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"Highlights"

Turbulente Show im GOP-Varieté

Münster

„Highlights“ heißt die neue, turbulente Show im GOP-Varieté in Münster. Mit dabei ist Kris Kremo, eine echte Jonglage-Legende. Für den beeindruckendsten Moment sorgt allerdings eine Künstlerin, die gut 40 Jahre jünger ist.

Carsten Voß

Marula Rigolo baut aus einer Feder und 13 Palmwedeln ein fragiles Mobilé, das sie nur unter Einsatz größtmöglicher Konzentration und Geschicklichkeit in der Balance hält. Foto: GOP

Es ist ausgerechnet diese Szene unendlicher Langsamkeit, die sich an einem Abend voller „Highlights“ in das Gedächtnis brennt: Wie in Zeitlupe dreht sich Marula Rigolo um die eigene Achse, auf dem Kopf ein fragiles Mobilé aus Palmwedeln und einer Feder balancierend, das einem Schwarm von Vögeln gleicht, deren Flügelschlag mitten in der Bewegung erlahmt ist. Das Publikum hält den Atem an, während die Künstlerin die Luft stoßweise aus dem Körper presst, um die perfekte Balance von Körper und Geist zu erhalten. Am Ende macht sie den Eindruck vollkommener Schönheit selbst zunichte: Sie zupft an der Feder - und das Bauwerk fällt in sich zusammen.

Marula Rigolo gehört zu den Newcomern der Varietéwelt, die im GOP-Programm „Highlights“ auf alte Hasen treffen. Kris Kremo, 65-jährige Jonglage-Legende, jongliert mit Charme, Zigarre und Melone, lässt drei rote Zylinder durch die Luft rotieren und dann an der Stirn abtropfen, bevor sie zielsicher auf seinem Kopf landen. Viele Jahre lang ist er damit in Las Vegas aufgetreten, hat den silbernen Clown in Monte Carlo gewonnen und wirkt dennoch so begeisterungsfähig, als mache er alles zum ersten Mal. Jede Bewegung sitzt, auch jedes einstudierte Missgeschick. „Also mir gefällt’s!“, ruft er gut gelaunt dem Publikum zu, das nicht nur an dieser Nummer seine helle Freude hat.

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Die Show „Highlights“ ist bis zum 3. Juli in Münster zu sehen, jeweils mittwochs bis sonntags.

„Highlights“, charmant präsentiert von Conferencier Martin Quilitz, steht für Varieté in ganz ursprünglicher Bedeutung, für einen Abend voller besonderer Momente. Mal anmutig und poetisch, mal atemberaubend turbulent. Faszinierend der Rock’n‘Roll am Vertikalseil (Linda Sander), halsbrecherisch schnell die Akrobatik-Nummer im überdimensionalen Hula-Hoop-Reifen (Gabriel Drouin), unglaublich behende die Mallakhamb-Darbietung am Teakholz-Pfahl (Narendra Rameshrao Gade, Mayur Vilas Dalal). „Frau Bonse und der Michael“ sorgen mit Tischtennisbällen und Klangstäben, die an Schwimmnudeln erinnern, für die Musik und ganz viel Spaß. Prädikat: federleicht.

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