. Denn der Wasserfilm ist ein optimaler Nährboden für die Sporen.

Wer es genauer wissen will: Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch und trifft sie auf kalte Flächen in einem Raum - was Fenster, aber auch Wände oft sind - kondensiert sie daran. Direkt an dem Punkt, wo Kondenswasser entsteht, beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent. Und das auch dann, wenn ein Hygrometer an einer anderen Stelle im Zimmer eine viel geringere Luftfeuchtigkeit misst.

Schimmelrisiko ab 70 Prozent Luftfeuchtigkeit

Das Problem dahinter, die Schimmelbildung auf feuchten Flächen, geht aber schon früher los. Ab einer relativen Luftfeuchte von etwa 70 bis 80 Prozent steigt das Risiko, dass die Pilze wachsen, wie Arian Freytag von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern erläutert.

Das Trügerische: An einer Wand sieht man dann unter Umständen noch kein Kondenswasser. Sie fühlt sich nicht mal feucht an, da ihre Struktur laut Freytag ein gewisses Maß an Feuchtigkeit aufnehmen kann. An Fenstern ist dies nicht der Fall, daher wir hier die Feuchtigkeit für uns eher auch sichtbar.

Ideal: 40 bis 60 Prozent

Sicher vor einem Befall ist man in der Regel bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent in den Räumen. Diese erreicht man durch zwei- bis dreimaliges Stoßlüften pro Tag, jeweils für maximal drei bis fünf Minuten, so der Rat von Arian Freytag, der bei der Verbraucherzentrale in Rostock den Fachbereich Bauen, Wohnen, Energie leitet. Außerdem sollte man feuchte Fensterscheiben regelmäßig mit einem Tuch trocken wischen.

Abwischen, lüften, abwischen

So lange zu lüften, bis das Kondenswasser von der Fensterscheibe weg ist, nennt Freytag «widersinnig». «Man lüftet dann viel zu lange.» Und je länger man lüftet, desto mehr Wärme entzieht man nicht nur der Raumluft, sondern auch den Wänden. Die Folge: Sie müssen sich wieder aufwärmen, das kostet mehr Energie und Geld als nötig.

Daher empfiehlt Freytag: Erst mal das Kondenswasser vom Fenster abwischen, dann lüften. Und zwar so lange, bis der Beschlag der Scheiben, der beim Fensteröffnen fast direkt eintritt, wieder weg ist. Dann noch übrig gebliebene Wasserreste von der Scheibe wischen.

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